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SPRACHLIEBE - MIT LUST UND LIEBE SPRECHEN

WORTSAMMLUNG VON A BIS Z  - S


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(1) Im ersten Teil werden den einzelnen Wörtern dieser alphabetischen Sammlung "Schubkästen" zugeordnet. Sind diese Wörter als Link erkennbar, führt der auf den zweiten Teil weiter unten.
Wenn es gedankliche Verbindungen zu weiteren Wörtern gibt,  wird in "siehe auch" auf dieses Wort innerhalb der Wortsammlung verlinkt.

(2) Detailliertere Informationen zu einzelnen Wörtern folgen im unteren Teil der Seite. Dort werden - wenn möglich - die Quellen genannt.
Gelegentlich wird auf einen ausführlicheren Text in einem anderen Thema dieser Website verlinkt - siehe "ausführlich in".





Die Hauptquelle meiner Wortsammlung ist die "Mitteldeutsche Zeitung"(Quellenkürzel "MZ"), die Regionalausgabe für Wittenberg und Gräfenhainichen - nähere Angaben siehe Quelle MZ.


Das Wort (1) Schubkasten siehe auch
Säbelrasseln und Kriegsgeheul    
Sachzwänge euphemisch,
mode-deutsch
Investitionsstau
Saftschubse    
sammeln (absammeln, ansammeln, aufsammeln, einsammeln, versammeln, zusammensammeln - die Nuancen in der Bedeutung)    
Sammelsurium, Sammelsuria (scheinlat. Wortbildung) kurios  
Sanierungsstau (eumphemisch für Schlampereien in der Vergangenheit) beschönigend Lehrermangel
Sarg, Sargpflicht, Lockerung der Sargpflicht  
Säuberungsaktion, ethnische Säuberung    
Saufen    
Sauklaue (im übertragenen Sinne für schlechte Handschrift)    
Saumseligkeit, saumselig    
Schießhund, "aufpassen wie ein Schießhund" (aus der Jägersprache)    
Schab, Schabb oder Schap (für Schubfach, Schublade oder Regal) alt-deutsch (selten bis aussterbend, ggf. noch regional zu finden)  
Schabernack    
Schadensbegrenzung    
Schande    
scharf, schärfer, am schärfsten, Verschärfung,
SPD und die "Schärfung ihres sozialen Profils"

Scharfmacher



krieger-deutsch
 
Schattendatenbanken
Schattenwirtschaft
   
Schaustellerseelsorger    
Scheinselbständigkeit    
Scheiterhaufen, der  (meist im verallgemeinernden Singular: "Zehntausende Frauen starben auf dem Scheiterhaufen.")    
scheitern gefährlich (zerstörerisch)  
Schicksalsgemeinschaft    
Schimpf, Schimpf und Schande, schimpfen,
schimpflich um Essen betteln müssen
   
Schlachtabfälle    
Schlafmützen  
Schlagersternchen, Schlager-Sternchen, Stern am Schlagerhimmel,    
Schlammschlacht    
schlank, z. B. "schlanker Staat" und "Verschlankung"    
schlendern    
Schleppper, Schleuser, Schmuggler    
schlottern (zittern) alt bis aussterbend  
Schlupfloch
schlüpfen
Schlüpfer
schlüpfrig
   
Schlüsselbundeigentümer (Vierwörter-Wort) gaanz laange Wörter  
Schlusslicht    
Schmähgedicht    
Schmalhans    
Schmarren    
Schmierenkomödie
Schmierentheater (So nannte Sigmar Gabriel am 2. oder 3. Juli 2019 den Vorschlag, Ursula von der Leyen zur EU-Kommissionspräsidentin zu machen)
   
Schmiergeld, Schmiergeldskandal    
Schmuddelecke    
Schmugeld liebenswert  
Schnäppchen, Schnäppchenjäger markt-deutsch  
schneeblind    
schneller oder früher? dumm-sprech früher
schnellste Geschwindigkeit doppelt gemoppelt
Schnute, eine Schnute ziehen  (Mimik, Mund verziehen)    
Schönheit (und Zubehör)    
Schreibmaschine (mechanisches Schreibgerät - heute durch die Tastatur am Computer abgelöst; sie hat einen eigenen "Welttag der Schreibmaschine") selten bis aussterbend  
Schriftformabbaugesetz amts-deutsch  
Schriftsteller und Schriftsetzer - der kleine Unterschied    
Schrumpfregion annte     
Schuld und Schulden    
Schule, Schul-, schulisch (z. B. Schulabsentismus)    
Schuldiener    
schummeln beschönigend  
schurigeln, Schurigelei (jemanden quälen)    
Schurkenstaaten polit-deutsch  
Schutz, Schützen und schützen, Schützer    
Schützenhilfe und Schusslinie (jemanden aus der Schusslinie nehmen) krieger-deutsch  
Schweifstern (Komet)    
Schweinefleischverzicht    
Schweinehochhaus    
Schweinehund, innerer Schweinehund Volksmund  
Schweinegrippe, Schweingrippe-Welle    
schwelgen, z. B. in Erinnerungen    
Schwerpunktstaatsanwalt (23) für Wirtschaftskriminalität (23)
Schwerpunktstaatsanwaltschaften (es werden "mehr" gefordert)
   
Schwimmflügel (Schwimmhilfe-Luftkissen für die Arme von Kleinkindern) paradox, niedlich
Schwindsucht (für Tuberkulose) alt-deutsch (aussterbend bis ausgestorben)  
Seelenhunger
Seelsorge
Seelsorgeraum
Krankenhausseelsorgerin
   
Seemannsgarn    
seicht (wörtlich und im übertragenen Sinne - seichtes Wasser und seichte Unterhaltung)    
Seifenoper Volksmund (?)  
Seiteneinsteiger (in die Politik, wie z. B. Joachim Gauck und Donald Trump)    
Sekte, Sektenbeauftragter    
Sekundarschullehrerverband (26) gaanz laange Wörter  
Selbstvermarktung
Selbstverpflichtung
Selbstwirksamkeitserwartung
   
Selfie, Selfiestange welt-deutsch  
Sendungsbewusstsein    
sensationell, Sensationsgier, Sensationshascherei    
Separatorenfleisch    
›Sexarbeiterin‹ (gibt es auch die Bezeichnung ›Sexarbeiter‹?) beschönigend  
Sexualstraftatverfolgung (eine Reformkommission für ... gibt es)    
sexy - sexistisch     
Sicherheitszusammenarbeit (25)
Sicherheitsgefühl
Sicherheitsgewinn
"Wir sichern die Seewege ..."
gaanz laange Wörter  
Sitte, Sittenpolizei  
Situation   Lage
(Lieblingswort von einigen Leuten, ähnlich wie "Situation")
Skandale auf allen Ebenen und in allen Branchen: Sex-, Drogen-, Abgas-, ...
skandalisieren
Skandalaufdecker (deutsch für "Whistleblower")
   
Sloworking (markenrechtlich geschützte Worterfindung vom Verein Craftwerk e.V. - siehe auch www.muehlenhimmelpfort.de)    
Smartphone neu-deutsch  
Sofortmaßnahmen (meist dann nötig, wenn in der Vergangenheit etwas "verschlampert" wurde)    
Soldat, Soldatin, Sportsoldat, Sportsoldatin
Kindersoldaten
   
Solidargemeinschaft    
Sommerloch
Sommersonnenwende

Lieblingswort
 
Sondermüll    
Sondernutzungsgebührensatzung (29) amts-deutsch,
gaanz laange Wörter
 
Sonnenwende, Wintersonnenwende, Sommersonnenwende
Sonntagsöffnungszeiten
Sonntagsruhe
markt-deutsch  
Souvenir,  Souvenirs
(Habe mich selbst ertappt: bisher - 31.12.2019 - hatte ich als Plural oft "Souvenire" verwendet. Das ist natürlich falsch. Ich schäme mich.)
   
Sowjets    
sozial, soziale Leiter, sich am unteren Ende der sozialen Leiter befinden    
Sozialflohmarkt (erster Gräfenhainicher Sozialflohmarkt Juli 2016)    
Sozialleistung, Sozialleistungsbezug ("im Sozialleistungsbezug sein")    
Sozialprestige ("Es gehe darum, das Sozialprestige kinderreicher Familien zu stärken." Deshalb gibt es ab dem siebten Kind eine Ehrenpatenschaft des Bundespräsidenten.)    
spackig (gesprochen auch: 'spackich', in unserer Gegend für 'dünn' bei einem Menschen / Kind; z. B. "Bist du aber noch spackich!", gelegentlich auch "spackichtes Kind"),
Spacken, der /  Pl.: die Spacken (laut Duden online: derb abwertend für 'Dummkopf" - so was darf man nicht zu jemandem / über  jemanden sagen / schreiben, den man für einen dummen Menschen hält, im Ernstfall gibt es eine Strafanzeige und die Unterschrift unter eine Unterlassungserklärung; das Wort ist also nicht von der Meinungsfreiheit gedeckt)
Spacko
   
Sparwoche    
Spaß, Spaßgesellschaft u. v. a. Spaßiges Zeitgeist  
Spektakel
spektakulär bzw. unspektakulär (siehe auch "sensationell")
  Militärspektakel
Spenden
Spendenaktion
Spendenaffäre, speziell die "CDU-Spendenaffäre"
Spendenbereitschaft und Widerspruchslösung (Organspende)
   
Sperrstunde  
Spielsucht   Glücksspielsucht
Spitzbube    
Spitzenpolitiker, Spitzenkandidat
(ABC-Spitzenkadidat, ABC-Spitzenpolitiker mit "ABC" = beliebig einsetzbare  Parteinamens-Kürzel)
   
Spitzfindigkeit    
Sprache (extra Seite)    
Sprüheiweißproduktion gaanz laange Wörter - Vier-Wort-Wort  
sputen, sich sputen    
Sputnik-Schock (ein eindeutig ideologischer Begriff - es gab auch den "Sputnik-Jubel", die "Sputnik-Freude", nicht nur bei mir) ideologen-deutsch  
Staatsaffäre (könnte das neue (Un-)Wort des Jahres 2016 werden)
Staatsverschuldung
   
Stadtbilderklärer, Stadtführer    
Stadtkirchendachziegel gaanz laange Wörter - Vier-Wort-Wort  
Stadtoberamtsrat (auch Stadtoberamtsrat a. D. )
Stadtoberhaupt
Titel, Ämter, Berufe  
Stadtverordnetensitzung (23) gaanz laange Wörter  
Stand (von hohem bzw. niedrigem Stande),
standesgemäß
   
Stammapostel kirchen-lateinisch
Stammbaum, Stammhalter, Stammplatz, Stammzellen    
Stammtisch  typisch-deutsch  
Stand, Standeserhebungen, Standesdünkel    
Stärke zeigen, aus einer Position der Stärke (heraus verhandeln)
(Frank-Walter Steinmeier meint z. B. zu den europäischen Populisten:
"Deren Geschrei hat mit Stärke, nach der sie suchen, überhaupt nichts zu tun.")
krieger-deutsch  
Status, Statusunterschiede    
Stelldichein alt-deutsch (liebenswert, aussterbend)  
Stellschrauben    
Stellvertreterkrieg    
Sternstunde (der Politik, der Philosophie, der Theologie, der Wissenschaft usw., usf.) liebenswert, leider inflationär vermurkst  
Steuern markt-deutsch  
Steuerschlupfloch   Lücke (zu Lücke im Gesetz)
Steuerungskompetenz (z. B. kann eine mangelnde solche einem Politiker vorgeworfen werden)      
Stimmungsmache  
stinken (Gegenwort zum fast ausgestorbenen "duften")   duften
Stinkefinger, eine beliebte Geste von männlichen Politikern (Peer Steinbrück, Gianis Varoufakis, Sigmar Gabriel, Wolfgang Clement)    
Störenfried    
störrisch (z. B. die "störrische Regierung" - von der Klimaaktivistin Luisa Neubauer verwendet im NDR vom 22.02.2020, gegen 19:30 Uhr)    
strackts, schnurstracks (auf gerader Strecke sich bewegend: "Er kam schnurstracks auf mich zu.") alt-deutsch (selten bis aussterbend)  
stramm - von "stramme Waden" über "strammer Rechtskurs" bis zu "strammer Bursche", "strammer Nazi"    
Strafe
Strafzinsen (Die muss am inzwischen auf Bankguthaben ab einer bestimmten Summe zahlen. Das meint, dass die Geldaufbewahrung kostenpflichtig ist, wie die Autoaufbewahrung in einem Parkhaus. Wieso ist das eine "Strafe"? Es ist nur ungewohnt. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von "Negativzinsen".)
   
Strafrechtsverschärfung    
Straßenausbaubeiträge (21), gern auch "rückwirkende" amts-deutsch,
gaanz laange Wörter
 
Straßenbegleitgrün amts-deutsch  
Straßenbeleuchtungsanlage (25)
Straßenbeleuchtungskabel (24)
Straßenverkehrszulassungsordnung (Vier-Wort-Wort, 32)
gaanz laange Wörter    
Straßenfeger (für eine Fernsehsendung, die fast alle vor die "Glotze" lockte) selten bis aussterbend, Volksmund  
Streit  "Streit!" ist das Motto der ökumenischen Friedensdekade 12. - 22.11.2017  
streng, Strenge (Das Wort scheint "im Kommen" zu sein)    
Stress, Stresstest    
Strippenzieher polit-deutsch  
Strumpfband (Nachfolger: Hüfthalter) selten bis aussterbend  
Stube (für Zimmer: Wohnstube, Backstube, Schlafstube - Das Wort ist wohl fast nur noch im übertragenen Sinne  in der "Kinderstube" erhalten. "Der hat aber keine gute Kinderstube gehabt." meint, er habe keine gute Erziehung genossen.)    
Studien in allen Varianten, z. B.
Tourismusstudie
   
Studierstube (heutzutage eher Büro bzw. Arbeitszimmer; z. B. die Studierstube Martin Luthers)    
Stumpfsinn    
Sünde und Sünder auf allen Ebenen:
Steuersünder, Umweltsünder, Verkehrssünder, Unterhalts-Sünder, Handysünder, Temposünder
nicht zu vergessen: der Sündenbock -
und die "Unterlassungssünde", die, da es keinen Handelnden gibt, auch keinen "Unterlassungssünder" kennt
   
Subventionsbetrug    
Suchtpotential bzw. Suchtpotenzial (z. B. von Computerspielen - als Reklamewort, das locken soll)    
Sündenbock    
super   normal
Superheld, Superheldenfilme    
Superkalifragilisexplialegorisch (und andere Schreibweisen) sinnfrei, heiter  
Superminister  (So wurde Wolfgang Clement in seiner Zeit als  Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit genannt, "da er dabei zwei eigentlich  getrennte Ressorts leitete")    
Symbolpolitik   Politik
System    
   

Das Wort (2)

Details / ggf. Quellenangaben

ausführlich in:
Sachzwänge

Seltsam, jetzt, wo ich das Wort notiere (07.10.2016), fällt mir auf, dass ich es in letzter Zeit gar nicht mehr so oft gehört habe wie früher. Da war es ein ganz besonders beliebtes Wort bei Politikern, sich rauszureden, wenn es irgendwo Probleme gab, die sie nicht gelöst hatten oder nicht lösen konnten.
Einmal gab es in den 90er Jahren hier in Wittenberg im Kulturbund eine Veranstaltung, an der auch Prof. Dr. Wolfgang Böhmer (damals wohl noch in seiner Funktion als Wirtschaftsminister) teilnahm. Er redete viel über diese Sachzwänge in seiner Arbeit. Doch dann meinte er noch (ich gebe es aus der Erinnerung nur sinngemäß wieder), dass er ja die Politiker in der DDR nicht grundsätzlich als schlecht einschätzen würde, da waren sicher auch viele dabei, die es ehrlich gemeint und sich bemüht haben. Aber die konnte ja auch nichts bewegen.
Da konnte ich es mir nicht verkneifen anzumerken: "Das wird wohl an den Sachzwängen gelegen haben."
Damals schrieb ich diesen kleinen "Küchenzettel":
Die Dummheiten von heute sind die Sachzwänge von morgen.
Die Sachzwänge von morgen sind die Ausreden der Idioten von übermorgen.
















siehe auch in
KÜCHENZETTEL
(in EINMISCHUNGEN » SATIRICELLA)
Saufen Saufkumpane, Sauftourismus, Wettsaufen, Massen-Besäufnis
Gerade (Mai 2016) erfährt man "wie sich Mallorca gegen Sauftouristen wehrt"
weitere Assoziationen:
Männertag, Vatertag, Kneipe, Schnaps, Bier, Fusel,
Alkoholmissbrauch, Alkoholiker,
Verkehrstote durch alkoholisierte Fahrer,
Grölen, Anpöbeln von vorwiegend Frauen, Kotzen,
Prügeleien, Schlägereien, Körperverletzungen,
Sachbeschädigungen, Polizeieinsätze,
 
Schlusslicht Niemand möchte gern das "Schlusslicht" sein. Das ist ein anderes Wort für "Letzter", meist in einem Wettbewerb, in dem es darauf ankommt, weit vorn zu sein, z. B. in der Fußball-Bundesliga.
Was ist nun aber davon zu halten? - :
In der Sondersendung des ZDF am 28. Oktober 2020 (ab 19:30  Uhr) zu den neuen Corona-Maßnahmen der Regierung konnte man hören, dass Mecklenburg-Vorpommern
      "bis jetzt Schlusslicht bei den Infektionen"
mit dem Corona-Virus sei.
Ich wusste gar nicht, dass die Bundesländer einen Wettbewerb führen, wer hierbei "Erster" ist.
Spitzenreiter  bei den Infektionen sowohl absolut als auch bezogen auf die Bevölkerungszahl ist meines Wissens übrigens nach wie vor Bayern.  Sind die nun "die Besten"?
 
Schmugeld, auch Eiergeld Eher zufällig stieß ich im November 2016 auf dieses Wort "Schmugeld", das zum ersten Beispiel meiner Sammlung "liebenswerter Wörter" wurde.
Es ist die Bedeutung dieses Wortes, die mich fasziniert und amüsiert:
( Zitat aus www.boari.de/woerterbuch/eiergeld.htm »externer Link«
- Titel der Seite: Lateinische Sprachrelikte im bayrischen Dialekt  oder wie weit kamen die Römer wirklich mit ihrem Latein?
- Überschrift auf der Seite: Lateinische Sprachrelikte im bayrischen Dialekt - Eiergeld
- angesehen am 09.11.2016
- Quelle BR: Oageld sagt man in Oberbayern zu Schmugeld, also Geld, das die Bäuerin am Bauern vorbei für sich abzweigt, zum Beispiel durch den Verkauf von Eiern - "Oa". "Oageld" ist in der ursprünglichen Bedeutung die Summe, die man beim Abschließen eines Dienstvertrags per Handschlag ausmacht, ein uralter Begriff, der schon im Stammesrecht der Bayern aus dem 7. Jahrhundert vorkommt.
- Wohl von auctoramentum = Entgelt, Handgeld, Sold; Auf die Hand nehmen, das Werbe-Geld -die Verpflichtung- für den Dienst in der Legion.
Nachtrag am 03.01.2018:
Ein Bayer hat mich aufgeklärt, dass alles was mit der Sprache zu tun hat, "bairisch" geschrieben wird - korrekt ist also: "bairische Dialekte"
(siehe auch die Wikipedia dazu: de.wikipedia.org/wiki/Bairische_Dialekte »externer Link« )
schnellste Geschwindigkeit Diese Formulierung von der "schnellsten Geschwindigkeit" habe ich ausgerechnet auf der Kinderseite der MZ vom 05.11.2016 "Galaxo" gefunden. Es geht um "Wingsuit-Fliegen" und die Wettbewerbe dabei. Ich zitiere: Ihre Aufgabe ist, aus einer Höhe von bis zu 3 000 Metern aus einem Flugzeug zu springen. Derjenige gewinnt, der die weiteste Strecke mit der schnellsten Geschwindigkeit fliegt.Was ich an dieser Formulierung "rumzumeckern" habe:
Die Geschwindigkeit  (= Weg / Zeit)
als physikalische Größe für Schnelligkeit bzw. Tempo soll diese "quantifizieren", "messbar" machen. Daher besitzt sie eine so genannte "Maßzahl". Zahlen können nur "groß oder klein" sein in Mathematik und Physik. Zur Not kann man umgangssprachlich auch von einer "hohen" oder "niedrigen" Zahl sprechen.
Mit anderen Worten: Ein "schnelles Auto" hat eine "hohe Geschwindigkeit", wenn jemand "langsam" ist, ist seine Geschwindigkeit "klein" oder "niedrig". Das "schnellste Auto" hat demzufolge die "höchste Geschwindigkeit".
Eine "schnelle (bzw. schnellste) Geschwindigkeit"  verwirrt das Sprachgefühl der Kinder, so dass sie dann im Physikunterricht nicht mehr klar denken können.
 
Schönheit mit Zubehör Der Schönheitsmarkt brummt und blubbert  - der Kampf, wer "die Schönste im Lande" sei, ist entbrannt. Doch nicht die Schneewittchen in ihrer unschuldigen Schönheit treten an, sondern die  Stiefmütter der Welt hetzen sich gegenseitig in den Schönheitswahn.
Da gibt es Schönheitskuren, mit denen man Mama zum Muttertag "verwöhnen" soll in einer "Beauty-Aktion" (nicht etwa "Beauty-Action" geschrieben) , die in einer "Beauty-Longe" genossen werden können. Die Dienstleister bieten - sich hämisch die Hände reibend - diese Schönheitsleistungen an, man kann "einzelne Schönheitsbehandlungen" in Anspruch nehmen, Schönheitsoperationen versprechen Hilfe, falls jemand nur Platz 2 belegt in der großen Fleischbeschau des Abendlandes. ...
Schuld und Schulden Zuerst muss wieder gesammelt werden:
Schuld
Schuldverteilung bei einem Unfall
Schuldabwehr und Schuldumlenkung
Suche nach dem Schuldigen

Schuldzuweisungen
Dieses Wort ist typisches "polit-deutsch". Meist begegnet es einem in dieser oder ähnlicher Formulierung
"Wir sollten uns mit Schuldzuweisungen zurückhalten."

Schulden
Schuldenbarometer, Schuldenbremse, Schuldenschnitt, Schuldenverzicht, Schuldenerleichterungen
Schuldenfalle, Schuldensumpf, Schuldenatlas, Überschuldete
 
Schule, Schul-, schulisch Schulabsentismus - dieses Wort war mir  neu, stach mir geradezu ins Auge. (Gefunden habe ich es im Amtsblatt des Landkreises Wittenberg (siehe Quelle Amtsblatt) vom 10.12.2016, S. 6).  Es war eine Information über das im Jahr 2013 ins Leben gerufene "Netzwerk Schulerfolg sichern" und fett gedruckt wurde verkündet: »Der Runde Tisch "Erziehung statt Strafe - oder wie konsequent muss Pädagogik sein" setzt neue Ziele.« Man versucht offenbar krampfhaft, "Schulabsentismus" und "Schulverweigerung" zu bekämpfen. Die Formulierung von den "neuen Herausforderungen" umschreibt wahrscheinlich nur, dass das Problem bei allen Versuchen in der Vergangenheit, es zu lösen (Pardon, natürlich zu "bekämpfen"), nur noch schlimmer geworden ist. Da ist von "Schulangst, Schulverweigerung und vorzeitigen Schulabbrüchen" (Schulabbrecher) die Rede, von Schulsozialarbeit, vom "Fachdienst Jugend und Schule". Von bisherigen Aktivitäten wird berichtet: man konnte einen "abgestimmten Handlungsleitfaden" und eine "Broschüre zum Umgang mit Schulverweigerung" erarbeiten und umsetzen. Es gibt eine Beratungsstelle "ENTER", "die sich auf die (R-)Integration von jungen Menschen in Schule, Ausbildung, Arbeit und Gesellschaft spezialisiert".

Man erfährt: "Trotz der bisherigen Erfolge ist die Zahl der gemeldeten Schulpflichtverletzungen konstant, so dass weiterhin noch viel zu tun bleibt."
Vorrangige Herausforderungen sind:
"alternative Beschulungsmöglichkeiten", "Sensibilisierung und Aufklärung der Eltern", "Evaluation des Handlungsleitfadens" und "Umsetzung der Schulpflicht bei Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund". Man hat hierfür vier Arbeitsgruppen gebildet.

Apropos: Absentismus (so erklärt das Duden-Fremdwörterbuch) - ist "gewohnheitsmäßiges Fernbleiben vom Arbeitsplatz".
Die Duden-Redaktion wird bald ergänzen können "und von der Schule bzw. Ausbildung". Sprache muss sich schließlich der Realität anpassen. 
Denn eine Lösung dieses Problems sehe ich angesichts der erschreckenden schulischen Praxis noch lange nicht.
schummeln Schummeln - das ist doch endlich mal ein niedliches Wort! Wer denkt da nicht an "Blindekuh"-Spielen und Klassenarbeiten schreiben.
In den letzten Wochen ist das Wort vermehrt in meiner Tageszeitung - Sie wissen schon, die "Mitteldeutsche Zeitung" - aufgetaucht, in den verschiedensten Zusammenhängen wurde geschummelt auf Teufel-komm-raus.
Ein harmloses Beispiel findet sich in der MZ vom 19.05.2017 auf der Kinderseite: »Smartphones sind in den meisten Schulen verboten. Denn Schüler könnten sich von den Geräten leicht ablenken lassen oder auch mit ihnen schummeln.« Ich erspare Ihnen weitere Beispiele in der üblichen Wortverwendung.
Wie aber muss man es sehen, wenn auf ebendieser Kinderseite der MZ vom 04.07.2017 ein Beitrag über Atomwaffen überschrieben ist mit: »Länder schummeln beim Waffenabbau« Die Länder - so erfahren die Kinder - haben sich zwar verpflichtet, keine Atombomben zu bauen oder zu kaufen. Und die, die schon welche haben, müssen diese »nach und nach kaputt machen«. Aber statt dessen: »Statt sie komplett abzuschaffen, machen sie sie moderner.«
Den Kindern wird natürlich auch erklärt, wie furchtbar gefährlich diese Atombomben sind.
Dass völkerrechtlich verbindliche Verträge auf diesem Weg ausgetrickst werden, dafür scheint "schummeln" also das kindgemäße Wort zu sein. Die assoziieren dann später: Atombomben zu bauen (zu modernisieren) ist ja gar nicht schlimmer als bei der Klassenarbeit abzuschreiben.

Synonyme für "schummeln" sind z. B.:
in der Bedeutung von "täuschen" (synonyme.woxikon.de)
betrügen, vormachen, hintergehen, hereinlegen, verschaukeln, lügen, mogeln
(bei openthesaurus.de):
abgucken, abkupfern, abschreiben, kiebitzen, mogeln, abspicken, spicken, schwindeln, täuschen, tricksen, mauscheln,
...   

Ein weiteres Beispiel für die euphemisch-verniedlichende Verwendung von "schummeln" finde ich in der MZ vom 17.02.2018, S. 24, der Beitrag ist dick überschrieben mit"Schummeln beim Forschen
UMFRAGEN Nicht alle Marktforscher arbeiten sauber. Das räumen auch Insider ein. Die Branche diskutiert nun, wie damit umzugehen ist."
"Spiegel Online" hat offenbar kürzlich die Fakten bekannt gemacht. Im MZ-Beitrag liest man dann sogar das scheußliche Wort "Betrug" für diese kleine Schummelei, die die Marktforscher in "helle Aufregung" versetzt habe, denn die Spiegel-"Enthüllungen kratzten am Selbstbild einer Branche mit einem starken Berufsethos."
Zum Teil seien Umfrageergebnisse "frei erfunden" und der "Spiegel" habe nun angedeutet, dass man "keiner Umfrage mehr trauen könne". Doch ein Experte aus der Branche hält das für übertrieben.
Hier stutze ich beim Lesen und möchte die Frage andersherum stellen:
Welcher Umfrage darf ich denn nun noch trauen? Woran erkenne ich, wenn jemand aus dieser Branche NICHT "schummelt"?

22.02.2019 - Natürlich wird fröhlich weiter geschummelt, im Kleinen wie im "Großen":
Bei den Abgaswerten für Dieselfahrzeuge wurde kräftig "geschummelt", so genannten "Abgasschummeleien" mit "Schummelsoftware" waren das.
Offensichtlich ist Schummeln inzwischen so etwas wie ein Gesellschaftsspiel geworden.
"Die Ehrlichen sind die Dummen" - so nannte Erich Wickert, ehemaliger Tagesschau-Sprecher, vor Jahren sein Buch.
Schutz, Schützen und schützen, Schützer, ... Schützenhilfe (krieger-deutsch):
gefunden:
die "Schützenhilfe vom Altkanzler"  Gerhard Schröder für Sigmar Gabriel   (wurde am 11.12.2015 auf 1&1 in einem Video gezeigt)

Schützer:
So "nackig" sieht das Wort etwas eigenartig aus - "Schützer".
Erst in Kombination mit weiteren Begriffen merkt man, wie sehr es in unsere alltägliche Sprache eingedrungen ist:
Da gibt es z. B. die Patientenschützer,
die Umweltschützer, gern auch in der Version "militante Umweltschützer",
die Naturschützer und den Naturschutz usw.

Interessant wird es beim "Schutzgeld", das mitunter mit Methoden eingetrieben wird, vor denen der einfache Händler oder Gastronom keinen Schutz finden kann: ich meine die Schutzgelderpressung.

Wie wohltuend ist dann die " Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger" (markt-deutsch), die scheren sich nicht um Umwelt, Natur, Menschen oder ganz allgemein, um Lebendiges. Deren Schutzobjekt ist das "Kapital", das "Vermögen", der "Besitz" von Leuten.

Allgemein haben Menschen das Bestreben, sich vor Gefahren zu schützen: vor Gewitter / Blitz, Hochwasser, Krankheit usw.
Das ist vorbeugend und soll einen möglichen Schadensfall gar nicht erst entstehen lassen. Man kann das mit einem Blitzableiter, einer Hochwasserschutzwand, einer Schutzimpfung, ...

Versicherungen versprechen oft "Schutz vor", meinen jedoch nur "finanzielle Absicherung im  (bereits eingetretenen) Schadensfall".

"Schutz vor ...", "sich schützen vor ..." bezieht sich also auf eine Gefahr, ein mögliches bzw. denkbares Ereignis, das unangenehm bis schädigend sein kann, das noch in der Zukunft liegt.
Ich betone noch einmal, man möchte sich vor einer Gefahr schützen; vorher, ehe sie eintritt.
"Gegen" etwas schützen kann man sich nicht. Das ist eine Sprachschlamperei, inzwischen eine ziemlich häufige sogar.
Man kann sich zwar "gegen eine Gefahr wappnen" oder "einer Gefahr vorbeugen bzw. ihr entgegenwirken", man kann auch etwas "vorbeugend etwas gegen mögliche Gefahren tun".

In Sachen korrekter Sprache sollte man erwarten können, dass die Medien, vor allem die öffentlich-rechtlichen, mit gutem Beispiel vorangehen. Alle Sprachfühler spielen verrückt, wenn man jedoch hören muss: "sich gegen ... schützen"
Im konkreten Fall waren es die "heute"-Nachrichten des ZDF am 27.12.2016, ab 19.00 Uhr, in denen diese Formulierung fiel:
"... wie sich der Rechtsstaat gegen Terror schützen kann ..."

Noch einige weitere Schützer lassen grüßen:
der  Verbraucherschützer (Verbraucherschutz),
neuerdings auch als "Konsumentenschützer" (habe ich erstmals im TV im Februar 2020 zu hören bekommen)
Kirchenschützer
Kinderschützer (Kinderschutz)
Datenschützer  (Datenschutz) samt Datenschutzbeauftragtem
Kohleschützer
Frauenschützerinnen und Frauenschützer
Verfassungsschützer (Verfassungsschutz)
Kunstschützer
Klimaschützer, ...

Es sei gestattet zu fragen:
Woher rührt dieses umfangreiche Schutzbedüfnis?
Wer muss z. B. als Verbraucherschützer wen wovor schützen  - und warum?
sexy - sexistisch Was ist der Unterschied zwischen "sexy" und "sexistisch"? Ungefähr der gleiche wie der zwischen einem Flirt und einer sexuellen Belästigung. Das eine ist heiter, verspielt, gewollt - für alle  Beteiligten ein Vergnügen. Das andere ist beleidigend, ekelhaft, menschenverachtend.
Wenn nun ein Artikel der "MZ" (14.04.2016, S. 18), in dem es um Gesetzesvorstellungen rund um sexistische Werbung geht, so überschrieben ist:
werbung20160414
Was ist das dann? Ein Euphemismus? Dummheit? Oder ein Zeichen für latenten Sexismus und Frauenfeindlichkeit in den Medien und in der Werbebranche?
Sexy Werbung - das wäre schön. Das stelle ich mir so vor, dass man mit der sexuellen Anziehung zwischen den Geschlechtern spielt. Doch immer wieder sehe ich mit Abscheu und  Ekel diese sexistische bzw. allgemein frauendemütigende Werbung. Deshalb kann und werde ich hier auch kein Beispiel dafür zeigen.
Der "Gesamtverband Kommunikationsagenturen" erklärte auch sofort (MZ-Zitat mit eingeschlossenem Originalwort):
        "damit werde die Diskussion um zulässige Werbung
          auf die »Geschmacksebene« reduziert."

Reduziert? Die sollten sich erst einmal der Geschmacksebene ihrer sexistischen Werbung stellen.
Und der Vorsitzende dieses Verbandes, Wolf Ingomar Faecks, fragt: "Wer will eindeutig entscheiden, wann Werbung sexistisch ist?"
Er könnte ja ganz einfach mal ein paar Frauen auf der Straße fragen.
Womöglich bestreitet er noch, dass es überhaupt sexistische Werbung gibt!

Und die Meinung von FDP-Chef Christian Lindner ist genauso "schön" (Hervorhebung im Text von mir - B.K.): „Die Verhüllung von Frauen zur Bändigung von Männern
zu fordern, das kannte man von radikalen islamischen Religionsführern, aber nicht vom deutschen Justizminister.“
Ob sexistische Werbung geeignet ist, geile Männer zu "bändigen"?

Weitere Wörter rund um Sex und Sexismus:
Sextourismus, Sexbombe, sexualisieren.
Situation Das Letzte aus 2020 - die "Ernährungssituation", dem Euphemismus zur Beschreibung von Hunger und Not in der Welt. "Verhungern" gibt es dabei nur am Rande und "an einer Mangelernährung leiden" klingt eher wie eine Krankheit, die man sich halt zuziehen kann.

Das Letzte aus 2019 - die "Knorpelsituation"
(MZ17.12.2019, S. 21)
Es geht um Gelenkverschleiß im Alter und darum, dass "ein Moderates Fitnesstraining ... aber die Knorpelsituation verbessern" kann.
("Moderates" war wirklich groß geschrieben)
In meiner Naivität hätte ich vermutet, dass es eigentlich "den Zustand des Knorpels verbessern" (von mir aus "Knorpelzustand", klingt aber auch ziemlich blöd) heißen müsste.

volkskirchliche Situation
Das Zitat  ist - natürlich - aus der MZ (07.07.2016, S. 10) und es ist vom anhaltischen Kirchenpräsidenten Joachim Liebig:"In Anhalt sind wir als Christen deutlich in der Minderheit, während die Pfälzer Kirche sich in einer volkskirchlichen Situation befindet."
Wettersituation
Das einfache Wetter - so als Wort - genügt nicht mehr, man muss überschwänglich von "Wettersituation" reden. So geschehen in der MZ vom 31.05.2018, S. 7 - unter einem faszinierenden Foto kann man lesen:
"Wasser und Feuer
Gewitter  hier und Sonnenschein da.
So zeigt sich derzeit die Wettersituation. Regen und heftiger Wind oder Regenschauer kommen  nur lokal begrenzt vor, unter anderem am Dienstagabend in Kemberg. ..."

"Schaltersituation" - sagt der Sprecher der Uni Kiel, Boris Pawloswki, und zeigt die Situation an den Schaltern des "Studierendenservice"- ja, die findet er auch nicht gut. (Quelle: "Extra Drei spezial: Der reale Irrsinn" vom 22.03.2019, extra 3, NDR)

Die "Warnsituation" (mit Warnlagebericht, Warnereignissen und Landkreiswarnungen) konnte man z. B. auf wetter.tagesschau.de am 10.06.2019 in der "Unwetterwarnung" finden.

Kleine "Situationen-Sammlung":
(Ich habe sie nicht gesammelt, nur einmal im Computer nachgeschaut, was es da so alles rund um "Situation" gibt.)
Anwendungssituationen
Arbeitsmarktsituation
Ausgangssituation
Berufssituation
Bildungssituationen
Einkommenssituation
Familiensituation
Flüchtlingssituation
Krisensituationen
Lebenssituation bzw. Arbeits- und Lebenssituation
Kommunikationssituationen
Menschenrechtssituationen
Nötigungssituation
Prüfungssituation
Testsituation
Warnsituation

Situationen können sein:
(völlig) neue, lebensbedrohliche, derzeitige, andere, ähnliche, festgefahrene, meine, deine, unsere, eure, ihre, seine, deren, eigene, gegenwärtige, soziale, gegebene, besondere (die besondere Situation in Ostdeutschland), vergleichbare, schlimme, jetzige, gesetzliche (neue gesetzliche Situation), bestimmte,
diese, (ganz) besondere, entsprechende, jeweilige, verfahrene, brisante, absurde, finanzielle, solche, reale, psychische, tatsächliche, schlimmste, berufliche, konkrete, sicherheitspolitische, komplexe, wirtschaftliche, unhaltbare, emotional geladene, angespannte, mögliche, schwierige, rechtliche, kritische, seltsame, natürliche, entscheidende, komplizierte, gefährliche, problematische, dramatische, banale, widersprüchliche (und sicher noch viel mehr) Situationen.

Man kann Situationen:
erfassen, verbessern, ausnutzen, über sie sprechen,
Situationen können sich:
entspannen, verschärfen, zuspitzen,
Auch gibt es z. B.:
das situationsabhängige Auftreten der Symptomatik,
Erläuterungen zur Situation in Wittenberg
dramatische Zuspitzung der Situation im Nahen Osten (Die zugehörige Fundstelle im Computer ist aus dem Jahr 2012.)
die Situation von Frauen
und - mein Lieblingswort - Situationskomik

Situation bedeutet  in etwa "Lage, Zustand, Stellung" -
Warum muss aus dem bekannten Wort "Wetterlage" also unbedingt die "Wettersituation" gemacht werden, aus dem  unbefriedigenden Zustand, in dem sich die Schalter für Studenten befinden, eine "Schaltersituation"?

Warum reden mancheLeute nur so geschwollen?
Ist es Sprachökonomie - man will verkürzen?
Oder ist es das Gegenteil - man möchte möglichst lange reden, obwohl man nur wenig zu sagen hat?
Ist es Denkfaulheit - man übernimmt die Floskeln der anderen?
Oder ist es das Bedürfnis, besonders gelehrt zu reden, sich von den üblichen Ausdrücken abzugrenzen?
Lage
(ist ein ähnliches Lieblingswort  wie "Siutation"  - beide Wörter werden vermutlich parallel von einer bestimmten Sprechergruppe verwendet)
Spaß usw. Spaß ist eine feine Sache, wer möchte nicht ab und zu "Spaß haben"? Oft sind die Grenzen zwischen "Freude" und "Spaß" nicht so eindeutig zu erkennen. Spaß bekommt leicht eine Art negative Wertung, vor allem dann, wenn von der "Spaßgesellschaft" die Rede ist. Das klingt dann schon fast wie Kulturrückschritt - und das ist sie auch, diese - von Sloterdijk "Amüsierfaschismus" genannte - Unterhaltungsmaschinerie mit Animateuren (weil man ja Spaß nicht selber haben kann), die einem dann "Spaß machen". Vom "Spaßmacher" bis zur "Spaßbremse", vom "keinen Spaß verstehen" bis zum "Spaßvogel" reicht das Spektrum  subjektiven Spaßengagements.
Spielarten des Spaßes als Einheit in Vielfalt (oder ist es schon die Atomisierung des Spaßes?) sind z. B. "Einkaufsspaß", "Familien-Gruselspaß" , "Spaßpartei".
Spendenbereitschaft und Widerspruchslösung (bei Organspende) Eine Spende - so denkt man im allgemeinen Sprachgebrauch - ist eine freiwillige und ohne Gegenleistungsforderung erfolgende Gabe, ein Geschenk. Es gibt z. B. Blutspenden, Kleiderspenden, Geldspenden - und Organspenden. Neuerdings - im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie - ist übrigens auch von einer "Datenspende" die Rede.
Mit den letzteren gibt es Probleme, also eher mit den "Organspendern". Von denen gibt es nicht genug.
Es gibt auch nicht genug Geldspenden für Bedürftige, Hungernde, Verhungernde.

Es gibt verschiedene Wörter rund um die Organspende, die folgende Auflistung habe ich in einem einzigen Artikel in der Ärztezeitung (https://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/organspende/ article/975068/bundeskabinett-neuregelung-organspende-besiegelt.html, Link funktioniert, sichtbare URL enthält ein zusätzliches Leerzeichen)
vom 31.10.2018 gefunden:
Spenderorgan (möglichst lebensfrische, transpantable Spenderorgane),
Spenderzahl, Spenderausweis / Organspendeausweis,
Gesetz über die Organspende (z. Zt. als "Gesetzentwurf zur Verbesserung der Zusammenarbeit und der Strukturen bei der Organspende GZSO" in der Diskussion ),
Organspende-Regeln,
Organspende-Bereitschaft,
Organspender (aber nicht "Organspenderausweis"),
Lebendspenden, Dominospenden,
Spendebereitschaft
Organspende-unwillige Betroffene,
moralisch-ethische Pflicht zur Organspende

In dem o. g. Artikel der Ärztezeitung gibt es (Zeitpunkt des Einblicks 01.11.2018) 4 Kommentare, in denen zahlreiche Probleme rund um Organspende aufgelistet werden. Ein Kommentator, Josef Thiel, schreibt am 31.10.2018 u. a. über
die geplante Widerspruchslösung: "Die  Widerspruchslösung zielt auf die Trägheit des Einzelnen, der zu bequem ist oder der sich einfach mit dem Thema nicht auseinandersetzen will. Da kann man eigentlich nicht von einer Spende sprechen, denn die sollte bewusst und freiwillig sein. ..."
Anders gesagt: Sollte die Widerspruchslösung kommen, kann man nicht mehr das Wort "Organ-Spende" verwenden. Aber welches Wort muss dieses dann ersetzen?
 
Stammtisch Früher hatte der "Stammtisch" eher einen negativen Ruf - wegen der "Stammtischparolen" saufender bzw. besoffener Männer.
Inzwischen wird das Wort wieder aufgewertet:
da gibt es den "Unternehmerstammtisch" bzw. "Wirtschaftsstammtisch". Sogar ein "MIT-Wirtschaftsstammtisch" hat sich hier in der Nähe Wittenbergs etabliert.
Das absolute "Highlight" der Stammtischlereien dürfte jedoch der in Wittenberg seit Jahren existierende "Unternehmerinnen-Stammtisch" sein.
Frau und Stammtisch ist eigentlich ein Widerspruch in sich. Bevor auch Frauen (sogar allein!) in die Kneipe gehen durften,
(MERKE: Stammtische gibt es nur in "Kneipen", dieser speziellen Form von Gaststätten, die man Außenstehenden nicht wirklich erklären kann. Das sind nicht einfach Orte zum Essen oder Feiern. Das sind gemütlich Orte, wo jeder jeden kennt, sozusagen die Vorform von Facebook: da tauscht man sich über das Geschehen im Ort und in der großen Welt aus. Kneipen sind auch die Urformen der Meinungsforschungs- und Meinungsbildungsinstitute!) 
war wenigstens der Stammtisch Männern vorbehalten. Nun also auch dort: die Invasion der Frauen in die fast letzte Männerdomäne ist in vollem Gange. Soll man das nun einen Kulturfortschritt, einen Fortschritt in Sachen Gleichberechtigung nennen?

Die örtliche SPD hat ihre Diskussionsabende unter das Stichwort "Stammtisch" gestellt, Kinderschutzakteure treffen sich mehrmals im Jahr zum "Kinderschutz-Stammtisch" - ein "Downlight" der deutschen Sprache, wenn ich es einmal so formulieren darf.
Wittenberg leistet eine wirklich gute Vorarbeit für das Ziel, "Hauptstadt der deutschen Sprache" zu werden.
Details zum Unternehmerinnen-Stammtisch in Wittenberg gibt es unter FRAUEN HEUTE
(in LUTHERSTÄDTISCHES
» FRAUEN IN WITTENBERG)
Sternstunde Die Wikipedia schreibt (Stand 06.06.2016):
Sternstunde (um 1800 noch Sternenstunde) ist eine Metapher für Entscheidungen, Taten oder Ereignisse, die schicksalhaft die Zukunft beeinflussen. Entlehnt ist der Begriff der Astrologie, die postuliert, der Stand der Sterne zum Zeitpunkt der Geburt bestimme wesentlich den weiteren Lebensweg. Umgangssprachlich wird Sternstunde auch für ein im positiven Sinn außergewöhnliches oder glanzvolles Ereignis verwendet.

In dem Sinne, wie das Wort praktisch verwendet wird, nämlich ausgesprochen inflationär (454.000  Fundstellen bei Google übrigens), wird es nirgends erklärt:
Wenn etwas medienwirksam betont werden soll, als etwas ganz besonders, als Ausnahmeerscheinung gekennzeichnet werden soll, dann bekommt es häufig den Titel "Sternstunde" angepappt. Manchmal wird das Wort trotzdem noch in der eigentlichen Bedeutung verwendet, aber dann fällt es nicht mehr auf.
Man vermutet den üblichen inflationären Gebrauch und - ignoriert das Wort weitestgehend. Schade, denn es ist ein sehr liebenswertes Wort!

Erschreckend ist, dass "Sternstunde" inzwischen auch für negativ-herausragende Ereignisse verwendet wird.  Ich mag keines dieser Beispiele aus dem Internet hier erwähnen.

Openthesaurus.de erwähnt diese Bedeutungen bzw. Synonyme und Assoziationen:
Gipfel · Glanzleistung · Glanzlicht · Glanzpunkt · großer Augenblick · großer Moment · Highlight · Höhe · Höhepunkt · Krönung · Spitze · Spitzenleistung
Assoziationen: größte Herausforderung · Königsdisziplin


Der Film "Sternstunde ihres Lebens" handelt von der "Mutter der Gleichberechtigung" Elisabeth Selbert, die dafür gesorgt hat, dass der Satz "Männer und Frauen sind gleichberechtigt" in das bundesdeutsche Grundgesetz geschrieben wurde, damals im Jahr 1949.  Als sie es endlich nach vielen Widerständen geschafft hatte, war das garantiert eine "Sternstunde" für sie und für die neue Bundesrepublik Deutschland.

Die "Sternstunden der Menschheit"  sind eine Sammlung von Stefan Zweig, der über aus seiner Sicht besondere historische Begebenheiten erzählt, die wesentlichen Einfluss auf die Menschheitsgeschichte hatten. Man kann über diese Auslese geteilter Meinung sein. Immerhin kann sie anregen, sich eine eigene Liste wichtiger "Sternstunden der Menschheit" oder "Sternstunden im eigenen Leben" aufzustellen.
Steuern Auch hier wird es vorwiegend eine Wortsammlung rund um das Thema "Steuern" (den finanztechnischen Begriff) geben:
Steuerberater, Steuerberatung
Steuerbescheinigung
Steuerbetrug
Steuereinnahmen
Steuereintreiber
Steuererklärung
Steuerflucht, Steuerflüchtling (siehe auch die Wortsammlung
in FLÜCHTLINGE)

Steuergelder
Steuergerechtigkeit
Steuergesetze
Steuerhinterziehung
Steuernsparen
Steueroase
Steuerparadies
Steuerschätzung
Steuertricks
Steuervergünstigungen
Steuerverschwendung
Steuervermeidung (euphemisch für Steuerhinterziehung bzw. Steuerbetrug)
Steuerzahler
Steuervermeidungsmodelle (à la Panama)
Besteuerung von z. B. Dividenden
Einkommenssteuer
Erbschaftssteuer
Grunderwerbssteuer
Kapitalertragssteuer (für kleine Leute und kleine Zinseinkünfte)
Kirchensteuer (Sie sind ein Relikt aus Feudalzeiten, als Staat und Kirche noch "eins" waren, sollte durch Mitgliedsbeiträger der jeweiligen Religionsgemeinschaften abgelöst werden. Es ist nicht angenehm zu wissen, dass der Arbeitgeber so immer auch sehen kann, wie "fromm" seine Mitarbeiter sind.)
Lohnsteuer
Mehrwertsteuer
Umsatzsteuer
Schlupflöcher in den Steuergesetzen
Spekulationssteuer
Vergnügungssteuer, Vergnügungssteuersatzung
Superkalifragilisexpli-alegorisch Wer kennt dieses Lied nicht aus dem Film "Marry Poppins" - ggf. in der Version von Superkalifragilistikexpialigetisch (siehe z. B. https://www.youtube.com/watch?v=iqAYcmnddsw, Stand 27.01.2016, ein Ausschnitt aus dem Film und der ganze Text des Liedes darunter) ?
Die Version von Cris Howland  (links) entspricht offenbar dem englischen Originaltext besser. Der deutsche Text ist hier auch noch viel schöner als in dem Film:
"Dieses Wort sagt gar nichts weiter, doch es klingt sehr logisch. Wenn ich mal nicht weiter weiß,
dann sag ich kategorisch:
Superkalifragilisexplialegorisch!"

Auch das ist möglich: "Wörter" (besser Buchstaben-Aneinander-Reihungen) zu erfinden, die absolut keinen Sinn haben.
Und in diesem Fall  - mit Nennung dieses "Wortes" - kann man so schön schlau tun, wie es in dem Film parodiert wird, dass sogar Könige einen empfangen und man für einen superschlauen Menschen gehalten wird.
Ein Phänomen übrigens, dass man bei den Worthülsen-Quatschern (die zwar Wörter verwenden, die es gibt, die aber deren Bedeutung gar nicht kennen) bis heute beobachten kann.
System Wie immer sammle ich auch hier vorerst einzelne Wörter, Begriffe, Wortgruppen rund um das Basiswort "System":

systematisch, systemisch, systemübergreifend
Anrufbus-System
Betriebssystem
Bezahlsystem (z. B. "Handy, kash")
Bezugssystem
Bibliothekssystem
Farbsysteme
Guthabensystem
Hochtemperatursysteme
Immunsystem
Informationssystem
Koordinatensystem
Laborsystem (Gegenstück zum Schwerpunktsystem, beides sind 
                      Bezugssysteme)

Milchstraßensystem
Mensch im System, System Mensch
Menschenschinderei mit System (Zitat von G. Wallraff)
offenes System (z. B.: "Humanismus als offenes System")
Parteiensystem
Periodensystem der Elemente (PSE)
Planetenwirbelsystem
Schwerpunktsystem
Sonnensystem
System: Teil und Ganzes
System und Prozess (Ding und Beziehung, Welle oder Teilchen)
Systembegriff
Systembildung
Systemdenken
Systemeigenschaften
Systemereignis (z. B. "Reformation als Systemereignis")
Systemfehler
Systemgrenze
Systemhaus
Systemlösungen
Systemsteuerung
Systemtheorie (z. B. "systemtheoretische Herausforderung")
Systemverweigerer
Systemwechsel
System Heiterkeit
System des Kapitalismus
System Kosmos - der Kosmos als System betrachtet
Teilchensysteme
Wertesysteme
Wortauskunftssystem zur deutschen Sprache (DWDS)
Zettelkastensystem (Spezialist hierfür: Gottfried Wilhelm Leibnitz)
Zinssystem

Wörter, die zu einem System gehören, ohne das Wort "System" zu enthalten,:
Beziehungen, Ganzheit, Einheit
gemeinsam, miteinander,
Zusammenhalt
Netzwerkbildung

weitere Beispiele für Systeme
Internet, Nation, Staat, Familie, Religion, Weltanschauung, Stadt, Fluss, Gesellschaft - das sind alles "Systeme". Jede Gruppen ist eines.
Den Wald als System zu erkennen ("Der sieht ja den Wald vor lauter Bäumen nicht." meint: Der sieht zwar die einzelnen Teile, kann deren Zusammenspiel jedoch nicht erkennen),  bedeutet auch, ihn als Ganzes zu behandeln, nicht nur als Lieferanten für Holz, Fleisch oder Pilze.
Das Leben selbst auf der Erde muss als Gesamtsystem gesehen werden. (Das brennend aktuelle Beispiel des Bienensterbens und seiner Folgen zeigt das sehr gut.)
Dann ist es nur noch ein Schritt bis zu dem Punkt, an dem man die Erde selbst als Gesamtsystem sehen kann: Leben und Lebensbedingungen, Wasserqualität und Klimaentwicklung, Erdbeben, Vulkanausbrüche und deren Einfluss auf das Leben - und (neuer Aspekt) die Überlegungen, ob es innerhalb der Erdgeschichte inzwischen das Zeitalter des "Anthropozän" gibt, ein Zeitalter also, das dadurch gekennzeichnet ist, dass der Einfluss des Menschen auf die gesamte Erde sichtbare Spuren und Veränderungen bewirkt.
Manchmal werden solche Gesamtheiten oder Systeme von Menschen personifiziert und  erhalten einen Namen: "Gaya" oder "Mutter Erde" z. B..
Auch die Idee der "Seele" ist letztlich nur ein anderer Ausdruck für die Komplexität eines Systems und für dessen "Informationsgehalt".

Gedanken und Zitate  rund ums System
Es gibt den bekannten Spruch, der auf Theodor W. Adorno zurückgeht:
"Es gibt kein richtiges Leben im falschen  (Leben, System)."
Dieser Satz ist beklemmend, kann man sich doch meist das System, in dem man lebt, nicht aussuchen. Auch die Einflussnahme-Möglichkeiten des Einzelnen auf ein solches System sind i. a. sehr beschränkt.
Glücklicherweise gibt es auch eine Version "andersherum":
dass es auch im "falschen System bzw. Leben" ein "richtiges" bzw. "gutes" Leben geben kann.
Oder anders gesagt: das "falsche System" muss nicht zerstört werden, es kann auch an jedem Ort ein bisschen "richtiger" gemacht werden, indem man einfach "gutes (richtig gutes) Leben" praktiziert.
"Es gibt viel richtiges Leben im falschen (System)."
begonnen 09.05.2017
(nur Wörter, die bereits in meinem Computer erfasst sind)

Seitenversion: erg. 31.05.2021
URL: www.brunhild-krueger.de/spr/spr1-wortsammlung/spr1s-u/spr1_s.html

Hierher verlinkt von
- WORTSAMMLUNG VON A BIS Z, L - Lage;
- WORTSAMMLUNG VON A BIS Z, E - Einkommenssituation