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SPRACHLIEBE - MIT LUST UND LIEBE SPRECHEN

WORTSAMMLUNG VON A BIS Z  - MILITÄR


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Neue Einträge im Jahr 2022

Die "Frontlinie"

Es gibt Grenzen zwischen Staaten, und es gibt den Grenzschutz.
Oft gibt es zwischen verschiedenen Staaten schon "offene Grenzen".

Anders als diese Staatsgrenzen sind "Frontlinien" Grenzlinien zwischen Armeen, die nur im Krieg existieren.

Diese "Frontlinien" liegen zuerst innerhalb eines überfallenen Staates oder dann bei den Siegen über die Angreifer auch mal auf deren Gebieten.
Wenn dann, wie im 2. Weltkrieg, die Frontlinie immer weiter auf die Hauptstadt - Berlin - zurückt, kann der alte Staat nur noch "kapitulieren". Das "Hinterland" für die Fortsetzung des Krieges fehlt ihm dann.

Manchmal spricht man auch im zivilen Bereich von "verhärteten Fronten", die keine Einigung der Konfliktparteien erkennen lassen. Vielleicht hat der eine oder andere Journalist dabei auch schon mal das Wort "Frontlinie" verwendet. Das ist mir nicht aufgefallen, bisher.

Nun aber, im Februar 2022 taucht das Wort mitten im (noch) Frieden auf:
Unsere Außenministerin, Annalena Baerbock, hat eine solche "Frontlinie" besucht.
Alle Medien, die ich zu diesem Bericht gelesen habe, verwendeten diese Kriegsrhetorik.
Die FAZ schreibt auf ihrer Website mit Datum 08.02.2022 AN DER FRONTLINIE
Baerbock erlebt keinen Paulus-Moment
Der Seitentitel - fürs Speichern - ist übrigens Außenministerin Baerbock an Konfliktlinie in Ostukraine Im Textteil, in dem es dann z. B. um die Absichten unserer Außenministerin geht, gibt es noch die "erstarrte Frontlinie":"... sie wolle die erstarrte Frontlinie des Konflikts in der Ost-Ukraine selbst in Augenschein nehmen."Auch eine "Kontaktllinie" wird im Text angeboten und eine "Kriegsgrenze".

Es steht zu befürchten, dass sich der Konflikt - der offiziell zwischen der Ukraine und Russland - in Wirklichkeit aber in ganz anderer Dimension tobt - auf die militärische Ebene zu verschieben droht.

Das Wort "Frontlinie" wird nur  der Anfang sein, den drohenden Krieg geistig, ideologisch vorzubereiten. Die Öffentlichkeit wird eingestimmt.
Irgendwann wird dann vermutlich "zurückgeschossen" werden.
Im Krieg stirbt zuerst die Wahrheit.
Offenbar "schießen sich die Journalisten gerade ein" auf das Kommende, auf Kommando.
Das Wort ist in der Welt. Kann man noch hoffen, dass bald wieder verbal abgerüstet wird? Oder wird es sich vermehren wir ein Virus?


Die alten Einträge bis 2021


Auf dieser Seite werden
• in einem ersten Teil Worte rund um Militär, Armee und Krieg, um Auseinandersetzungen mit Waffengewalt und sogenannte "militärische Einsätze" bzw. "Missionen" gesammelt.
•In einem zweiten Teil werden dann einzelne Worte kommentiert.

Mit Beginn des Jahres 2021 werden neue Wörter vorerst in einer separaten  Übersicht gesammelt, ehe eine völlige Neustrukturierung dieser Seite erfolgen wird. Die Sammlung hat sich inzwischen in erschreckender Weise aufgebläht.

Es war überraschend für mich festzustellen, an wie vielen Stellen in dieser Website ich das Wort "Krieg" verwendet habe. Am 05.11.2017 waren es mehr als 70 Fundstellen, Ende 2020 bereits mehr als 500.

Einzelne Worte innerhalb dieser WORTSAMMLUNG VON A BIS Z, die Begriffe aus dem Krieg und dem Militär in unsere Alltagssprache übernommen haben, sind auch auf anderen Seiten dieser WORTSAMMLUNG VON A BIS ZU zu finden, dort sind sie mit "krieger-deutsch" etikettiert. Viele Menschen, die diese Worte verwenden, sind sich dessen gar nicht bewusst, dass sie Wörter aus der "Kriegssprache" im übertragenen Sinne verwenden. Ich erinnere an "Bombenwetter", "Befreiungsschlag" oder "Entwarnung geben". Diese Wörter habe ich auch hier auf diese Seite übernommen, da die Grenzen zwischen "echter" Kriegssprache bzw. "echtem" militärischen Vokabular und der Verwendung im zivilen Alltagsdeusche  oft schwer zu  ziehen ist.

Mit dem 31.12.2019 habe ich mich entschieden, auch Wörter und Zusammenhänge rund um das Töten allgemein aufzunehmen. Neu sind die Texte über "Die Lust zu töten" und  "Die Blutrache"

Neu zum 22.02.2019 ist, dass auch Worte hier Platz finden, die mit dem Kampf für Frieden, gegen Krieg zusammenhängen. Wenn die Menschen, die sich gegen Krieg, Waffenexporte usw. engagieren, mit Hilfe einer ideologisierten Sprache diffamiert werden sollen, werde ich hier entsprechende Beispiele zusammentragen. Ich beginne mit "militanter Pazifismus".


Die Übersicht dieser Seite:


Erweiterung der Wortsammlung im Jahr 2021

Erste Wortsammlung kriegstypischer Begriffe und Wortgruppen (bis 31.12.2020)
     • Typische Wörter im Zusammenhang mit Krieg und Armee
     • "Kriegstypische" Begriffe aus der Kriegs-Geschichte
     • Namen für bestimmte Kriege
     • Waffen, Waffentechnik, Kriegsmaschinerie (neu 31.12.2020)
     • "moderne" Begriffe rund um das Phänomen Krieg
     • Kriegs-Rhetorik, ideologische Kriegsführung, der "Krieger"
        als Archetyp

     • "Lasst die Waffen sprechen" - Wörter rund um "Waffen",
        "Waffentechnik" usw.

     • Wilhelm Busch "Der Fuchs und der Igel" (über einen
        "bewaffneten Friedenshelden")

     • Re-Zivilisierung militärischer Gebiete
     • Sorge um das Seelenheil kriegstraumatisierter Menschen (Soldaten)
     • In Wittenberg als ehemaligem Truppenstandort erinnern
        noch viele Namen an diese Zei
t
     • Kriegerische Begriffe, die sich einen Platz in der zivilen
        Alltagssprache
"erobert" haben
     • Antworten auf Kriegstreiber und ihre Machenschaften
     • Protzen mit Kriegsbeteiligung, Verherrlichung von Krieg und Militär
         (neu 31.12.2019)

Kommentare zu einzelnen Wörtern und Zitaten
      • Zur militärischen bzw. kriegerischen Sprache, allgemeine Notizen
      • Der militante Pazifist, militanter Pazifismus
        (mit ausführlicher Begriffserklärung für "militant" u. a.)
      • Die Lust zu töten (neu 31.12.2019)
      • Die Blutrache - aus Rache töten (neu 31.12.2019)



Erweiterung der Wortsammlung im Jahr 2021


"Nukleare Teilhabe" und "Nuklearwaffen"

Weiter unten auf dieser Seite gibt es eine Sammlung "»moderne« Begriffe rund um das Phänomen Krieg". Dort tauchen auch diese Wörter auf:
Atomkrieg, Atomwaffen, Atombombe, Neutronenbombe, Kernwaffen,
Kernwaffensperrvertrag.
Wie ich merke, bin ich, was die "Modernität" betrifft, nicht mehr auf dem Laufenden.
"Raider heißt jetzt Twix" - diese Reklameformel dürfte vielen noch in den Ohren hallen.
Solche Tricks haben jetzt auch die Militärstrategen und deren PR-Berater auf Lager:
"Atomwaffen" heißen jetzt auch nicht mehr verbrämend "Kernwaffen". Das war gestern.
Heute sind "Nuklearwaffen" angesagt  - das meine ich nicht nur in sprachlicher Hinsicht. Das meine ich auch bezüglich der Realpolitik:
Die CDU bietet direkt von ihrer Startseite aus diese Seite an:
"cdu.de/artikel/cdu-bekennt-sich-zur-nuklearen-teilhabe" (Einblick am 01.11.2021),auf der man eingangs lesen kann: „Die nukleare Teilhabe ist ein Konzept innerhalb der Abschreckungspolitik der NATO, das Mitgliedstaaten ohne eigene Nuklearwaffen in die Zielplanung und in den Einsatz der Waffen durch die NATO einbezieht. …“ Weiter im Text gibt es dann u. a. noch den "nuklearen Schutzschirm der USA" und die Frage "Warum wäre es gefährlich, wenn Deutschland aus der nuklearen Teilhabe ausstiege?"
Wer mag, schaue jetzt einmal noch unter dem Wort "schummeln" hier in der "WORTSAMMLUNG S" nach - das ist der Abschnitt, in dem Kindern in der MZ erklärt wird: "Länder schummeln beim Waffenabbau"

›Kulturkrieg‹

Ja, und leider war inzwischen - wohl zur Steigerung des Wortes ›Kulturkampf‹ - das Wort ›Kulturkrieg‹ irgendwo aufgetaucht.

Beide Wörter gehören NICHT  zum Oberbegriff "KULTUR". In der entsprechenden WORTSAMMLUNG KULTUR hatte ich im Abschnitt "Leitkultur" vor langer Zeit ›Kulturkrieg‹ als formal mögliches Wort erwähnt, das hoffentlich nicht existiert, nie existieren wird.
Krieg hat nichts, aber auch gar nichts mit Kultur zu tun!
Krieg ist die Zerstörung jeder Kultur, der materiellen und der geistigen, vor allem ist er die Zerstörung bzw. die Verhinderung kulturvoller Beziehungen zwischen den Menschen.


"Bomber der Nation" - "der allergrößte Stürmer"

Das war der Spitzname des Fußballers Gerd Müller, der Mitte August verstorben ist. "Gerd Müller war der allergrößte Stürmer, den wir in Deutschland hatten." zitiert die FAZ (Newsletter vom 16.08.2021) Joachim Löw (ehemaliger Bundestrainer).
Besser kann man nicht versinnbildlichen, dass Fußball nur eine Art "Ersatzkrieg" bzw. "Kriegsersatz" ist.


Biowaffenforschungslabor

(gefunden im Newsletter der FAZ "Frühdenker - Der Newsletter für Deutschland" vom 21.07.2021) 2. Streit um  Corona-Ursachenforschung
China verweigert weitere Untersuchungen in Wuhan. Vielmehr soll ein Biowaffenforschungslabor in Amerika inspiziert werden.
Das dürfte das Entsetzlichste an der Corona-Pandemie gewesen sein - dass die Öffentlichkeit erfahren hat, mit welchen Absichten Virenforschung betrieben wird:
um Viren aggressiver, gefährlicher und ansteckender zu machen.
Sind Biowaffen nicht generell verboten?


Weitere einzelne Wörter


Heckenschütze - ein Wort, das inzwischen auch Eingang in den zivilen Bereich gefunden hat.

Militärinterventionalismus - auch als "Regime-Change durch Krieg" bekannt, ist inzwischen in Afghanistan kläglich gescheitert:
Man kann Demokratie nicht exportieren, schon gar nicht mit Waffengewalt.

Nebelkerze (Rauchgranate) - bedeutet eigentlich im Militärischen das Erzeugen von Rauch zur Tarnung. Das Wort hat im übetragenen Sinne Eingang in die Umgangssprache gefunden. Dann bedeutet "Nebelkerze" in etwa "Ablenkungsmanöver".




Erste Wortsammlung kriegstypischer Begriffe und Wortgruppen


Typische Wörter im Zusammenhang mit Krieg und Armee

kriegerisch, kriegen, sich bekriegen, Krieg führen,
Kriegsbegeisterung
Kriegsberichterstattung
Kriegsgegner (heute auch in der Version "ehemalige" bzw. "früherer" Kriegsgegner)
Kriegsgebiete
Kriegsgefangene
Kriegsgräber und Kriegsgräberfürsorge
Kriegsheld
Kriegsländer
Kriegsopfer, Kriegsopferfürsorge
Kriegsschäden
Kriegsspiele
Kriegsveteran, gern auch "heroischer Kriegsveteran"
Soldaten, Offiziere, Feldwebel, Leutnant, Hauptmann, Major, General, Oberst
Deserteur, Überläufer, Vaterlandsverräter, Kriegsdienstverweigerer

Elitetruppe

Kindersoldaten

Zapfenstreich
Großer Zapfenstreich (höchstes militärisches Zeremoniell der Bundeswehr zur Verabschiedung von Bundespräsidenten, Kanzler und Verteidigungsminister)

Krieg und Frieden
Kriegshäuptling und Friedenshäuptling,
Kriegszeit, Nachkriegszeit und Friedenszeit
Den Frieden als "Zeit zwischen Kriegen" zu sehen, z. B. "Zwischenkriegszeit", macht den Frieden zum Ausnahmezustand, den Krieg zum "Normalzustand".

Armee, Armeen
Bundeswehr
Nationale Volksarmee (der DDR)
Rote Armee

Heer

Marine
Kriegsflotte
Flugzeugträger

"Kriegstypische" Begriffe aus der Kriegs-Geschichte

Kriegerfamilie
Krieger- bzw. Soldatengräber
kriegseingezogene Väter
Kriegsgeheul, Kriegsgeschrei
Kriegsheld
Kriegshinterbliebene
Kriegsunterstützung (Kriegsunterstützung beziehende Familien)

Kriegsverluste (besonders im Bereich der Kunst so genannt)
Kriegsversehrter
Kriegsunterstützung
Kriegswirren (chaotische Zustände)

Angriffskriege, Eroberungskriege und Verteidigungskriege
der "moderne Krieg", der "kalte Krieg"

Heimatfront (siehe auch in "Kriegerische Begriffe, die sich einen Platz in der zivilen Alltagssprache »erobert« haben)

Namen für bestimmte Kriege oder Schlachten

1. und 2. Weltkrieg
30-jähriger Krieg
Bauernkriege
Bürgerkrieg,  Bürgerkriegsland (damit im Zusammenhang: Bürgerkriegsflüchtlinge, z. B. syrische Bürgerkriegsflüchtlinge, u. a. in der MZ vom 31.07.2019, S. 4)
Geschlechterkrieg
Glaubenskriege
"Heilige Kriege"
Irakkrieg
Koalitionskriege (Wiener Kongress)
Religionskriege
Russlandfeldzug
Scheidungskrieg
Schlacht bei Waterloo, Verdun, ....
Schlacht am Little Bighorn (General Custer im Auftrag der US-Regierung gegen die Indianer, dargestellt z. B. in dem Film mit Dustin Hoffman "Little Big Man")
Stellvertreterkrieg
der "totale Krieg"
Trojanischer Krieg
Wirtschaftskriege
Vietnamkrieg

Siehe auch weitere Gliederungspunkt und vor allem in
                     Kriegerische Begriffe, die sich einen Platz in der zivilen Alltagssprache
                   "erobert" haben 

Waffen, Waffentechnik, Kriegsmaschinerie

Kampfdrohnen
Killerdrohnen
Killer-Roboter (automatische Waffen)
Panzer
Schützenpanzerwagen
Aufklärungsflugzeug
Bombenflugzeug
Raketen und Raketenabwehrsysteme
Bomben (Sprengbomben, Atombomben, Neutronenbomben)
Granaten, Handgranaten
Maschinenpistole, Maschinengewehr

Was sind Defensivwaffen?
Ich nehme an, man will damit von "Offensivwaffen" oder "Angriffswaffen" unterscheiden, also den "defensiven" bzw. Verteidigungscharakter bei ihrer Anwendung betonen.
Das dürfte schon bei einem Küchenmesser schwierig sein, ist dieses eigentlich im zivilen Bereich genutzte Gerät doch in bestimmten Situationen sowohl als Angriffs- wie auch als Verteidigungswaffe nutzbar.
Sprachliche Rumeierei gerade zu dieser Frage ist jetzt - im Mai 2021- , als der Vorsitzende der "Grünen", Rober Habeck, sich dafür aussprach, der Ukraine "Defensivwaffen" zu liefern, besonders interessant.
Er betonte das Recht der Ukraine auf "Selbstverteidigung".

Manche ziehen es offenbar vor, selbst diesen Begriff der "Defensivwaffen" zu vermeiden, und sprechen - wohl bereits ziemlich euphemistisch (beschönigend) - lieber von "defensiven Systemen".
Schön an der Sache ist, dass das Wort "Waffen" in der Öffentlichkeit offenbar ziemlich in Misskredit geraten ist.

Wo hört die Notwehr auf und wo fängt die "offensive Selbstverteidigung", die "präventive Selbstverteidigung" an?
Diese Frage möchte ich  - frei nach dem bekannten Motto -
                  "Angriff ist die beste Verteidigung"
in den Raum stellen.
Das wäre dann sozusagen der Missbrauch von Defensivwaffen für offensive Aktionen.
Man kann es drehen und wenden wie man will: es gibt nur eine Möglichkeit, so etwas zu vermeiden:
"Schwerter zu Pflugscharen" - und zwar schnellstens und weltweit.

"moderne" Begriffe rund um das Phänomen Krieg:

Aggressor, Feind, Gegner

Kriegsgegner (in doppelter Bedeutung des Wortes: der Feind und der Mensch, der gegen Kriege ist und dafür kämpft, dass es keine Kriege mehr gibt)
Oft muss sich der Gegner von Kriegen in der Öffentlichkeit als Pazifist beschimpfen lassen. Da ist doch die Frage erlaubt, welche Geisteshaltung Menschen haben, die Pazifisten für gefährlich halten. Das können dann eigentlich nur "Kriegsliebhaber" bzw. "Kriegsbefürworter" oder - auch dieses Wort gibt es - "Kriegsgewinnler"sein, oder?

Kriegsgewinnler (Menschen, die einen direkten ökonomischen bzw. finanziellen Vorteil bzw. Gewinn aus Kriegen ziehen, z. B. durch den Verkauf von Waffen)
Das meint noch nicht die, die ihre Interessen - z. B. an Territorien, Rohstoffen, Absatzmärkten, strategisch wichtigen Regionen - mit Hilfe militärischer Aktionen durchsetzen. Ich erinnere in diesem Zusammenhang an die Aussage, Deutschland müsse am Hindukusch verteidigt werden.

Kriegsflüchtlinge
Kriegsdienstverweigerer und Pazifisten bzw. Pazifismus
Kriegsgeilheit
Kriegsschauplatz (als ob Krieg eine Theateraufführung wäre)
Kriegstreiber, Kriegstreiberei
Kriegswaffenkontrollgesetz
Es gibt  die "Kriegsspiele" und "das Kriegspielen".
Manch einer schwärmt geradezu von der gemeinschaftsstifenden Wirkung der Kriegsspiele in der Bundeswehr.
Kriegsverbrechen, Kriegsrecht
Rüstungswettlauf

Söldner, Söldnerheer (berüchtigt: die französische Fremdenlegion) - sozusagen Privatarmeen, die entweder dem Staat das Macht- und Gewaltmonopol entreißen / wegnehmen oder in derem Auftrag die ganz schmutzigen Kriege führen

Partisanen sind Menschen, die ihr Land gegen einen Angriff von außen verteidigen, ohne einer klassischen militärischen Organisation anzugehören. Dementsprechend sind sie nach internationalem Kriegsrecht verboten.

deutsche Rüstungsindustrie, Waffenindustrie
Aufrüstung, Abrüstung,
Atomkrieg, Atomwaffen, Atombombe,
Neutronenbombe Kernwaffen,
Kernwaffensperrvertrag
Rüstungsexport, Waffenexport
Rüstungsgüter
NATO

Kriegs-Rhetorik, ideologische Kriegsführung, der "Krieger" als Archetyp

"Säbelrasseln" als Bezeichnung für ideologische Aufrüstung, Kriegsgeschrei, Verbalschlachten (wie z. B. bisher die zwischen Donald Trump, USA, und Kim Jong Un, Nordkorea) ist ein immer noch zeitgemäßer Begriff.

Propagandakriege toben rund um den Globus. Fake News werden aus allen Rohren geschossen, um einen Vorwand zu finden, eigene Interessen in fremden Regionen durchsetzen zu können. Niemand weiß mehr, welcher Nachricht er noch glauben darf.

Ein beliebtes ideologisches Schlagwort ist "militant" - von den "militanten Tierschützern" bis zum "militanten Pazifismus" (s. u. - zu einzelnen Wörtern und Zitaten) gibt es da sicher ein breites Spektrum von Einsatzmöglichkeiten

Der "Krieger" findet seine höhere Weihe im "Gotteskrieger" als Kämpfer für die gerechteste Sache. Der Gottesbezug soll die eigenen Interessen als die "gerechten", die "guten" hinstellen.

Lange gab es den Wehrdienst ohne Ausnahme, bis schließlich der Zivildienst als Ersatzleistung erfunden wurde. Ein junger Zivildienstleistender erzählte mir vor Jahren, dass sie eine Schulung gehabt haben, in der ihnen auch etwas über den "Archetyp des Kriegers" erzählt wurde. Vor allem malte man den jungen Männern die schrecklichen Folgen aus, die es haben würde, wenn sie diesen Archetypus in sich unterdrücken würden.
Da lob ich mir doch die Idee, Soldaten in der Ausbildung parallel in Kindereinrichtungen und Tierheimen arbeiten zu lassen. Denn auch die Unterdrückung ihrer "mütterlichen Seite" (bzw. "väterlichen Seite") kann bei ihnen sicher noch viel schlimmere Folgen haben.

Ein im ideologischen Bereich besonders hinterhältiges Wort ist "militant". Dazu gibt es weiter unten einen ausführlicheren Text: "militanter Pazifismus"


"Lasst die Waffen sprechen" - Wörter rund um "Waffen", "Waffentechnik" usw.

Waffen, Waffenbrüder, Waffenstillstand, Waffenhandwerk, Waffenstillstandsabkommen,Waffenembargo, Waffennarr,  Waffentechnik, Kriegswaffen, Jagdwaffen, Sportwaffen, Waffenarsenal, bewaffnen, entwaffnen, ... - diese Wortsammlung wird leider noch viel länger werden.

Ein Waffennarr hat Unmengen Waffen und Munition gehortet; auch Donald Trump jr. ist ein solcher. Ein Waffennarr ist "vernarrt" in Waffen. Es ist weniger eine Leidenschaft und Liebhaberei als eine Sucht. Andere Süchte werden als krankhaft und gefährlich bekämpft, diese Sucht ist in Teilen der Welt hoch angesehen.

Waffen "sprechen" nicht nur, sie können auch "schweigen".
"Gewappnet sein", "Wappen" , "Wappenträger" - sicher besteht ein sprachlicher Zusammenhang zu "Waffen".

Waffen sind technische Geräte, die zur vorsätzlichen Vernichtung von Menschen- oder Tierleben bzw. zur Zerstörung von Gebäuden und Infrastruktur auf "feindlichem" Gelände erfunden und hergestellt wurden. Die einen sind die Kriegswaffen bzw. Militärtechnik, die anderen die Jagdwaffen. Inzwischen kann sich der Jagdtrieb und Mordinstrinkt im Sportschießen mittels Sportwaffen abreagieren.

In engem Zusammenhang mit Waffen stehen natürlich Wörter, die das Soldat-Sein
(das Soldat-Werden, das Soldat-Gewesen-Sein und das Alltagsleben der Soldaten) beschreiben:
Wehrpflicht

Truppenübungsplatz
Kaserne
Drill
Spind
Sold

Reservist, Reservistenübung

Wilhelm Busch "Der Fuchs und der Igel"
(über einen bewaffneten Friedenshelden")

In der Fabel "Der Fuchs und der Igel" von Wilhelm Busch heißt es über den Igel:
"bewaffnet, doch als Friedensheld"
und soll die Notwendigkeit der Waffen für den Verteidigungsfall betonen.
Hier der ganze Text
(am 18.03.2018 entnommen aus www.wilhelm-busch.de/zitat/bewaffneter-friede/ »externer Link«)

Ganz unverhofft auf einem Hügel
sind sich begegnet Fuchs und Igel.
Halt! rief der Fuchs, du Bösewicht!
Kennst du des Königs Order nicht!
Ist nicht der Friede längst verkündigt,
Und weißt du nicht, daß jeder sündigt,
der immer noch gerüstet geht!
Im Namen seiner Majestät,
komm her und übergib dein Fell!

Der Igel sprach: Nur nicht so schnell,
nur nicht so schnell!
Laß dir erst deine Zähne brechen,
dann wollen wir uns weitersprechen.
Und also bald macht er sich rund,
zeigt seinen dichten Stachelbund
und trotzt getrost der ganzen Welt,
bewaffnet, doch als Friedensheld.

Leider weiß man heute nicht immer, wer in diesem Fall "Fuchs" und wer "Igel" ist.


Re-Zivilisierung militärischer Gebiete

Es gibt bereits einige wieder re-naturierte bzw. re-zivilisierte Bereiche, in denen es früher solche Übungen, Munitionslager, Kasernen usw. gegeben hat.
Viele davon sind noch immer gefährlich:
Munitionsverdachts-Flächen (auf ehemaligem militärischem Gebiet)


Sorge um das Seelenheil kriegstraumatisierter Menschen (Soldaten)

Diese Sorge wird berufsmäßig, professionell betrieben. Neben diversen Psychologen und Psychiatern gibt es auch die Militärseelsorger und Militärpfarrer.
Das sind Menschen, die Soldaten trösten müssen, die mit dem, was sie getan und gesehen haben, nicht klar kommen. Können sie den Soldaten auch die Schuldgefühle nehmen? Da Krieg, Gewalt und Soldatsein im prinzipiellen Widerspruch zur Botschaft Jesu stehen, ist für mich der Militärseelsorger ein "Widerspruch in sich". Der "Militärpfarrer" erinnert mich immer daran, dass dieselben früher, wenn es in den Krieg ging, auf beiden Seiten die Waffen gesegnet haben: "Für Gott und Vaterland!"
Wer kümmert sich um die traumatisierten Opfer vor Ort, um die Kindersoldaten z. B. und um diejenigen, die schließlich in ihrer Not aus den Kriegsgebieten flüchten?
Es ist zwar verboten, zu sagen, Soldaten seien Mörder. Wahrscheinlich denkt kaum jemand darüber nach, dass sie "potentielle Mörder" sind: sie lernen in ihrem "Beruf", wie man andere Menschen töten kann, ohne selbst zu Schaden zu kommen. Sie haben "die Lizenz zum Töten":
Was wurde nicht alles versucht, das von Jesus bestärkte, schon im Alten Testament in den 10 Geboten von Mose geforderte Tötungsverbot zu relativieren, diverse Ausnahmen davon zuzulassen.
Jesus lehrte: "Wenn dich jemand auf deine rechte Backe schlägt, dem biete die andere auch dar." (Mt. 5,39) und "Liebt eure Feinde und bittet für die, die euch verfolgen." (Mt. 5,44)


In Wittenberg als ehemaligem Truppenstandort
erinnern noch viele Namen an diese Zeit

In Wittenberg erinnert der Name des am Marktplatz gelegenen Kaufhauses "Arsenal" an das früher dort befindliche Waffenlager. Auch das "Zeughaus" stammt aus dieser Zeit, als Wittenberg noch "Truppenstandort" war bzw. militärische Einrichtungen das Bild der Stadt prägten.
Straßennamen "An der Bastion", "An der Lünette" bzw. "Dobschützstraße", "Gustav-Adolf-Straße" erinnern ebenfalls an den Truppenstandort bzw. an die kriegerischen (militärischen) Auseinandersetzungen um die Festung Wittenberg.
Das preußische Adelsgeschlecht derer "von Dobschütz" hat in seiner langen Geschichte zahlreiche Offiziere hervorgebracht. Einer von ihnen, Leopold Wilhelm von Dobschütz (1763 - 1836)  ging sogar als "Befreier von Wittenberg" (gegen Napoleons Truppen im Jahr 1813 / 1814) in die Geschichte ein.
Eine "Tauentzien" bzw. "Graf von Tauentzien"-Kaserne gab es ebenfalls in Wittenberg, (der Herr war ebenfalls an der Eroberung Wittenbergs beteiligt). Truppen der "Sowjetarmee" ("Rote Armee") war jahrzehntelang in Wittenberg stationiert ...

Kriegerische Begriffe, die sich einen Platz in der zivilen Alltagssprache "erobert" haben


Ablenkungsmanöver
Angriff, in Angriff nehmen (wenn es um eine Aufgabe geht, die begonnen werden soll)
am Boden zerstört (jemand "ist am Boden zerstört")
aufrüsten, Aufrüstung (z. B. "demokratisch aufrüsten" - siehe auch WORTSAMMLUNG VON A BIS Z, Demokratie)
ausfechten von Streitigkeiten

Befreiungsschlag
Beschuss, unter Beschuss geraten

Bikini:
Im weitesten Sinne gehört auch der Name für den zweiteiligen Damenbadeanzug in diese Rubrik: Er erhielt diesen Namen nach dem "Bikini-Atoll", auf dem Atombomben getestet worden waren.  Die Umstände sprechen dafür, dass diese Namensgebung keine Mahnung an die Nachwelt sein sollte, vor den Gefahren der Atomwaffen zu warnen. Eher - so vermute ich - hatten die Modeschöpfer das Wort "Bi-" für "zwei" im Ohr und das Wort "Bikini" war in aller Munde. Es war vermutlich nur ein PR-Gag, eine Marketing-Strategie.

Bollwerk
Neben der Bezeichnung für typische Verteidigungsbauten bzw. Festungsbauten hat dieses Wort auch im friedlichen Bereich seinen Ursprung und seine heutige Verwendung.
Auf mich wirkt dieses Wort - auch in seiner "friedlichen" (nicht militärischen) Nutzung bedrohlich.
Das Wort hat es geschafft, nicht nur im wörtlichen, sondern auch im übertragenen Sinne verwendet zu werden. Ich will hier einige Beispiele nennen, in welchen Zusammenhängen ich auf dieses Wort aufmerksam wurde:
Im Rahmen der Jubiläumsfeiern des 500. Jahrestages der Reformation erfuhr man, wie viele Orte im heutigen Sachsen-Anhalt, neben Wittenberg, Einfluss auf die Reformation genommen hatten. Die Stadt Magdeburg wurde in diesem Zusammenhang ausdrücklich als "Bollwerk der Reformation" bezeichnet. Später war es dann die "Lutherische Orthodoxie", die ein "konservatives Bollwerk gegen Rationalismus und Liberalismus" bildete.
Herr Seehofer benutzte es sogar eher als Kampf- denn als Verteidigungsbegriff, als er auf dem Parteitag der CSU im Jahr 2016 davon sprach, dass die CSU "ein Bollwerk gegen die Linksfront" sein müsse.

Doch schon bevor ich diese drei Beispiele fand, war ich auf eine andere, mich sehr erschreckende Verwendung gestoßen - da war von einem "Bollwerk des Friedens" die Rede. Die Terminologie erinnerte schwach an die Wortwahl der SED.


Bombenwetter, bombensicher, bombig ("Das hat bombig geklappt.")

Duell (z. B. TV-Duell)

Einsatz, im Einsatz sein,
Elitetruppen
Entwarnung geben
erobern
("Erobert eine Frau Brüssel?" fragt z. B. die MZ vom 03.07.2019 auf S. 5 in einer fetten Überschrift)

Flagge zeigen
Front, frontal
(von der Gewitterfront bis zum Frontalunterricht)
Frontalangriff (z. B. war ein Artikel in spektrum.de vom 07.04.2015 überschrieben mit "Frontalangriff auf die wissenschaftliche Methode")
Front auch in Zusammensetzungen wie  z. B. die "Linksfront" (siehe oben unter "Bollwerk")
"an vorderster Front" (stehen, etwas tun, sich einsetzen)

Gegner (z. B. im Sport, im Rechtsstreit)
Geschütz: schweres Geschütz auffahren

Heimatfront
Dass dieses Wort auch in die zivile Sprache eingedrungen ist, wurde mir erst im Oktober 2020 bewusst. Die Wikipedia (gesichtet 14.10.2020) schreibt hierzu:"Durch die herausragende Verwendung in der NS-Propaganda wird as Wort »Heimatfront« fälschlicherweise zur Sprache des Nationalsozialismus gezählt und ist negativ belegt, ist im Grunde aber nicht NS-genuin." Erste Verwendung dieses Wortes ist aus der Zeit der Französischen Revolution (1789-1799) belegt, es bezeichnet (dito aus der Wikipedia):"die Einbeziehung der Zivilbevölkerung in Kriegshandlungen, auch wenn die eigentliche Front außerhalb der Lebensräume der Bevölkerung liegt." Ein Kriminalfilm der ARD aus der Reihe "Tatort" aus dem Jahr 2011 trug den Titel "Heimatfront".
Mehrere Medien haben den Ausdruck "Heimatfront" in verschiedenen Zusammenhängen verwendet, z. B. titelte FOCUSQuelle einen Beitrag über den Einsatz deutscher Soldaten in Afghanistan: "Die Heimatfront wankt"(In der Online-Quelle ist nicht genau ersichtlich, ob der Beitrag aus dem Magazin 22 (2007) ist. Die Online-Version ist vom 13.11.2013)
Die "Volksstimme" Quelle schrieb am 21.07.2016 einen Artikel über das schlechte Image der Bundeswehr im eigenen Lande unter der Überschrift "Bundeswehr kämpft an der Heimatfront"

Himmelfahrtskommando

Kampf, Kampfkandidatur, "in den Wahlkampf ziehen"
mobil machen, Mobilmachung

Krieg:
(siehe auch oben - Begriffe rund um "Krieg")
Papierkrieg - scherzhaft für Büroarbeit
Geschlechterkrieg - vielleicht die abartigste Form von Kriegen, die je erfunden wurde
Scheidungskrieg - wenn Menschen nicht in der Lage sind, sich friedlich zu trennen


nachrüsten, Nachrüstung - siehe z. B. die Autoindustrie, die ihre Autos "nachrüsten" müssen wegen des Abgasskandals

Offensive, in die Offensive gehen
offensiv umgehen mit ..., z. B. auch eine "Qualifizierungsoffensive" der Bundesregierung
"Nahles sucht nach Absturz die Offensive" - nach der erneuten "Niederlage" der SPD bei der Hessenwahl 2018 (MZ 29.10.2018, S. 4)
Eine "Charmoffensive" hatte Frau von der Leyen vor ihrer Wahl zur EU-Ratspräsidentin im Europa-Parlament gestartet (MZ17.07.2019, S. 5), als in dieser Zeit noch amtierende Verteidigungsministerin.

Pioniere - im Krieg diejenigen Truppenteile, die einen Weg für die restlichen Truppen aufbauen, z. B. Ersatzbrücken.
In der DDR gab es die Kinderorganisation "Junge Pioniere", in der die Kinder sozusagen zu den "Wegbereitern des Sozialismus" erzogen werden sollten.
Ein Buch in meinem Besitz trägt den  Titel "Pioniere des Atomzeitalters".

Posten - im militärischen Bereich "Posten stehen", "auf Vorposten", zivil im Sinne "sich um den / einen Posten bewerben" im Sinne "um einen Arbeitsplatz in einem gehobenen  Bereich bewerben", z. B. in einem Vorstand, Aufsichtsrat, Direktorium
(Hier könnte die Herkunft auch umgekehrt sein: aus der zivilen Bedeutung in die militärische übernommen.)

Rekruten, rekrutieren, Rekrutierungspraxis :
Das Wort war längere Zeit üblich, wenn es um Arbeitkräfte ging, z. B. "neue Arbeitskräte rekrutieren"

Rückendeckung (geben oder darum bitten)

Scharfmacher, scharfmachen, scharfstellen

Schnellschüsse - "Maas gegen Schnellschüsse bei  Aufhebung von Reisewarnungen" (Laufzeile beim TV-Sender "Welt" - früher N24 - am 03.05.2020 gegen 17:30 Uhr)

schießen im weitesten Sinne:
ein Eigentor schießen - nicht nur auf dem Fußballplatz, sondern auch, wenn man etwas getan hat, das einem selbst Schaden eingebracht hat;
Schnellschüsse;
die Aufforderung "Schieß los!", wenn man jemanden zum Reden auffordern möchte;
Schießbuden auf dem Jahrmarkt inklusive der "Schießbudenfiguren"
"wie Pilze aus dem Boden schießen" meint diverse Dinge, wenn sie sich sehr schnell entwickeln;
nachschießen
Leider hat die Landesgartenschau von Sachsen-Anhalt im Jahr 2018 in Burg zu wenig Geld eingenommen, weniger als sie gekostet hat. 
"Durch fehlende Besucher muss die Stadt nun eine Million Euro nachschießen."
(schreibt die MZ vom 13.10.2018 auf der Seite 3 der Wochenendbeilage)
Was bedeutete eigentlich "nachschießen" im Original?

Schlacht
Das Wort kommt ja eigentlich von "schlachten" im Sinne von "Tiere töten zur Fleischgewinnung". Dann wurde wohl der Vergleich gezogen, dass Soldaten wie Tiere "abgeschlachtet" wurden.  Im Begriff von der "Schlacht bei Waterloo" war der Terminus "Schlacht" schon ein militärlisch geläufiger für einzelne (Tages-)Kämpfe.
Nun hat sich die Verwendung von "Schlacht", die Rückübertragung in den zivilen Bereich in übertragener Bedeutung eingespielt:
von der "Schlacht am kalten Buffett" (Lied von Udo Jürgens) und "Ernteschlacht" bis zur "Kissenschlacht" kann man eine Vielzahl von Beispielen aus dem zivilen Bereich finden.

Schützenhilfe leisten oder bekommen (z. B. vom Altkanzler G. Schröder)
Schusslinie (z. B. jemanden aus der Schusslinie nehmen)
Stellung, sich in  Stellung bringen

Stärke zeigen (von den Balzkämpfen bis zur Militärparade - und erst recht im zivilen Bereich)

Vergeltung (fordern), Vergeltungsschlag (modernerer Ausdruck für "Rache üben", "Auge um Auge - Zahn um Zahn", besonders beliebter Ausdruck in christlichen Kulturen)

verheerend (Herkunft: "Heer" - unvorstellbare Zerstörungen hinterlassend)

verteidigen:
Im Nachruf der MZ vom 27.08.2018 S. 4 auf den am 25.08. verstorbenen US-Senator John McCain (Republikaner, "heroischer Kriegsveteran", "Kriegsheld" - aus dem Vietnamkrieg) heißt es geradezu paradox:"Bis zuletzt hat er den Irakkrieg verteidigt." Immerhin war das ein Eroberungskrieg der USA, dessen Begründung auf nachgewiesenen Lügen beruhte.

Visier
etwas oder jemanden ins Visier nehmen, im Visier haben

Volltreffer

Vormarsch: "auf dem Vormarsch sein"
• für "steigern", "erhöhen", "vermehren"
- z. B. in Statistiken: "Bio-Produkte sind auf dem Vormarsch" - statt z. B. "Es werden immer mehr Bio-Produkte gekauft"
• für "sich ausbreiten" - z. B. "Biber sind auf dem Vormarsch"  (MZ 29.10.2018, S. 2)

Waffenstillstand


Antworten auf Kriegstreiber und ihre Machenschaften

Die Aktion "Schwerter zu Pflugscharen"
Mit der Aktion "Schwerter zu Pflugscharen" - damals in den 80er Jahren in der DDR - wurde darauf  verwiesen, dass Waffen zu Gebrauchsgegenständen umfunktioniert werden müssen. Die Aktion geht auf einen Spruch aus der Bibel zurück (Micha 4,3 - Das Kapitel 4 ist überschrieben "Das kommende Friedensreich Gottes" - das ausführliche Zitat ist zu finden unter SCHWERTER ZU PFLUGSCHARENin LUTHERSTÄDTISCHES » QUERDENKER).

Es gibt Friedensdemonstrationen, Demonstrationen gegen Aufrüstung, Proteste gegen Waffenexporte in Krisenländer, den "Anti-Kriegs-Tag" und den "Weltfriedenstag".


Protzen mit Kriegsbeteiligung, Verherrlichung von Krieg und Militär

(neu 31.12.2019)
Militärspektakel
Auslöser dieser neuen Rubrik war die Information, dass Großbritannien im Rahmen der Erinnerung an den D-Day vor 75 Jahren "das größte britische Militärspektakel der jüngeren Geschichte" im Ärmelkanal veranstalten werde. Das hätten - so schreibt die MZ vom 06.06.2019 in einem Kommentar auf S. 6 - die Briten Donald Trump versprochen.
Das Wort "Spektakel" ist in diesem Zusammenhang erschreckend, geradezu gruselig. Auf der einen Seite will man mahnen, erinnern, einen Beitrag leisten, dass es nie wieder zum Krieg kommt in Europa, auf der anderen Seiten protzt man mit Militärtechnik.
Ich weiß nicht, wie dieses Spektakel im einzelnen abgelaufen ist. Ich will es auch gar nicht wissen.
Eine große Anti-Kriegs-Demonstration auch der Regierenden wäre angemessen gewesen.


Kommentare zu einzelnen Wörtern und Zitaten


Zur militärischen bzw. Kriegssprache, allgemeine Notizen


Die "Kriegssprache" ist eine ganz eigene. Sie hat viele Spuren in der heutigen Alltagssprache hinterlassen.
Gern wird sie auch als "Kriegsrhetorik" bezeichnet. Mein "Lieblingsbeispiel" ist dieses:
"Ab morgen kriegen sie in die Fresse." sagte eine Politikerin nach der Bundestagswahl 2017, es war eine SPD-Politikerin, die sich auch gern der Kleinkindersprache bedient: ihr "Ätschi-Bätschi" schrieb ebenfalls Geschichte.

"Sich nicht unterkriegen lassen" klingt aufmunternd, enthält aber trotzdem "krieg".

"Krieg und Frieden"
In DIE BESTEN GEDANKEN gibt es mehrere Texte im Zusammenhang mit "Krieg und Frieden", z. B.
- das "Lied von der kleinen Friedenstaube" (in VOLKSLIEDER),
darin heißt es:
"dass nie wieder Krieg wir wollen,  Frieden wollen wir."


Der militante Pazifist, militanter Pazifismus

Tierschützer und Umweltschützer sind schon oft in den Medien als "militant" bezeichnet worden. Das passiert in einer so engen Kopplung der Wörter, dass man schließlich gar nicht mehr das eine ohne das andere denken kann:
"militante Tierschützer"  ist so markant und so weit verbreitet, dass man  "Tierschützer" automatisch mit "militant" in Verbindung bringt.  Dass es neben diesen Leuten, die als "militant" (als aggressiv, gewalttätig) bezeichnet werden, viel mehr "normale" Tierschützer gibt, die weder aggressiv noch gewalttätig sind, wird dabei leider oft übersehen. Ich erinnere an die vielen, vor allem ehrenamtlich Tätigen in den Tierheimen und Tierschutzvereinen. Sie haben schon sehr oft Tierleid lindern helfen können.

Was bedeutet nun das Wort "militant" im eigentlichen Sinne?
Das Wort ist so spannend, dass es sich lohnt, an dieser Stelle eine umfangreichere Wiedergabe der Erklärunge in verschiedenen Medien wiederzugeben.

Der neue Duden Quelle Du1 umschreibt es kurz und knapp mit "kämpferisch".
Das alte Fremdwörterbuch der Dudenredaktion Quelle Du5 ist etwas ausführlicher:
"mit kriegerischen Mitteln für eine Überzeugung kämpfend; streitbar"

In der Wikipedia heißt es unter "Militanz" (eingesehen am 27.08.2018): "Der Begriff Militanz bezeichnet eine kriegerische Haltung, ein aggressives Auftreten, eine physische Gewaltbereitschaft von Personen und Gruppen im Kampf für bzw. gegen politische oder religiöse Überzeugungen als auch eine aggressive, gewaltsame Vorgehensweise.
.... Militanz (stellt) zumeist eine programmatische und strukturelle Neigung zur Aggressivität im zivilen Bereich dar."

Das Wikiwörterbuch Wiktionary schreibt zu "militant" (Stand 27.08.2018):
"eine Ideologie, einen Gedanken aggresiv vertretend"

Typische Beispiele sind "militante Abtreibungsgegner", "militante Atomkraftgegner", "militanter Nichtraucher", "militante Christen bzw. Atheisten".
Auch die "Ecclesia militans"- die streitende Kirche - ist ein fester Begriff, der übrigens im Gegensatz zur "Ecclesia triumphans" steht.


Die Verbindung von "militant" und "Pazifismus" als "Widerspruch in sich"
Zum ersten Mal las ich diese Kombination der beiden Worte in der Form des "militanten Pazifismus" im August 2018 auf dieser Website: www.nordkirche-nach45.de »externer Link«

Unter 5. Haltung zu Krieg und Wiederaufrüstung kann man dieses Zitat finden:
"»Wir würden m. E. den Ernst der Auseinandersetzung verkennen, wenn wir hier nur einige Sumpfblasen des Generationskomplexes verbunden mit militantem Pazifismus sehen ... würden. Nein, hier ist reformatorischer Wille am Werk.«
Der Holsteiner Bischof Friedrich Hübner polemisierte in seinem Fastenbrief des Jahres 1967 gegen die Pastoren, die für eine Entfernung des Kriegerdenkmals in der Flensburger St. Marienkirche auftraten."
(www.nordkirche-nach45.de/haltung-zu-krieg-und-wiederaufruestung.html »externer Link«)

Wenn man davon ausgeht, dass Pazifismus (von lat pax "Frieden" und facere "machen, tun, handeln) die ethisch begründete Ablehnung von Krieg und Gewalt ist, kann man sich nicht vorstellen, dass jemand diese Ziele mit Gewalt, "militant" erreichen will bzw. kann.
In diesem Sinne handelt es sich beim Pazifismus auch um eine Art Notwehr gegen das, was in der Welt auch heute noch mit Waffengewalt angerichtet wird.
In der Geschichte, nach der Kriegsbegeisterung des 1. Weltkrieges  und dem Entsetzen danach über das, was in diesem  Krieg geschehen war, fand die Idee des Pazifismus in breiten Teilen der Bevölkerung zunehmend Gehör. Damals entstand wohl der Begriff des "militanten Pazifisten" in dem Sinne, dass man nicht nur für den Frieden sein kann, sondern auch energisch etwas dafür tun muss.
Nach dem 2. Weltkrieg hatte sich die Situation weiter verändert. Kriege schienen nun nicht mehr möglich, weil dabei die Ausrottung der Menschheit drohte. Gleichzeitig war klargeworden, dass neue Methoden nötig waren, pazifistische Ideen zu verbreiten.
Natürlich passte der Pazifismus zahlreichen Leuten nicht ins Konzept. So wurde es üblich, Pazifisten unter anderem damit zu beschimpfen, dass man sie für "militant" erklärte.

Statt einer ausufernden Polemik will ich an dieser Stelle nur auf die Worte eines der ersten Pazifisten der Welt verweisen - siehe BIBEL, NT - "Von der Feindesliebe"
(in TEXTE AUS DER BIBEL, NEUES TESTAMENT - in DIE BESTEN GEDANKEN » SPIRITUALITÄT).

Antonym, Gegenwort zum Pazifismus ist  der "Bellizismus", wörtlich: "den Krieg betreffend", "zum Krieg gehörend". Auf deutsch  wird Bellizismus auch oft als "Kriegsverherrlichung" bezeichnet. Ein weiteres Anti-Wort ist "Militarismus" .

Sehr hübsch ist auch der Ausdruck "kirchliche Radikalpazifisten", den ich in einem Atikel auf "zeit.de" vom 26.07.2017 "Schrumpfende Kirchen" von Evelyn Finger fand.
(https://www.zeit.de/2017/31/kirchenmitglieder-protestanten-katholiken-deutschland - eingesehen am 26.09.2018)

 Summa summarum: Wenn friedensliebende Menschen öffentlich als "militante Pazifisten" verschrien werden können, wenn schon das Wort "Pazifismus" abwertend gebraucht wird, dann muss doch etwas faul sein an einer sich immer wieder auf christliche Wurzeln berufenden Gesellschaft.


Die Lust zu töten

Es ist kein Geheimnis, dass Sodaten in Geschichte und Gegenwart nicht immer von hehren Werten der Landesverteidigung und des Schutzes menschlichen Lebens geleitet werden.
Blutrausch, Tötungsinstinkt, Jagdinstinkt, die irrationale Lust zu töten sind mit Sicherheit hier und da auch im Spiel, wenn sich jemand entscheidet, Soldat zu werden.
Da müssen noch nicht einmal  Motive auf einer etwas höheren Ebenen als die Instinktebene wie Hass, Rache, Blutrache, Eroberungslust oder Gier eine Rolle spielen.
"Blut"-Ideologien haben etwas Verführerisches.
Weitere Begriffe hierzu suche ich, bisher habe ich gefunden:
schießwütig

Der Tötungsinstinkt muss ernst genommen werden, will man den Krieg an der Wurzel ausrotten.


Die Blutrache - Töten aus Rache

Als Kind, mit etwa 9 Jahren Anfang der 60er Jahre, hörte ich zum ersten Mal von der "Blutrache": in einem Kinderbuch "Die Rache des Kabunauri".
Es spielte in einer der jungen Sowjetrepubliken, in Georgien, kurz nach dem 1. Weltkrieg. Diese Buch erschütterte und prägte mich tief. Darin ging es um einen kleinen Jungen, der vor der Blutrache des feindlichen Clans dadurch beschützt wurde, dass er in eine Großstadt gebracht wurde, in der schon die neue Kultur und Lebensweise Einzug gehalten hatten. Als junger Mann wurde er dann wieder in sein Dorf gebracht und ihm wurde gesagt, dass er nun Blutrache zu üben habe.
Die geistigen und physischen Kämpfe zwischen Rache-Denken und Friedens-Denken wurden sehr anschaulich geschildert.
Vielleicht komme ich später - wenn ich das Buch gekauft und noch einmal gelesen habe - noch einmal auf das Thema zurück.


Seitenversion: erg. 22.02.2022 
URL: www.brunhild-krueger.de/spr/spr1-wortsammlung/spr1k-m/spr1_militaer.html