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SPRACHLIEBE - MIT LUST UND LIEBE SPRECHEN

WORTSAMMLUNG VON A BIS Z  - MILITÄR


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└→ MILITÄR - VOR 2022

»Den letzten Intelligenztest müssen die Menschen noch bestehen, nämlich sich miteinander zu vertragen.« Heinz Haber (1913 - 1990, Physiker, Fernsehmoderator, ...)

Diese Sammlung platze bereits Ende des Jahres 2021 aus allen Nähten.
Nun haben der Krieg in der Ukraine seit dem 24.02.2022 und die Reaktionen darauf aus aller Welt die Wortsammlung zum Thema Krieg, Waffen, Militär noch wesentlich erweitert.
Deshalb habe ich die Notizen aus der Zeit bis zum Ende des Jahre 2021 von dieser Seite hier  auf die Seite  MILITÄR - VOR 2022 überführt.

Hier, auf der Seite MILITÄR  werden nun ab Anfang 2022 neue Wörter, Wortgruppen, Zitate und Texte sowie meine Kommentare hierzu gesammelt.

Zuerst möchte ich jedoch betonen, dass es für mich unerträglich ist, miterleben zu müssen, dass viele Regierungen dieser Welt nach wie vor glauben, ihre Konflikte miteinander mit den Methoden des Krieges austragen zu müssen, zu können und zu dürfen.

In Zeiten der Globalisierung und der notwendigen internationalen Zusammenarbeit auf wirtschaftlichen, wissenschaftlichen, kulturellen Gebieten, im Klima- und Umweltschutz usw. ist Krieg keine Methode mehr, eigene politische Ziele gegen die Interessen anderer Länder und Völker durchzusetzen.

Deshalb stelle ich vor die eigentliche  Wortsammlung  diese Grafik von Käthe Kollwitz [Abbildungsnachweis] aus dem Jahr 1924:

                          Käthe Kollwitz - Nie wieder Krieg

Am 1. September war früher einmal der "Weltfriedenstag". Nun fällt mir auf, dass er als "Antikriegstag" bezeichnet wird.
Das habe ich zum Anlass genommen, die Seite FRIEDEN der Sammlung in MILITÄRISCH und MILITÄRISCH VOR 2022 gegenüber zu stellen.
Dort werden meine Gedanken über "Krieg und Frieden" ausführlicher vorgestellt.

Kriegsssprache - Kriegersprache - die Sprache des Krieges

Wahllos (noch unsortiert) stelle ich die Wörter hier zusammen, die in der aktuellen "Kriegsberichterstattung" immer wieder auftauchen:

Kriegsgetümmel
Mobilmachung bzw. Teilmobilmachung
Kanonenfutter

Es gibt "Kriegsforscher" und es gibt sogar ein Institut, an dem der Krieg erforscht wird - das amerikanische "Institute for the Study of the War".
Weit sind wir gekommen ...
das
Großoffensive, Offensivaktionen

für "gefechtstauglich" - wurde der Schützenpanzerwagen "Puma" im März 2021 erklärt, nachdem er jahrelang "mit Konstruktionsmängeln behaftet" war,
Bei einer Übung Ende 2022 waren alle 18 beteiligten "Puma" ausgefallen.
Die Bundeswehr besitzt insgesamt 350 Stück, von denen jedes 17 Millionen Euro gekostet hat.

Kriegsrhetorik und psychologische Kriegsführung.
oder "Die Wahrheit stirbt zuerst Im Krieg."

Man muss ergänzen: auf allen Seiten.
Kriegsrhetorik bedeutet zuerst, Hass auf andere Menschen zu artikulieren.


"verheerend"
Manche Medien sprechen von "verheerenden Folgen" der Sanktionen gegen Russland auch für uns "Verheerend" - eine übertragene Bedeutung für "durch das Heer zerstört", "große Zerstörung oder Verwüstung hinterlassend".
Laut wortbedeutung.info sind die Synonyme für "verheerend":
"furchtbar, entsetzlich, katastrophal, schrecklich" bzw. "scheußlich" - alles Wörter, die man nicht gern ausspricht, ja nicht einmal denken möchte.
Die realen Zustände, die sie beschreiben, sind also solche, die man sich nicht wünscht. Auch im "Nicht-Krieg" (wenn keine Waffen zum Einsatz kommen) ist Krieg möglich: Wirtschaftskrieg, geistige Zerstörung der Menschen,
Was übrig bleibt, ist eine "Verwüstung" auf allen Gebieten- wie wir sie jetzt in der Ukraine sehen. Dort ist es tatsächlich ein "Heer", das sie anrichtet.
Aber die Verwüstungen in den Köpfen, den Beziehungen der Menschen, in den Wirtschaftsstrukturen - wer ist dafür verantwortlich? Sind das nicht auch "Kriegsverbrecher"?

Neue Einträge im Jahr 2022 (Stand 31.12.2022)

• "Kriegsuntauglich" zu sein ist höchstes Lob
• Kriegsvermeidungsmechanismus (14.08.2022)
• Der 24.02. 2022 - Krieg mit Ansage (24.02.2022 bis 31.12.2022 notiert)
              • Aktuelle Kriegssprache
              • Waffen und andere militärtechnische Begriffe
              • Wörter, die es jetzt nicht oder sehr selten
                 in die Medien schaffen

              • Wörter, die auch zu einem Krieg gehören
              • Die Diffamierung von Friedensstreben (Pazifismus)
              • Psychische Folgen von Kriegen bei Soldaten haben
                 interessante  Namen

• Begriffe und Texte aus der Geschichte der Kriegsführung
• Die "Frontlinie" (notiert VOR dem 24.02.2022)


"Kriegsuntauglich" zu sein ist höchstes Lob

Kann man über einen Menschen etwas besseres sagen, als dass er "friedlich", "friedfertig", "kompromissfähig"  ist bzw. gar "friedensstiftend wirkt" in seinem Umfeld?
Deshalb halte ich das Wort "kriegsuntauglich" für das höchste Lob für Menschen, Parteien (können und wollen keine "Kriegspartei" sein), Länder, Regierungen.
Damit verbinde ich die Hoffnung, dass wir als Menschen und als Menschheit einmal "kriegsuntauglich" sein werden.

In diesem Sinne ist auch der "Munitionsmangel" der Bundeswehr, der aktuell so sehr beklagt wird, ein Wort, das fast schon hoffen lässt.
ABER - es (das Wort) ist noch lange kein Zeichen für einen Strategiewechsel hin in die Richtung "Schwerter zu Pflugscharen".
(siehe hierzu auch alte Notizen aus dem Jahr 2019 über eine Aktion in Lutherstadt Wittenberg auf der Seite SCHWERTER ZU PFLUGSCHAREN - in LUTERSTÄDTISCHES » QUERDENKER)


Kriegsvermeidungsmechanismus
Jetzt droht ein Krieg zwischen den USA und China
(notiert am 14.08.2022)

Die F.A.Z. schreibt in ihrem Artikel vom 13.08.2022
CHINA UND AMERIKA
Ist ein Krieg noch zu vermeiden?
über einen "Kriegsvermeidungsmechanismus", der nötig wäre.
Den habe es bereits im Kalten Krieg "im Gefolge der Kubakrise" zwischen den USA und der Sowjetunion gegeben.
In dem Artikel ist auch nicht  mehr vom "Wettbewerb" zwischen den beiden Ländern die Rede, sondern mehrfach vom "Wettkampf".

Der 24.02.2022 - Krieg mit Ansage
(notiert nach dem 24.02.2022 bis 31.12.2022)

Ich will hier nicht bewerten, was an diesem Tag begann, warum es begann und wer welche Schuld an den Ereignissen hat.
Wir haben wieder Krieg in Europa.
Jeder Krieg hat auch eine Vorgeschichte.

Ich will einzelne der Wörter, die in diesem Zusammenhang verstärkt oder auch neu in den Medien zu finden sind, auflisten. Angesichts der Fülle dieser Wörter kann es sich dabei nur um einen kleinen Auszug aus der aktuellen "Kriegssprache" handeln


Aktuelle Kriegssprache
Aufrüstung, Waffenlieferungen an die Ukraine
zivile Opfer
Atomkrieg, Atomkriegsgefahr
Sanktionen, Embargo - der Wirtschaftskrieg ist in vollem Gange
Flüchtlinge aus der Ukraine
Front, auf breiter Front,  Rückzug auf breiter Front
Flucht (im Zusammenhang mit dem "Rückzug auf breiter Front")
erobern, Eroberung, zurückerobern, Rückeroberungen
Todfeind
Kalter Krieg
Sondervermögen für die Bundeswehr (100 Mrd. Euro sind geplant)
Luftwaffe
elektronische Kampfführung
Heeresinspekteur
Kampfverband
Landstreitkräfte, Marine, Heer, Luftwaffe
Bundeswehr, Armee, künftige Auslandseinsätze der Bundeswehr
EU-Verteidigungsvorbehalt
Schlachtfeld (Laut FAZ am 07.06.2022 - Liveblog zum Ukrainekrieg -
hält der Präsident der Ukraine, Selenskyi, "ein Ende des von Russland gegen sein Land geführten Krieges weiter nur auf dem »Schlachtfeld« für möglich".)

Waffen und andere militärtechnische Begriffe
schwere Waffen
Luftabwehrsystem, Flugabwehrsystem
Mehrfachraketenwerfer
Handgranaten
Panzer, Schützenpanzer, Panzerabwehrminen
Sprengmaterial
Maschinengewehre
Material für Drohnenabwehr
Eurofighter
amerikanische F-35-Kampfflugzeuge
leichte Unterstützungshubschrauber für das Heer
Flugzeuge zur elektronischen Seefernaufklärung
Frühwarn- und Aufklärungssyteme
Bewaffnung der Heron-TP-Drohnen in der Bundeswehr
moderne Korvetten
Fregatte F126
Antischiffsraketen zur Versenkung großer Kriegsschiffe
Flugabwehrraketen für U-Boote
Unterwassersonare
U-Boot U212 CD
Mehrzweckkampfboote
Schwere Waffenträger Infanterie
(Die unter dieser Überschrift bis hierher notierten Wörter sind allein aus dem Newsletter der FAZ vom 02.06.2022.)
Gefechtsstände

Wörter, die es jetzt nicht oder sehr selten in die Medien schaffen:
Frieden schaffen mit immer weniger Waffen
Schwerter zu Pflugscharen
Friedensbewegung
Friedensstifter (mit dem "Gegenwort" Kriegstreiber, nicht etwa "Kriegsstifter")
Friedensverhandlungen
Waffenstillstand
Völkerverständigung, friedliche Zusammenarbeit
(Zusammenarbeit zwischen den inzwischen verfeindeten Staaten auf den Gebieten Kultur, Gesundheit, Wissenschaft und Forschung - z. B. auch Erforschung des Kosmos -, Sport, Kunst, Energiewirtschaft, Klimaschutz, Umweltschutz, Artenrettung usw.)
Bellizismus


Wörter, die auch zu einem Krieg gehören:
Kriegstreiber
Kriegsgewinnler, Kriegsverlierer, Kriegsprofiteure
Kriegsverbrecher, Kriegsverbrechen
Kriegspropaganda, Kriegsrhetorik
Kriegsfieber, Kriegshysterie
Kriegsverherrlichung
Kriegspartei (zwei Bedeutungen: eine der am Krieg beteiligten Seiten bzw. eine für den Krieg sich einsetzende politische Partei)
Kriegsschiff ( "Eine neue Korvette als Symbol des Aufbruchs" kündigt die FAZ ihren Artikel über das Kriegsschiff "Köln" an mit dem Versprechen, dass es solche  "feierlichen Ereignisse" wie diese Taufe eines Kriegsschiffs "aber wieder häufiger geben" wird - angesehen am 28.04.2022)
Kriegsschauplatz

Die Diffamierung von Friedensstreben (Pazifismus)
Bereits am 19.04.2022 hatte die Website der WELT einen Meinungsbeitrag mit dieser Überschrift angekündigt:
„Deutscher Vulgärpazifismus“.
Darin - ich habe den Beitrag nicht gelesen - soll es um die „Zeitenwende“ in Deutschland gehen, die zu mehr "militärischer Präsenz Deutschlands" (das ist meine Formulierung bzw. Vermutung) in der Welt führen soll.
Die Forderung einer "Verteidigung der deutschen Interessen am Hindukusch" vor Jahren hat wohl bereits den Startschuss gegeben für die inzwischen auf vollen Touren laufende Diffamierung allen Friedensstrebens.

"Verlogener Pazifismus" hat Wilfried Kretschmann, seines Zeichens Ministerpräsident, die frühere Friedenspolitik der Grünen (meint die politische Partei) genannt. Diese Formulierung stammt aus einem Interview, das in der FAZ erwähnt wurde Anfang Mai 2022. Der FAZ entnahm ich auch die Formulierung vom "falsch verstandenen Pazifismus".

Auch unser Wirtschaftsminister, Robert Habeck, hat Wörter im Zusammenhang mit Pazifismus in den Mund genommen, die mich erschrecken. Er sprach von "Vulgärpazifismus". (Quelle: die WELT)
Der Blogger Sascha Lobo sprach von "Lumpenpazifismus".

Diese Äußerungen bezogen sich auf einen Aufruf prominenter Bürger Deutschlands vom Juni 2022 für einen Waffenstillstand in dem Krieg zwischen Russland und Ukraine und dafür, alles zu tun, den Krieg zwischen Russland und der Ukraine durch Friedensverhandlungen schnellstmöglich zu beenden.

Im Augenblick scheint alles, was auch nur annähernd in diese Richtung geht, unter Generalverdacht der "Putin-Unterstützung" in diesem Krieg gestellt.
Man kann diese Ablehnung der Forderungen nach schnellstem Kriegsende durch internationale Unterstützung von Friedensverhandlungen zwischen beiden Kriegsparteien auch als "fehlenden Friedenswillen", als "Abscheu vor Frieden", als "Willen zum Krieg" interpretieren.

Das eigentliche Problem hinter der Ablehnung eines schnellen Waffenstillstandes und eines ggf. auch ungerechten Friedens ist, dass die Forsetzung dieses Krieges zu noch mehr Ungerechtigkeit und Elend führen wird - und das  nicht nur in Russland und der Ukraine, sondern in der ganzen Welt!
(siehe auch einen älteren Text aus "Friedenszeiten" zum Pazifismus
in
MILITÄR - VOR 2022)

Psychische Folgen von Kriegen bei Soldaten haben interessante Namen
(gefunden in dem Wikipedia-Eintrag über "Posttraumatische Belastungsstörungen" (PTBS), aufgerufen am 04.11.2016):

Zuerst sei die Definition einer solchen "PTBS" zitiert: Sie "ist eine psychische Erkrankung (ICD-10: F43.1). Einer PTBS gehen definitionsgemäß ein oder mehrere belastende Ereignisse von außergewöhnlichem Umfang oder katastrophalem Ausmaß (psychische Trauma) voraus. Dabei muss die Bedrohung nicht unbedingt die eigene Person betreffen, sondern sie kann auch bei anderen erlebt werden (z. B. wer Zeuge eines schweren Unfalls oder eine Gewalttat wird). ...
Häufig kommt es zum Gefühl von Hilflosigkeit, sowie durch das traumatische Erlebnis zu einer Erschütterung des Ich- und Weltverständnisses."
Definitionsgemäß ist sie "eine mögliche Folgereaktion eines oder mehrerer Erlebnisse von körperlicher und sexualisierter Gewalt, ...Krieg, Kriegsgefangenschaft, ..."(Dieser Text ist wie gesagt von 2016:) "Gegenwärtig stellt PTBS ein militärmedizinisches Problem bei den Rückkehrenden Soldaten aus ihrem Afghanistan-Einsatz dar; ..." Es wird ausdrücklich betont:"Auch psychisch gesunde und gefestigte Menschen können eine PTBS entwickeln." Diese nun folgende Einschätzung ist schon furchtbar und entsetzlich allein beim Lesen: "Im Vergleich zu Unfällen oder Naturkatastrophen zieht die Erfahrung von menschlicher Gewalt (zum Beispiel durch Vergewaltigung, Krieg, politische Verfolgung oder Folter) meist tiefgreifende Folgen nach sich. Grausamkeiten, die Menschen etwa während eines Krieges oder in Gefängnissen, sowohl als Augenzeugen als auch als Opfer miterlebt haben, lassen sich nicht mit ihrem bisherigen Weltbild vereinbaren. Es bleibt »ein namenloses Grauen, das unvereinbar ist mit dem ursprünglichen Glauben an die Existenz von Menschlichkeit«. ..." Nun folgen die im Text benannten und z. T. auch beschriebenen einzelne Bezeichnungen bzw. Formen einer PTBS. Ich liste nur einige dieser Bezeichnungen auf, die speziell mit Kriegstraumata im Zusammenhang stehen, ohne sie im Detail zu erklären:
• Post Vietnam Syndrome (PVS)
• bomb-shell disease (1. Weltkrieg)
• Kriegszitterer (1. Weltkrieg)
• Granatschock, Granatfieber, Kriegsneurose (1. Weltkrieg)
• war fatigue (Kriegsermüdung) (2. Weltkrieg)
• combat stress (Gefechtsstress) (Vietnamkrieg)

Begriffe und Texte aus der Geschichte der Kriegsführung

(begonnen 31.12.2022)
• Waffenknecht (für Soldat)
• Schlachtfeld (bestürzende Bildsprache für den "Kriegsschauplatz")
• Gemetzel 


Die "Frontlinie" (notiert VOR dem 24.02.2022)

Es gibt Grenzen zwischen Staaten, und es gibt den Grenzschutz.
Oft gibt es zwischen verschiedenen Staaten schon "offene Grenzen".

Anders als diese Staatsgrenzen sind "Frontlinien" Grenzlinien zwischen Armeen, die nur im Krieg existieren.

Diese "Frontlinien" liegen zuerst innerhalb eines überfallenen Staates oder dann bei den Siegen über die Angreifer auch mal auf deren Gebieten.
Wenn dann, wie im 2. Weltkrieg, die Frontlinie immer weiter auf die Hauptstadt - Berlin - zurückt, kann der alte Staat nur noch "kapitulieren". Das "Hinterland" für die Fortsetzung des Krieges fehlt ihm dann.

Manchmal spricht man auch im zivilen Bereich von "verhärteten Fronten", die keine Einigung der Konfliktparteien erkennen lassen. Vielleicht hat der eine oder andere Journalist dabei auch schon mal das Wort "Frontlinie" verwendet. Das ist mir nicht aufgefallen, bisher.

Nun aber, im Februar 2022 taucht das Wort mitten im (noch) Frieden auf:
Unsere Außenministerin, Annalena Baerbock, hat eine solche "Frontlinie" besucht.
Alle Medien, die ich zu diesem Bericht gelesen habe, verwendeten diese Kriegsrhetorik.
Die FAZ schreibt auf ihrer Website mit Datum 08.02.2022 AN DER FRONTLINIE
Baerbock erlebt keinen Paulus-Moment
Der Seitentitel - fürs Speichern - ist übrigens etwas weniger direkt: Außenministerin Baerbock an Konfliktlinie in Ostukraine Im Textteil, in dem es dann z. B. um die Absichten unserer Außenministerin geht, gibt es noch die "erstarrte Frontlinie":"... sie wolle die erstarrte Frontlinie des Konflikts in der Ost-Ukraine selbst in Augenschein nehmen."Auch eine "Kontaktllinie" wird im Text angeboten und eine "Kriegsgrenze".

Es steht zu befürchten, dass sich der Konflikt - der offiziell zwischen der Ukraine und Russland, in Wirklichkeit aber in ganz anderer Dimension tobt - auf die militärische Ebene verschieben wird.

Das Wort "Frontlinie" wird nur  der Anfang sein, den drohenden Krieg geistig, ideologisch vorzubereiten. Die Öffentlichkeit wird eingestimmt.
Irgendwann wird dann vermutlich "zurückgeschossen" werden.
Im Krieg stirbt zuerst die Wahrheit.
Offenbar "schießen sich die Journalisten gerade ein" auf das Kommende, auf Kommando.
Das Wort ist in der Welt. Kann man noch hoffen, dass bald wieder verbal abgerüstet wird? Oder wird sie, die Kriegsrhetorik, sich vermehren wir ein böser, gefährlicher Virus?


Seitenversion: erg. 31.12.2022
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