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ZWANZIGSIEBZEHN - DER 500. JAHRESTAG DES BEGINNS DER REFORMATION

AUSSTELLUNGEN NOCH UND NÖCHER

LUTHER UND DIE HEXEN

Es gehört zum Allgemeinwissen über Luther, dass dieser Teufelsbegegnungen hatte. Der Wurf auf der Wartburg mit dem Tintenfass an die Wand, an der er den Teufel zu sehen glaubte, ist legendär.
Früher dachte ich, Luther hätte das metaphorisch gemeint, dieses "er habe mit dem Tintenfass nach dem Teufel geworfen" - in dem Sinne, dass er mit seiner Bibelübersetzung beitrug zur Bildung und zum wahren Glauben. War aber wohl doch nicht so.
An anderer Stelle soll er den Papst mit dem Teufel gleichgesetzt haben.

Gut, wer an den Teufel glaubt, glaubt natürlich auch an Hexen, die es mit dem Teufel "treiben", Schadenszauber begehen können usw. Ohne Hexen ist der Teufel nur halb so spannend. Das wusste schon Goethe.

Wir können uns trotz allen Wissens um diesen Teufels- und Hexenglauben, trotz schrecklicher Berichte von Inquisition und Hexenverbrennung wohl kaum in die Mentalität der Menschen zu Luthers Zeiten versetzen, die das wirklich alles glaubten, was man über Hexen erzählte. Fake-News heißt so etwas inzwischen und offenbar ist die Mentalität derer, die heutzutage jeden Mist glauben, wenn er nur spannend klingt, gar nicht so weit entfernt von der mittelalterlichen Zeit mit ihrem Aberglauben.

Erst im Januar 2017 erfuhr ich von der Ausstellung über "Luther und die Hexen". Auf der Website www.bzw-weiterdenken.de hatte Juliane Brumberg, eine freischaffende Journalistin, den Beitrag am 10.01. veröffentlicht:
www.bzw-weiterdenken.de/2017/01/martin-luther-und-die-hexen/ »externer Link«
Sie betont:
»Anliegen dieser Ausstellung ist es weder, Martin Luthers als Hexenverfolger anzuprangern noch seinen Hexenglauben zu verharmlosen. Vielmehr trägt sie dazu bei, verständlich zu machen, wie und warum es europaweit zu einem Hexenprogrom unvorstellbaren Ausmaßes kommen konnte und in welchen Regionen besonders viele Fälle von Hexenverfolgung vorkamen. Die Ausstellung ist nicht feministisch-parteilich, es geht eher um eine sachliche historische Aufarbeitung.«
Die Ausstellung wird seit Mai 2016 und noch bis Ende 2018 im Kriminalmuseum in Rotenburg ob der Tauber gezeigt:

"Mit dem Schwert oder festem Glauben - Martin Luther und die Hexen"

ist ihr ausführlicher Titel.  Doch es geht geht um mehr als nur um Luthers Einstellung zu Hexen, Hexenglauben, Hexenangst, Hexerei, Hexenverfolgung - deren Geschichte bis ins 17. Jh. hinein wird beleuchtet.

Die Website des Kriminalmuseums erreicht man hier:
www.kriminalmuseum.eu/ausstellungen/aktuelle-ausstellungen/#acc_widget_0_1 »externer Link« Ab dem 15.02.2017 wird ein Katalog zur Ausstellung angeboten, er kann auch vorbestellt werden und soll 14,95 Euro kosten. So sieht er aus:

                            Titelbild des Katalogs zu "Luther und die Hexen"

Eine weitere ausführliche Information zur Ausstellung findet man unter dieser URL:
(Das Sonntagsblatt ist die "Evangelische Wochenzeitung für Bayern")
www.sonntagsblatt.de/news/aktuell/2016_18_anw_13_01.htm »externer Link«
Der Museumsleiter Markus Hirte äußert sich in diesem Artikel zu der Ausstellung u. a. so:
»Wir wollten das Thema historisch korrekt angehen - nicht plakativ oder reißerisch.«

Man erfährt weiter, dass die Ausstellung - dankenswerterweise -zahlreiche historische Zusammenhänge  zu anderen Ereignissen aufzeigt.
Luther kannte offenbar - so ist weiter dort zu lesen - "über 50 Begriffe für Hexen":
von der Milchdiebin und Teufelshure bis zur "weißen Frau" (weise Frau?).
»Unterm Strich hatte Martin Luther eine ambivalente Auffassung vom Hexenglauben: Mal polterte er mit Feuereifer über Zauberei und Hexenwerk. Gleichwohl wohnte ihm als Seelsorger auch eine milde Seite inne, weshalb er nicht selten auch versöhnlichere Töne anschlug, fasst Markus Hirte zusammen. Insgesamt ist die Ausstellung eine gute Mischung aus Information anhand von Texttafeln, Original-Exponaten und modernen Elementen wie Audio- und Multimediastationen.«

By the way - dieses Detail rund um "Luther und die Hexen" halte ich ebenfalls für erwähnenswert:
In Eisenach gibt es einen »Lutherstammtisch "Luther und die Hexen"« - wirklich und wahrhaftig!  - auf dieser Seite (angesehen 15.01.2017)  ist er angekündigt für den 02.02.2017 im Augustiner Bräu:
www.eisenach.info/de/~ /events/lutherstammtisch-luther-und-die-hexen  ~ »externer Link«.

 
Seitenversion:  neu 15.01.2017
URL: www.brunhild-krueger.de/luwi/luwi2-zwanzigsiebzehn/luwi21-einzelausstellungen/luwi21_lutherundhexen.html

 
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