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DER GEIST DER LUTHERSTADT W.


Natürlich spukt es nicht in Wittenberg, kein Geist oder Gespenst wabert durch die nächtlichen Straßen, auch kein Luther-Geist ist zu finden, nächtens. Der dominiert das Tagesleben, das geistige Leben der ganzen Stadt.

Die Dominanz Luthers ist so umfassend und selbstverständlich, dass die Versuche, darüber hinaus und unabhängig von ihm geistiges Leben zu etablieren, ziemlich schwierig oder gar zum Scheitern verurteilt sind. Jeder, der hier etwas "geistig bewegen" will, tut gut daran, einen Bezug zu Luther zu finden - und wenn dieser noch so weit hergeholt
ist [A1].
Mit dieser "Luther-Zentrierung" wird leider meist vergessen, dass wir auch jenseits von Luther eine interessante Geistesgeschichte zu bieten haben.
Jetzt bin ich doch in die "Luther-Falle" getappt ... [A2]

Wittenberg war einstmals berühmt für seine Universität, die "Leucorea" [A3], die das geistige Leben der Stadt zwischen 1502 und 1817 prägte. Danach wurden die Wittenberger Universitätsgebäude - da Wittenberg nun zu Preußen gehörte - Kasernen.

Spätere Generationen lebten dann eher das beschauliche Leben einer Kleinstadt. Der geistige Austausch mit der Welt war ziemlich spärlich-zufällig, Wittenberg kochte auf dieser Ebene im eigenen Saft und pflegte die Erinnerung an seine einstige geistige Größe und überregionale Bedeutung.
Nur wenige Menschen aus Wittenberg wurden überregional bekannt. Der einzige Bürger Wittenbergs, der sich in jüngerer Zeit einen Namen gemacht hat, ist der Theologe und Bürgerrechtskämpfer Friedrich Schorlemmer.

Hier mache ich mich auf eine Spurensuche, was es an Geist in Vergangenheit und Gegenwart gab und gibt:

WISSENSCHAFTS-GESCHICHTE Diese Seite zur  Wissenschaftsgeschichte  nennt einige bekannte Wissenschaftler, die in Wittenberg geboren wurden, hier studierten oder einen großen Teil ihres Lebens hier verbrachten.  
STADTGESCHICHTS-SCHREIBUNG Auf dieser Seite wird es um die Stadtgeschichtsschreibung im weitesten Sinne gehen, noch nicht um die Stadtgeschichte selbst. Das ist in Wittenberg eine etwas heikle Sache ...  
   


  Anmerkung A1

Selbst wenn jemand Eierbecher sammelte, würde er wahrscheinlich in der Einladung zu einer Ausstellung darauf verweisen, dass natürlich Luther und seine Familie auch schon Eier gegessen haben. Besser ist es, er kann noch Stückzahlen und weitere Details nennen oder wenigstens künstlerisch-frei eine schöne Geschichte dazu erfinden. Vielleicht fällt dann sogar eine Schöpfkelle voller "Eier" (Euro) aus dem großen Luther-Jubiläums-Fördertopf ab.

Nein, Spaß beseite, hier soll es ganz im Ernst um geistiges Leben in Wittenberg gehen - frei nach dem Motto: "Alles außer Luther" - "Alles" ist dabei eine heftige Übertreibung, aber "außer Luther"  ist ernst gemeint.
Damit meine ich, dass ich den Luther-Geist gern anderen überlasse.
Das meint nicht, dass ich die geistigen Leistungen Luthers in Abrede stellen will oder die Auswirkungen seines Denkens, Redens, Schreibens und Tuns für Wittenberg, Deutschland, die Christenheit, Europa und die ganze Welt nicht kenne oder unterschätze. Doch - siehe oben - ihn zu würdigen, damit sind genug Leute beschäftigt, so dass  ich mich hier mit dem "klägliche Rest" von Geistesleben  begnügen kann, der ohne Luther auskommt.
Lassen Sie sich überraschen - auch wenn man nichts davon hört in Wittenberg und außerhalb von Wittenberg - wir haben da einiges zu bieten.

 
Anmerkung A2
Jetzt bin ich doch in die "Luther-Falle" getappt und habe es ebenfalls für nötig gehalten, ihn an den Anfang des Geisteslebens von Wittenberg zu stellen. So ungefähr stimmt das ja auch - in der Zeit "vor Luther" war offenbar geistig wirklich nicht viel los in Wittenberg.
Allerdings sei daran erinnert, dass ohne den Kurfürsten Friedrich, den Weisen auch kein Luther diese Stadt geprägt hätte, denn der traf die Entscheidung, in Wittenberg eine Universität zu gründen. 1502 war es soweit, spät im Vergleich zu anderen deutschen Universitäten, die damals teilweise bereits 100 oder mehr Jahre auf dem Buckel hatten. Aber gerade auch früh genug, um dank Luther, Melanchthon und anderer geistiger Größen, die durch die Universität nach Wittenberg gelockt wurden, zu Weltanerkennung zu kommen. Mehr als ein Jahrhundert lang war die Wittenberger Universität die mit den meisten Studenten in Deutschland.

Anmerkung A3  
Natürlich ist das wichtigste in der Wittenberger Geistesgeschichte die Universität (als Leucorea von 1502 - 1817 in Wittenberg). Sie hat in ihrer Geschichte zahlreiche Geistesgrößen wie z. B. Giordano Bruno oder Tycho Brahe angelockt. Leider war diesem geistigen Zentrum nur für rund 300 Jahre ein Platz in Wittenberg gegönnt. Mit der Universität war es aber schon 300 Jahre später vorbei. Der Krieg gegen Preußen ging verloren, im Ergebnis von Krieg und Nachkriegsregelungen (Koalitionskriege / Wiener Kongress) wurde die Wittenberger Universität nach Halle verlagert, mit der dortigen Friedrich-Universität zusammengelegt.
In die zu Kasernen umfunktionierten Gebäude der Universität zogen Soldaten statt Studenten ein.
Wittenberg verlor seinen geistigen Taktgeber und versank in dumpfbackigem Drill, Gleichschritt, Gehorsam, Untertanen-Geist ...
Sehr viel später - in einer eher "geist-losen Zeit" - erhielt die Universität in Halle dann den offiziellen Namen "Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg".  Vielleicht sollte man auch vom in jener Zeit herrschenden "Ungeist" oder  gar von "bösen Geistern" sprechen, die hier ihr Unwesen trieben? Nein, an dieser Stelle nicht!
(Details der Uni-Geschichte kann man in der Wikipedia nachlesen:
de.wikipedia.org/wiki/Martin-Luther-Universität_Halle-Wittenberg)


Über die Wittenberger Geistesgeschichte aus der DDR-Zeit kann ich - später einmal - aus eigenem Erleben berichten.

Die Nachwende-Versuche, in Wittenberg ein nachuniversitäres Geistesleben zu etablieren, waren von spärlichem Erfolg gekrönt. Der Berg kreißte ...

 
Seitenversion:  erg. 15.03.2017
URL: www.brunhild-krueger.de/luwi/luwi4-geist/luwi40_geist.html

 
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Bearbeitungsnotizen:
- siehe www.futurea.de und suso20170225s16 - Science-Center SKW, Eröffnung am 03.03.2017, darüber berichten