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FRAUEN IN WITTENBERG


Muss man über Frauen extra schreiben, wenn man über die Lutherstadt Wittenberg schreibt?
Niemand muss es, ich will es tun. Das spöttische Grinsen eines ansonsten sehr lieben Mannes verfolgt mich dabei. Er sieht keinen Grund, Frauen besonders hervorzuheben. Dass Frauen auch in Wittenberg eher unsichtbar sind, findet er nicht.

Warum ist es mir trotzdem so wichtig, dieses Thema in meine Website mit aufzunehmen? Weil es diesen Satz gab: "Jungen sind besser in Mathematik als Mädchen" - genau deshalb ist mir alles wichtig, was irgendwie das Verhältnis der Geschlechter berührt. Wittenberg ist nur das "Exempel", das Beispiel: dieser Ort als "Teil des Ganzen" spiegelt die allgemeinen Fragen in geradezu hervorragender Weise wider.

Ein kleine Internetsuche (google, Anfang 2014) brachte für "Frauen" und "Lutherstadt Wittenberg"  128.000 Fundstellen, die ersten sind sexuelle Angebote  ("geile Frauen in Wittenberg", noch nie waren bei einer Google-Suche so viele Fundstellen mit zweideutigen Angebote dabei, ich bin entsetzt!) und Partnersuchdienste. Dann stellt ein Mann sein Fitness-Studio für Frauen vor, der nächste Eintrag handelt vom Frauenhaus, das es "natürlich" auch in unserer Stadt gibt, seit der Wende. Frauenärzte sind weitere Fundstellen.
Die Website der Tourismus-Firma bietet Gruppenführungen über "Frauen in Luthers Zeit" an (die Führungen nennen sich inzwischen "Weibsbilder aus Luthers Zeiten") , die Adventsgemeinde "Frauenfrühstück". Die "Bündnisn90 / Grünen" versprechen "Wir wollen die Situation der Frauen verbessern" (gemeint sind die Frauen, die in der "Sexindustrie" arbeiten), ein Steuerberater verspricht, dass Frauen bei ihm "ganz unter sich" sind, in der "Women's Networking Lounge" ...

Mir reicht's mit der Auswertung der Fundstellen.

Es gibt auch anderes, wichtigeres über Frauen in Wittenberg, über Veranstaltungen und Aktionen, in denen es um Frauen geht (damit sind keine "Frauenveranstaltungen" im herkömmlichen Sinne gemeint), zu erzählen, einige Stichpunkte seien an den Anfang gestellt:

Schon im Jahr 1995 machte das Predigerseminar aufmerksam auf Frauen in der Reformationszeit, die sechs Veranstaltungen der "Sonntagsvorlesung" liefen unter dem Motto "Frauen mischen sich ein".

Der Oberbürgermeister wollte Ende 2012 den Mut der Mädchen der russischen Band "Pussi Riot" anerkennen, der Stadtrat schlug sie für das "Unerschrockene Wort" vor  - das gab einen Wirbel! Zwischen "Gotteslästerung" und "chaotisch vermummte Weiber" urteilten Wittenberger (Männer) über die Band.  Besondere Sorge machten sich viele, die Mädchen hätten die religiösen Gefühle anderer verletzt. Hat das Luther nicht auch getan? Und Darwin, Giordano Bruno, Kopernikus und wie sie alle hießen?

Ende Oktober 2013 war in der Zeitung zu lesen, dass der Stadtrat die Rehabilitierung der als "Hexen" verfolgten und verurteilten Menschen befürwortet...

Weitere Details über Geschichte und Gegenwart von Frauen in Wittenberg stelle ich auf den folgenden Seiten vor:

ES TUT SICH WAS 2017 Eine Leipziger Künstlerin  nimmt sich der Frauen in Wittenberg an und will mit einer neuen Gedenktafel sie aufmerksam machen. (neu ab 15.02.2017)  
STRASSENNAMEN Straßennamen und andere  Erinnerungen an Frauen in Wittenberg
Macht man sich auf die Suche nach den Spuren von Frauen hier in Wittenberg, wird man auf eigenartige Weise in den Straßennamen fündig: von "Agathenweg" bis "Marienstraße" sind  beliebige Mädchennamen  ausgesucht worden, Straßen zu benennen - wohl in Ermangelung historischer Frauen, die es verdient hätten, dass eine Straße ihren Namen trägt? Ich hätte da zwei Namensvorschläge.
Ich will nicht ungerecht sein - es gibt auch Straßen, die nach realen Frauen aus der Geschichte benannt sind, vier an der Zahl.
Ein Frauendenkmal gibt es außerdem - das der Katharina von Bora. Sogar zwei der mehr als hundert Gedenktafeln in der hiesigen Innenstadt erinnern an Frauen, die  in Wittenberg gewirkt haben. Und ein Stolperstein ...

 
FRAUEN IN DER GESCHICHTE Frauen in der Geschichte Wittenbergs, die sich "einen Namen gemacht haben", sind nur wenige zu finden. Glücklicherweise werden einige "wieder entdeckt".

 
KATHARINA
VON BORA
Katharina von Bora wurde als Ehefrau Martin Luthers bekannt. Frei nach dem Motto: "Hinter einem berühmten Mann steht IMMER eine starke Frau." kann man sagen, dass ohne sie wohl nicht sehr viel aus der Karriere von Martin geworden wäre.

 
"HEXEN"-VERFOLGUNG Es ist unerträglich für mich, wenn das Wort "Hexen" in im Zusammenhang mit der Verfolgung von Frauen nicht in Anführungszeichen oder mit dem Wort "sogenannte" gekennzeichnet wird. Einfältige Seelen könnten auch heute noch glauben, es gäbe wirklich "Hexen". Wittenberg ist nicht frei  davon, solche als " Hexen" verunglimpfte Frauen verfolgt und getötet zu haben.

 
KÄTE BOSSE Käte Bosses Schicksal rührt noch heute viele Menschen an. Auch sie wurde ermordet. Da war die "Hexen"-Ära lange vorbei.

 
FRAUEN HEUTE Frauen sind heute wesentlich an der Gestaltung des öffentlichen Lebens in Wittenberg beteiligt. Es ist kein "Einmischen" mehr wie vor 500 Jahren, es ist gleichberechtigtes Engagement, Einbringen von Wissen, Klugheit, Engagement, Durchsetzungskraft und Zielstrebigkeit. Wird vielleicht einiges von dem, was sie anpacken, trotzdem "ein bisschen anders", als wenn ein Mann es täte ... ?  



Seitenversion:
erg. 15.02.2017
URL: www.brunhild-krueger.de/luwi/luwi5-frauen/luwi50_frauen.html

 
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