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VISIONEN + ZIELE

DIE MARXSCHE ZUKUNFTSVISION

Marx und Engels sprechen im "Manifest der Kommunistischen Partei" von der "historischen Mission der Arbeiterklasse".
Als sie dieses Programm im Jahr 1848 fertig stellten, waren sie 30 Jahre (Karl Marx) und 28 Jahre (Friedrich Engels) alt.

Kurz zuvor hatte Marx in seinen "Thesen über Feuerbach" den berühmten Satz (These 11) formuliert:
"Die Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert; es kömmt drauf an, sie zu verändern."

Mit diesem Satz und dem "Manifest" wurde der Grundstein gelegt für das Konzept, Gesellschaft zielgerichtet, planmäßig, auf wissenschaftlicher Grundlage zu gestalten.

Verkopfte Utopien  einerseits und kopflose Aufstände andererseits in der Geschichte
Alle früheren Utopien und Visionen waren entweder aus religiöser Sicht und auf ein "Jenseits" gerichtet oder sie waren Negationen der Wirklichkeit, Wunschträume, Idealisierungen gesellschaftlicher Zustände. Einen Weg, sie zu realisieren, hatten die Utopisten und Visionäre nicht aufzeigen können.
Auf der anderen Seite hatte es genug Aufstände gegeben, weil Menschen mit den vorhandenen gesellschaftlichen Zuständen nicht einverstanden waren. Von Spartakus bis Thomas Müntzer mussten Menschen dafür ihre Leben lassen. Doch auch deren Idealismus und deren Aufbegehren gegen unmenschliche Zustände hatte ein Problem: sie hatten keine wirkliche, keine realisierbare Alternative zu den gesellschaftlichen Strukturen und Machtverhältnissen ihrer Zeit.

Der (ökonomische) Grundgedanke im "Kommunistischen Manifest" war:
Die weitere ökonomische Entwicklung der Gesellschaft (also der produzierende, wertschaffende Bereich) muss vorausschauend - nicht mehr nur den aktuellen, chaotischen Kräften des Marktes unterworfen - gestaltet werden.
Vor allem darf diese ungeheure Produktivität, die der Kapitalismus hervorgebracht hat, nicht mehr vor allem und zuerst der Profitgewinnung Einzelner dienen, sondern muss sich in unmittelbarem Nutzen für die ganze Gesellschaft, für alle Menschen, niederschlagen.
Mehr noch, Marx und Engels sahen voraus, dass die kapitalistischen Produktions-
verhältnisse "zu eng" werden würden, mit dem gewaltigen Reichtum, den sie schaffen, auch klar zu kommen.

Die Idee des Friedens und der Zusammen-ARBEIT aller Länder
Berühmt ist diese Losung aus dem Manifest:
             "Proletarier aller Länder, vereinigt Euch!"
Mit der kommunistischen Gesellschaft sahen Marx und Engels auch eine Gesellschaft realisierbar, in der der Frieden zum Prinzip internationaler Beziehungen wird, weil  die Arbeiterklasse in allen Ländern den Frieden braucht ("proletarischer Internationalismus").

Die Idee der "Weltrevolution"
Marx und Engels hatten bei der Ausarbeitung ihrer Theorien und Visionen vor allem eines klar begriffen:
Diese Idee einer sozialistischen und kommunistischen Gesellschaft ist nicht lokal, nicht in einem Land zu realisieren - sie muss auf dem Weg einer "Weltrevolution" gleichzeitig auf der ganzen Welt umgesetzt werden.

Die "theoretische Ratlosigkeit" des realen Sozialismus
Was bei Marx und Engels wirklich nur eine  erste Vorstellung war, wurde später in den sozialistischen Ländern theoretisch "modifiziert": Da die ersten sozialistischen Revolutionen keine Folgen auf der ganzen Welt  hatte,  nur einzelne Länder sich an den "Aufbau des Sozialismus" machten, musste das theoretisch erklärt werden.
Die These, dass der Sozialismus auch in einzelnen Ländern aufgebaut werden kann, wurde verbreitet; eine rein apologetische Erklärung der Realität, die sich nicht mehr nach der Marxschen Theorie richtete, fasste Fuß - mit den bekannten Resultaten.
Doch es half nichts - zunehmend machte sich eine "theoretische Ratlosigkeit" breit. Reichlich 100 Jahre nach dem Tod von Karl Marx musste das erste Experiment, seine Ideen in die Tat umzusetzen, abgebrochen werden.
Zumindest hier in Europa ...

Die Realität heute - ist sie wieder "reif für die Gedanken von Marx und Engels"?
... Da gibt es noch immer die Chinesen, die ihren Marx verehren und der Stadt Trier ein riesengroßes Marx-Denkmal schenkten zu dessem 200. Geburtstag im Jahr 2018 ...

Und es gibt die Globalisierung, es gibt das Internet, die digitale Revolution, die Krise des Kapitalismus (der offenbar nun endgültig an seine Grenzen gelangt, wie Marx und Engels bereits im "Manifest" vorhergesehen haben) und vieles mehr.

Schaffen diese aktuellen Entwicklungen nun die Voraussetzungen, dass es doch noch zu der berühmt-berüchtigten "Weltrevolution" kommen kann?
Wenn ja (falls ja), kann das natürlich nicht mehr mit den Methoden des 18. und 19. Jahrhunderts (blutige Revolutionen und schnelle gewaltsame Veränderungen) geschehen.

Hier könnte die SPD, die Sozialdemokratie, ihren Trumpf ausspielen.
Damals, Ende des 19. Jh. bereits, folgte der  marxistischen Theorie der Streit auf dem Fuße um den richtigen Weg zum hehren Ziel:
die Sozialdemokratie favorisierte - anders als die Kommunistische Partei - den Weg der friedlichen Reformen, des allmählichen Aufbaus und Ausbaus sozialistischer Elemente in der kapitalistischen Welt.
Da heute der andere, der revolutionäre Weg über eine "Diktatur des Proletariats" absolut undenkbar (unmöglich, historisch überholt) ist, bleibt wohl nur dieser Reformweg - falls es überhaupt einen Weg gibt, diese wundervolle marxsche Zukunftsvision zu realisieren.
Der andere Weg - die Selbstzerstörung der Menschheit - wäre die (einzige) Alternative. Einen "dritten Weg" gibt es nicht wirklich.


Mit dieser wieder höchstaktuellen Aufgabe könnte die Sozialdemokratie erneut ihren Platz in der Geschichte einnehmen: den Weg zu finden, auf dem die Gesellschaft in ihr nächsthöheres Entwicklungsstadium überführt werden kann.
Dass sie diese, ihre heutige "historische Mission" noch immer nicht erkennt, dürfte die eigentliche Ursache ihres Versagens und Ansehensverlustes sein.
Ihre gegenwärtige "theoretische Ratlosigkeit" verdammt diese "Theorie-Banausen" geradezu zum Versinken in der Bedeutungslosigkeit.
Oder schaffen sie es noch, über ihren eigenen Schatten zu springen, "zurück zu den Quellen" (frei nach Melanchthon) zu eilen und von dort mit einem neuen Programm zu starten? Hoffentlich.
Die LINKE - näher zu Marx - hat noch nicht verstanden, dass es nicht "auf den Buchstaben", sondern "auf den Geist" der Marxschen Erkenntnisse ankommt:

Wie würde Marx' Zukunftsvision heute aussehen?
Er würde vor allem daran erinnern:
"Die Theorie wird zur materiellen Gewalt, wenn sie die Massen ergreift."
(ausführlich siehe Marx (1) - Zitate)
Und sein Bruder im Geiste, Jesus, würde erwidern:
"Der Glaube kann Berge versetzen."
(gekürzte, zum Sprichwort gewordene Version - das ganze Zitat findet sich in BIBEL, NT (Texte aus der Bibel, dem Neuen Testament), bei Mt 17,20 - in DIE BESTEN GEDANKEN » SPIRITUALITÄT)


Anmerkung 22.02.2019
Diese Seite ist mit dem heutigen Tag neu ins Netz gestellt worden.
Ich habe hier erst einmal "ein paar Brocken hingeworfen", um vielleicht "Appetit zu machen", sich über alle verbreiteten Vorurteile hinaus genauer mit den Ideen, Visionen und wissenschaftlichen Arbeiten von Marx und Engels zu befassen.
Natürlich will ich die Marxsche Theorie noch ausführlicher vorstellen. Doch das ist schwerer als gedacht.
Denn das, was diese Ideen von Marx und Engels so besonders, so "zukunftsfähig" macht, ist von äußerst komplexem wissenschaftlichen Gehalt, so dass die Theorie "wie eine Wissenschaft studiert werden muss".
Diese Idee kann man nicht mal so nebenbei in ein paar Sätzen erläutern. An den entsprechenden Texten muss ich noch längere Zeit arbeiten.

Einige erste Texte  (Original-Zitate) habe ich bereits an anderer Stelle ins Netz gestellt, siehe:
- Marx (1) - Zitate:
  aus "Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie" die beiden Gedanken
                    Damit die Menschheit heiter von ihrer Vergangenheit scheide
                    Die Theorie wird zur materiellen Gewalt, wenn sie die Massen ergreift

- Marx (2) - Zitate:
   aus dem "Kapital" die beiden Gedanken über
                    Das Gesetz des Wechsels der Arbeit
                    Arbeit als "Das Spiel der körperlichen und geistigen Kräfte genießen"

- Marx und Engels (3) - Zitate
  aus dem "Manifest der Kommunistischen Partei"
                 
Die Analyse des Kapitalismus - ein Hohelied auf sein Leistungsvermögen

- Engels (1) - Zitate
   aus "Anteil der Arbeit an der Menschwerdung des Affen"
Gerade die Engels-Zitate dürften manch einen ob ihrer Aktualität überraschen.


Und im Januar 2019 habe ich in den Weiten des Internet zufällig eine kurze, allgemein verständliche Erläuterung gefunden, was es mit dem Hauptwerk von Karl Marx (und Friedrich Engels letztlich) "Das Kapital" auf sich hat:
politischekulturblog.wordpress.com/~/150-jahre-karl-marx-das-kapital~ »externer Link»


Zum Schluss habe ich noch einen Hinweis auf eine Seite, die z. Zt. noch in Vorbereitung ist, auf der ich mein Hauptanliegen vorstellen möchte:

In dem Hauptthema GOTT UND DIE WELT bereite ich diese Seite vor:
                    GOTTES AUFTRAG - HAT "DAS GANZE" EINEN SINN?
Dort stelle ich die These auf,
dass Christen und Marxisten nur GEMEINSAM diesen "AUFTRAG GOTTES" erfüllen können.

Ich hoffe, ich habe Sie neugierig gemacht ...


Seitenversion: neu am 22.02.2019
URL:  www.brunhild-krueger.de/hz/hz5-visionen/hz54_marxismus.html 

Bearbeitungsnotizen:
neu 22.02.2019 mit erstem Text

AKTTEXT 
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