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GOTTES AUFTRAG - HAT "DAS GANZE" EINEN SINN?


In GOTTBILDER wird die "Sehnsucht nach einem Lebenssinn" als Ausgang für die Betrachtung der Gottbilder genommen. Dort schreibe ich:
Die Sehnsucht nach einem Lebenssinn spiegelt sich in den Gottbildern.

Hier nun, mit der Frage danach, ob es so etwas wie einen GOTTESAUFTRAG, einen göttlichen, einen sozusagen "kosmischen" Auftrag an die Menschen, an die Menschheit gibt, schließt sich der Kreis:

Die Frage nach dem Lebenssinn des Einzelnen  verbindet sich mit der Frage danach, ob der ganze Kosmos, die Welt, die Evolution "einen Sinn" (Zweck, Ziel) haben oder nicht.
                        Das ist die MENSCHHEITSFRAGE.
(Sorry, kleiner geht's nicht.)

Bisher gibt es verschiedene Teilantworten auf diese Frage aller Fragen.

In diesem  Thema verbinden sich gleich drei der früher separat angelegten Themen:

1. Ziel, Sinn, Zweck, Vollkommenheit

"Alles wird gut" - ist das nicht auch die Botschaft der Religionen? Die "Causa finalis" (die Zielursache, die auf die Gegenwart geistig "rückkoppelt"), Begriffe wie "Optimierung", "Omegapunkt" und "Creatio continua" (die ständige Schöpfung) signalisieren: da ist etwas noch nicht "fertig", noch nicht "vollkommen" fertig.
Die Wissenschaft leugnet eine mögliche, denkbare Zielursache. Aber vielleicht irrt sie sich auch einmal und es gibt doch so etwas wie "Ziel", "Sinn" und "Zweck"?
"Gott" wäre dann nur ein anderes Wort dafür.
Führt die Idee einer Zielursache zwischen "Alles wird gut" und "causa finalis"   nicht letztlich direkt zu einem "wissenschaftlichen Gottbild"?

2. Evolution und Schöpfung

Natürlich kann man den Gegensatz beider Darstellungen über die Entstehung des Lebens betonen, man kann aber auch versuchen, die "Evolution in der Schöpfung", die "Schöpfung durch Evolution" zu erkennen.
Oder - noch anders gesagt - muss man fragen:
Gibt es - anders als in der klassischen Evolutionstheorie postuliert - doch eine "zielgerichtete Evolution"?
Hat die Evolution einen Sinn, ein Ziel, und wenn ja, welchen Sinn bzw. welches Ziel?
Natürlich bin ich mir bewusst, mit dieser Sichtweise "zwischen die Fronten" zu geraten. Denn die Schlacht  zwischen den beiden Auffassungen tobt mit aller Schärfe.

3.   Gottes Auftrag

Falls diese Fragen mit "ja" beantwortet werden (müssen), ergibt sich daraus die Frage nach dem "Auftrag Gottes an uns Menschen".

Man kann auch - anstatt nach dem "Auftrag Gottes an die Menschen" zu fragen,         danach fragen, ob die Menschheit zu einer Höherentwicklung fähig ist.
Falls ja, wohin wird sie sich entwickeln und was kann der Einzelne dafür tun?

Sollte es diesen "Auftrag" geben, dann würden bestimmte Eigenschaften der Menschen in einem anderen Licht erscheinen:

Die Sehnsucht nach Liebe und das Gewissen, die innere Stimme

Ein Mensch, der aus Liebe handelt, kann gar nicht "böse" sein. Passieren ihm Fehler in seinem liebevollen Handeln, sind sie ihm selbst schon Qual genug, ohne dass Außenstehende urteilen oder verurteilen müssen bzw. dürfen.
Er wird sie von selbst, von sich aus korrigieren, also "wieder gut machen" wollen.
Seine "innere Stimme", sein Gewissen zeigen ihm dann den richtigen Weg.

Das Streben nach Erkenntnis und Vollkommenheit

Dieser innere Drang ist heftiger als alle anderen "Instinkte" des Menschen: Hunger und Liebe sind höchstwichtige Motivationen eigenen Handelns, doch der Erkenntnistrieb und das Streben nach Entfaltung seiner inneren Anlagen toppt all das:
Für diesen Erkenntnistrieb (Neugier, Wissensdurst, Sehnsucht nach dem Unbekannten) tun Menschen einfach alles, sie riskieren sogar ihr Leben dafür.
  Valentina Tereschkowa, die erste Frau im Kosmos, sagte einmal:
  sie würde auch dann unbedingt auf den Mars fliegen wollen(falls es diese Möglichkeit gäbe),
  wenn sie nicht mehr zurückkehren könne.

Auf der Seite ERKENNTNISTRIEB UND SPIRITUALITÄT hier in diesem Thema nenne ich diesen Erkenntnistrieb daher auch "ein Gottesgeschenk".
(PS: Wir bewegen uns immer noch auf der Ebene, dass wir dem "Hunger" Vorrang vor allen anderen "Trieben" geben, obwohl das schon lange gar nicht mehr nötig ist - es wäre genug für alle da. Aber das ist ein weites Feld ..,)

Die Suche nach dem Sinn des Lebens

Diese Suche nach einem Sinn, den man dem eigenen Leben geben möchte, schließt die Hoffnung auf einen über das eigene Leben hinausreichen Sinn und Zweck ein.
Fast alle Menschen, die darüber nachdenken, möchten Spuren in der Welt hinterlassen. Auch die Hoffnung auf ein "ewiges Leben" gehört hierher.

Der Spruch von
dem Baum, der zu pflanzen sei (Einfluss auf die Umwelt, bewahren der Natur, der Erde),
dem Haus, das zu bauen sei (Kreativität einbringen und etwas schaffen, das es zuvor noch nie gegeben hat),
dem Sohn, der zu zeugen sei (die biologische "Weitergabe" der Existenz der Menschheit, einschließlich der Weitergabe des Wissens und der Fähigkeiten der Menschen)
und - und gelegentlich auch erwähnt -
dem Buch, das man schreiben soll (das beinhaltet eigentlich nur die schon mit der Zeugung des Sohnes verbundene Vorstellung von der Weitergabe eigener Fähigkeiten)
fasst diese Möglichkeiten, dem Leben Sinn zu geben, zusammen.
(Nicht jeder muss alles davon tun.)



Was nun ist aber "Gottes Wille" oder "Gottes Auftrag an uns Menschen"?
Nun bleibt nur noch, die Frage zu klären, worin denn dieser Auftrag Gottes an uns Menschen wirklich besteht? Was erwartet er von uns? Was ist gemeint, wenn von "Gottes Wille" die Rede ist?

Die "creatio continua", die "ständige Schöpfung" als Schlüssel für die Antwort auf diese Frage
Die Formulierung "creatio continua" gefiel mir gleich, als ich sie zum ersten Mal hörte:
das Bild von der "ständigen Schöpfung"  ist wunderbar anschaulich.
Es schließt die Weiterentwicklung, die Entfaltung, die Höherentwicklung zu immer komplexeren Strukturen, die geistig-seelische Weiterentwicklung der Menschen, ihre "Kultivierung" mit ein.
Es sagt auch, dass der ganze Kosmos, so wie wir ihn heute sehen, noch lange nicht "fertig" ist, dass auch die materiellen Strukturen insgesamt zu einer Weiterentwicklung fähig sind. So wie sich weitere Strukturen entfalten, wird auch der Mensch ein heute einfach noch unvorstellbare Höherentwicklung erfahren können.

Hierbei sehe ich auch eine Verbindung zu dem oft zitierten Spruch
      Die Materie will sich vergeistigen, der Geist will sich materialisieren.


Seitenversion:  neu am 31.12.2019
URL:  www.brunhild-krueger.de/guw/guw7-gottesauftrag/guw70_gottesauftrag.html

Bearbeitungsnotizen:
• neu am 31.12.2019
• am 22.02.2019 Seite erstellt, erste Notizen "in Arbeit", noch nicht ins Netz gestellt

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