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MÄNNER + FRAUEN
GESCHLECHTERKAMPF - EIN SINNLOSES GEGENEINANDER

MISOGYNIE - HASS AUF FRAUEN


Es kann auf der Erde keinen Frieden geben,
solange in der Liebe Krieg ist.
Die Entstehung gewaltfreier Kulturen kann nur eintreten, wenn der Geschlechterkampf gründlich überwunden wird.

Sabine Lichtenfels A1

Frauenhass ist ein Phänomen, das sich durch viele Kulturen und lange geschichtliche Zeiträume zieht. Verstehen kann ich es bis heute nicht, dass sich diese scheußliche Kluft zwischen den Geschlechtern aufgetan hat.
In der Bibel findet man doch schon dieses schöne Bild vom Menschen als Mann und Frau.

Wenn ich auf diese Frage eingehe, dann ignoriere ich nicht die vielen Einzelschicksale, in denen Männer oder Frauen schlimme, entsetzliche, zerstörerische Erfahrungen in Partnerschaften oder in der Gesellschaft durch einzelne Männer oder einzelne Frauen machen  mussten.

Mir geht es hier jedoch um die Kulturlosigkeit des Frauenhasses als ein gesellschaftliches Phänomen.

Seinen sichtbarsten Ausdruck hat dieser Hass vielleicht in der so genannten "Hexenverfolgung" hier in Europa gefunden. Doch er hatte Vorläufer, die weit in die Geschichte zurück reichen.
Und er hat Auswirkungen bis in die Gegenwart.

Eine Episode von vor mehr als 20 Jahren fällt mir ein:
im Projekt des PFLUG e. V. hier in Wittenberg wurden Berichte von Zeitzeugen aus der Nachkriegszeit aufgezeichnet.
U. a. ging es bei den Erzählungen auch um ein Dekret der Sowjetischen Militäradministration (SMA) aus dem Jahr 1946, dass gleicher Lohn für gleiche Arbeit für Männer, Frauen und Jugenliche durchzusetzen sei.
Einige Männer machten damals einen Höllenaufstand.
Wir sprachen darüber und ich fragte in die Runde:
            "Warum haben sich die Männer damals denn so aufgeregt
               über diesen Beschluss?
               Schließlich wurde ihnen damit ja nichts weggenommen."
Eine Kollegin erwiderte:
              "Es ging ihnen doch im die Ehre."
Das fand ich ausgesprochen nachdenkenswert:
           Ökonomische Existenzfrage               versus      männliches "Ehrgefühl"
            der  Frauen, die oft durch den Krieg
            verwitwet waren und die Kinder allein
            ernähren mussten

Über die faktische Ungleichheit und die  nach wie vor nicht existierende Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen bis in die Gegenwart  muss ich an dieser Stelle gewiss nichts schreiben.
Als die Frauen begannen, sich dagegen zu wehren, wurden sie mit einer Welle des Hasses überschwemmt. Die Ideologie des Antifeminismus war geboren.
In ihm sehe ich die bis heute wirksame Hauptform des Frauenhasses.

Im Jahr 2007 gab der Verlag Zweitausendeins ein Buch heraus
      Jack Holland
      Misogynie - Die Geschichte des Frauenhasses.
Auf deren Website wurde es damals mit diesem Text vorgestellt (Textauszug): Im antiken Griechenland und Rom gehörten Frauen zum vererbbaren Besitz erst ihres Vaters, dann ihres Ehemannes, die alle rechtliche Gewalt bis hin zur Verhängung der Todesstrafe über sie ausübten. Noch in der Neuzeit werden Frauen als Hexen verbrannt, verlieren in England und Frankreich noch im 19. Jahrhundert eigenen Besitz bei der Eheschließung an den Gatten und sein Züchtigungsrecht gegenüber seiner Frau ist gesetzlich verankert. Bis heute kämpfen Frauen in hochentwickelten Industrieländern um gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit. Witwenverbrennung und Klitorisamputationen in Nordafrika, Massenvergewaltigung von Frauen in Kriegsgebieten sind traurige Realität.

Jack Holland verfolgt die misogyne Grundhaltung, die sich durch die Geschichte nicht nur des Westens zieht, zurück bis zu ihren Wurzeln in der griechischen Philosophie und in der christlichen Lehre, den beiden Eckpfeilern der gesamten abendländischen Kultur. Er zeigt, wie männliche Denker und Schriftsteller von Platon und Aristoteles über Juvenal und Rousseau bis Weininger die aberwitzigsten, mal wissenschaftlich, mal philosophisch untermauerten Begründungen für ihre Theorie der naturgegebenen Minderwertigkeit der Frau geliefert haben. Und er zeigt, dass sich hinter diesen Theorien auch tief sitzende Ängste des Mannes vor der weiblichen Sexualität verbergen.


Wenn Männer andere Männer beschimpfen, weil diese frauenfreundlich sind
Wer kennt einen "lila Pudel" bzw. einen "lila Welpen"?
Damit werden - zumindest auf der Website WikiMANNia -   "Männer bezeichnet, die feministische Ansichten vertreten".(entnommen dem "Bento"-Artikel s. u.)

Man könnte über solcherart bezeichnete Männer auch sagen, dass sie keine Frauenhasser sind. Aber das wäre abartig - Männer sollen nicht darüber definiert werden, ob sie Frauen hassen oder nicht.
Auch in der Verneinung des Phänomens existiert es weiter.
Ich wünsche mir, dass das Wort "Frauenhass" aus dem Wortschatz der Menschen ebenso verschwindet wie das Wort "Männerhass" und "Menschenhass".
(Hass als möglicher Teil des individuellen Gefühlsspektrum ist von diesem Wunsch nicht betroffen. Dieser Gedanke gehört jedoch nicht in dieses Thema.)

Wer sich ein genaueres Bild über das Phänomen "Frauenhass" machen will, kann auf der Website "WikiMANNia" (die ich hier ganz gewiss nicht verlinken werde  - sehr viele anschauliche Beispiele finden.
Eine lesenswerte Einschätzung dieser Hass-Plattform gibt "Das junge Magazin vom SPIEGEL" in einem Artikel vom Dezember 2019:
www.bento.de/politik/wikimannia-das-frauenhassportal-macht-dicht-oder-doch-nicht-~ externer Link

Die Wirksamkeit solcher frauenfeindlicher Darstellungen liegt in einer sehr anschaulichen Sprache,  im Aufgreifen echter Probleme der Geschlechterbeziehungen und dem Vorgaukel von objektiver Darstellung dieser Probleme.

Dass es bei der WikiMANNia um eine eindeutig hass-ideologische Seite handelt, ist nicht zuletzt daran zu erkennen, dass keine direkt als Impressum bezeichnete Seite existiert. Falls so etwas ähnliches vorhanden sein sollte, ist es gut versteckt.
Im  o. g. Artikel wird eines erwähnt, das jedoch gefälscht sein könnte. Zumindest ist unbekannt, wer als Betreiber bzw. Herausgeber bzw. Redaktion tätig ist.

Wer sich im Internet nicht mit echtem Namen zu seinen Worten bekennt, dem gegenüber hat mal allen Grund, misstrauisch zu sein.

Ich habe mir erst einige Seiten dieser Website angesehen, will das aber noch fortsetzen.
Ich will nicht zu optimistisch sein, aber vielleicht finde ich dort doch den einen oder anderen guten (meint nachdenkenswerten) Gedanken.
Unabhängig davon, mit welcher Zielrichtung die Texte auf dieser Website veröffentlicht wurden, rechne ich damit, doch den einen oder anderen Kritikpunkt zu finden, der mir helfen kann, das Phänomen Frauenhass besser zu verstehen. Gern werde ich hier dann auch begründete Kritik, gleichgültig, ob sie sachlich oder unsachlich geäußert wurde, aufgreifen.

Vor allem hoffe ich, beim Lesen einiger dieser Seiten der Aufschluss über die Psyche der Schreiber dieser Artikel zu bekommen:
Warum sind sie so hasserfüllt auf die Frauen allgemein und auf eine Gesellschaft, die für Gleichberechtigung zwischen den Menschen eintritt?

Leseempfehlung
Empfehlen kann ich zu diesem Thema auch den Wikipedia-Artikel über "Männerrechtsbewegung" bzw. "Männerbewegung":
          de.wikipedia.org/wiki/Männerrechtsbewegung externer Link
und
          de.wikipedia.org/wiki/Männerbewegungexterner Link


Anmerkung A1

siehe LICHTENFELS, S. (in DIE BESTEN GEDANKEN » VISIONEN, These 2 "Beendigung des Geschlechterkampfes")

Seitenversion: neu 31.01.2020, erster Text"
URL:   www.brunhild-krueger.de/men/men5-maennerundfrauen/men55-geschlechterkampf/men553_misogynie.html

Bearbeitungsnotizen:
• neu 31.01.2020 - erster Text
• angelegt 31.12.2019 - leer, "in Arbeit"