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GOTTES NESTHÄKCHEN, DER ATHEIST

Gottes Nesthäkchen, der Atheist, macht seinem Schöpfer höchste Freude.

Mit der Zeit wurde mir immer klarer, dass man es sich zu einfach macht, wenn man sagt
"Es gibt keinen Gott."  Andererseits möchte ich es so formulieren: Gott "verdammt" den Atheisten und  den Agnostiker nicht.
Im Gegenteil, ich glaube, er amüsiert sich köstlich über sein "Nesthäkchen", wenn er dessen Mühen sieht, ihn zu ignorieren.


Hierzu gibt es erste Texte:
- Es gehört in mehrfacher Hinsicht Mut dazu, Atheist zu sein
- Wie gefährlich sind Atheisten für Christen?
- Warum Christen die fortschreitende Säkularisierung nicht verstehen können
- Zitate über Christen und Atheisten
- Kann die Kampfansage der Kirchen gegen den Atheismus den Atheisten noch einmal gefährlich werden?
- "Der liebe Gott verlässt einen guten Atheisten nicht."


Es gehört in mehrfacher Hinsicht Mut dazu, Atheist zu sein

- Die Angst vor dem Tod muss überwunden werden, denn er kann nicht mit einem Weiterleben nach dem Tod rechnen.
- Früher war es sogar lebensgefährlich, sich als Atheist zu bekennen, als "Gottloser".  Zu den prominentesten Vertretern der wegen "Asebie" (Gottlosigkeit) zum Tode Verurteilten gehört Sokrates.
- Nebenbei angemerkt - diese Verfolgung von Menschen in Zeiten fehlender Glaubensfreiheit hat wesentlich zur Heuchelei erzogen. Bis heute sind in christlichen Gemeinschaften viele echte Nichtchristen (Atheisten), nicht gezählt die vielen gedankenlosen "Gewohnheitschristen", denen der Glaube eher gleichgültig ist.
- Auch die Ablehnung und Ausgrenzung in einer überwiegend religiös geprägten Gesellschaft muss erst einmal ertragen werden können.
- Vor allem muss ein Atheist ertragen, wenn gläubige Heuchler sich ihm überlegen fühlen.
Das Ertragen von religiöser Heuchelei, Selbstgefälligkeit und Überlegenheitsgefühlen den "Andersgläubigen" oder "Ungläubigen" gegenüber, die genau dann und dadurch passiert, dass es eine gesellschaftliche Wertung der Religionszugehörigkeit in einer religiös geprägten Gesellschaft gibt, ist ziemlich schwierig. 
Ich fürchte, erst wenn der Glaube des Einzelnen in der Öffentlichkeit uninteressant geworden ist, lässt sich diese Heuchelei überwinden.
- Oft wird behauptet, dass ein Mensch für eine moralische Haltung unbedingt den christlichen Glauben benötigt, nur dieser Glaube würde die besten bzw. sogar die einzigen akzeptablen Werte vorgeben. Das spricht anderen, "ungläubigen" bzw. "gottlosen" Menschen die Fähigkeit zum verantwortungsvollen Handeln, zur Nächstenliebe usw. ab.
Damit wird der christliche Glaube sozusagen zu einem "Wert als Selbstzweck": Christ zu sein ist ein besonderer Wert, den ein Mensch hat oder eben nicht hat.
Mit diesem "Wert" werden Menschen in Gruppen eingeteilt:  (besonders) wertvoll, minderwertig, wertlos.


Wie gefährlich sind Atheisten für Christen?

(Text vom 15.07.2017)
Diese Frage stellte sich mir im Zusammenhang mit einer Rechere zum Wort "kirchenfeindlich"
(siehe dazu in der WORTSAMMLUNG - K, unter "Kirche" bzw. "kirchenfeindlich"
- in SPRACHLIEBE)
Die "Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen" hat im Jahr 2012 eine Studie zum Thema "Dialog und Auseinandersetzung mit Atheisten und Humanisten" erstellt,  zu der man auf ihrer Website auch eine "Einführung" finden kann:
ezw-berlin.de/downloads/ezw_texte_232_einfuehrung.pdf »externer Link«   (aufgerufen 18.06.2017)

Einen interessanten Text über diese Studie habe ich auf der Website der "Evangelischen Allianz Deutschlands" 
gefunden, in der es z. B. heißt (Hervorhebung im Text von mir - B.K.)

» Was im Dialog mit Atheisten zu beachten ist
Für das Gespräch mit Atheisten empfiehlt die Studie, die Prinzipien des interreligiösen Dialogs anzuwenden: Ihnen sollte mit Respekt begegnet und das Recht auf eine eigene Weltanschauung zugestanden werden. Wörtlich heißt es: „Atheisten und Konfessionslose sollten von Christen weder als Bedrohung für ihren Glauben angesehen noch als Menschen mit einem Mangel an religiöser Begabung deklassiert werden. Vielmehr ist immer wieder nachzufragen, woran der glaubt, der nicht glaubt, wie er in seinem Leben Sinnfragen beantwortet, ethische Entscheidungen begründet und Lebenskrisen bewältigt.“ Christen sollten nicht als Besserwisser auftreten, wohl aber deutlich machen, dass für sie selbst der christliche Glaube der beste Weg sei, Orientierung, Sinn und Trost zu finden. Die Studie rät Christen ferner, offen für Kritik an den Schattenseiten der eigenen Tradition und gegenüber Fehlformen des Glaubens zu sein.«


(Die "Evangelische Allianz Deutschlands" sieht sich als Netzwerk evangelisch-protestantischer Kirchen und Gemeinschaften, betreibt die Website www.ead.de.) 
Wem dieser Text noch nicht genügt, dem empfehle ich einen Text des "hpd", des Humanistischen Pressedienstes zu dieser Studie unter
hpd.de/node/12913  »externer Link«  , in dem man z. B. dieses bemerkenswerte Zitat eines Theologie-Professors, Günther Wenz, aus der Studie findet:
„Es ist dringend an der Zeit, aus atheistischen Albträumen zu erwachen - in Berlin, in Europa und auf der ganzen Welt.“
Es klingt wie ein Freudscher Versprecher: den Kirchenvertretern ist der Atheismus zum Albtraum geworden.


Warum Christen die fortschreitende Säkularisierung nicht verstehen können

Ich habe den Eindruck, dass die Christen das Phänomen der fortschreitenden Säkularisierung in den westeuropäischen Ländern und insbesondere in Deutschland noch immer nicht richtig verstanden haben: sie können die Ursachen dafür einfach nicht erkennen. Hofften sie nach der Wende noch, die abtrünnigen Ex-DDR-Bürger wieder heim in den Schoß der Kirche holen zu können, mussten sie erkennen, dass diese Bürger eine Art Immunität gegen christliche Verkündigungen entwickelt hatten. Schlimmer war jedoch, dass sich diese Immunität auch im Westen rasant ausbreitete: die Kirchen verloren immer mehr Mitglieder. 
Haben die Ossis die Wessis angesteckt, ist der Atheismus eine Art Pest oder ist gar der Teufel am Werk?


Zitate über Christen und Atheisten

"Es gibt so viele nette Christen. Was ich nicht verstehe, ist der missionarische Eifer. Das machen Atheisten nicht. Sie gehen nicht von Haustür zu Haustür, klingeln und sagen: Tach, ich möchte mit Ihnen gern mal über Gott lästern."
(Martin Zingsheim, Kabarettist, zitiert in der MZ vom 17.05.2016 auf S. 24)

"Der vollkommene Atheist steht auf der vorletzten Stufe vor dem vollkommensten Glauben – ob er ihn nun erreicht oder nicht -, der Gleichgültige aber hat gar keinen Glauben mehr, nur eine erbärmliche Angst."
Fjodor M. Dostojewski
(gefunden auf http://zitate-aphorismen.de/autor-in-zitate/fjodor-m-dostojewski/
am 06.06.2016, als Quelle wird genannt:
Die Dämonen, Sämtliche Werke in zehn Bänden, 1. Aufl. München: Piper, 2004, S. 491,
ISBN: 3492022871)



Kann die Kampfansage der Christen an den Atheismus noch einmal gefährlich für Atheisten werden?

Als ich das Thema "Gottes Nesthäkchen" ins Netz stellte, sollte es eher eine heiter-phantasievolle Schreiberei über Atheisten werden. In der Vorstellung, wie ein womöglich tatsächlich existierender Gott  einen "Ungläubigen", einen "Gottlosen", einen "Atheisten" sehen würde, lagen schon sehr viele interessante Gedankenspiel-Möglichkeiten.
Der Gedanke, welche Überraschung es für einen Atheisten sei, eines Tages doch Gottes Wirken zu erkennen, hatte etwas ausgesprochen Komisches.
Ich hatte diese Vorstellung in diesem Gedanken auf die Spitze getrieben in der Frage: Was ist, wenn sich der eine oder der andere irrt in seinem Glauben oder Unglauben?
Während der Atheist nach seinem Tod dann ein großes Wunder erleben kann,
bekommt der Christ nicht einmal mit, dass er sich geirrt hat.

Nun, bei meiner Recherche zu diesen Fragen, stelle ich auf einmal fest, dass in diesem Thema eine gigantische gesellschaftliche Problematik steckt:
Dem Atheismus ist offenbar nach wie vor der Kampf angesagt.
Kann das für Atheisten noch einmal gefährlich werden?


"Der liebe Gott verlässt einen guten Atheisten nicht."

Das war ein gern geäußerter Ausspruch in der DDR. Die Vorstellung von einem Gott war nicht verschwunden, in scheinbarer Akzeptanz seiner Existenz spielte man mit derselben. Man tat gegen seine innnere Einstellung gelegentlich so, als würde es Gott geben. 
Offenbar gefiel dieses Gottbild "dem da oben" gar nicht so schlecht. Zumindest amüsierte er sich, wenn er den Spruch hörte.
Wenn ich solche Gedanken schreiben kann, dann hängt das mit meinen eigenen "Erfahrungen mit Gott" zusammen:
Ich habe erlebt, dass er mich auch in meiner tiefsten atheistischen Phase begleitet hat.
Doch das steht an anderer Stelle.
Meine eigene Beziehung zu "Gott" will ich gelegentlich an anderer Stelle vorstellen. Hier sei nur erwähnt, dass ich christlich-evangelisch erzogen wurde, dann durch die wissenschaftlich fundierte Schulbildung in der DDR überzeugte Atheistin wurde. Nach der Wende habe ich mich dann ausführlich mit Gottbildern beschäftigt ...
(siehe auch die Einleitung auf der Startseite zu diesem Thema - GOTT UND DIE WELT)



Seitenversion:
erg. 15.07.2017
URL:  www.brunhild-krueger.de/guw/guw02-nesthaekchen/guw020_nesthaekchen.html

 
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Bearbeitungsnotizen:
Das ist eine Liste von weiteren Themen, die hier noch eine Rolle spielen sollen:
- Nullaspekt Gottes
- Hauptproblem der Christen mit den Atheisten: "gottlose Moral"
Wenn Gott also den Atheisten duldet, ermöglicht, dann hat er einen Grund dafür:
dem Christen einen Spiegel vorzuhalten: wie ehrlich ist dein Glaube, wie weit geht deine Nächstenliebe, ertrage, dass andere anders glauben
- Welle-Teilchen-Dualismus und Grundfrage der Philosophie erwähnen

unbedingt einzubeziehen:
Grundfrage der Philosophie - die NOCH NICHT BEANTWORTET IST, noch immer STREITFRAGE ist!
Die "Grundfrage der Philosophie" fragt nach dem Verhältnis von Sein und Bewusstsein, von Materie und Geist, nach der Beziehung zwischen Gott und Welt

Asebie  (Gottlosigkeit)- die untrennbare Verbindung von Staat und Religion in der rechtlich geschützten Staatsreligion, die Verfolgung von "Gottlosigkeit" durch den Staat,
war im Alten Griechenlang Usus - Sokrates wurde wegen "Asebie" zum Tode verurteilt,
(siehe de.wikipedia.org/wiki/Asebie externer link)
Gegenwort Eusebeia hängt mit "fromm" zusammen
ebenda:
Protagoras "wurde aus Athen verbannt, weil er in seiner Schrift Über die Götter sagte: Von den Göttern vermag ich nicht zu erkennen, ob sie existieren oder nicht und wie sie gestaltet sind."

verknüpft mit men1_christlichesbild.html - DAS CHRISTLICHE MENSCHENBILD - dort die Frage, warum es für Atheisten kaum möglich ist, "zurück zum Glauben" zu finden