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WISSENSCHAFT - RHETICUS, EIN VERGESSENES GENIE

Wie es mir gelang, Rheticus in Wittenberg bekannt zu machen


Anlässlich des 500. Geburtstages von Rheticus am 16. 2. 2014 habe ich seit August 2013 versucht, diese interessante und für das moderne  Weltbild äußerst wichtige historische Persönlichkeit in der Öffentlichkeit etwas bekannter zu machen.

Anfangs titelte ich diese Seite noch "Der vergessene 500. Geburtstag von Rheticus". Nun hat sich im Laufe des Jahres 2014 einiges getan: Die Stadt Wittenberg wird Rheticus nicht mehr vergessen - hoffe ich.

Bis Ende des Jahres 2013 war Rheticus selbst hier in Wittenberg, von wo er auszog nach Frauenburg zum Domherrn Kopernikus, den meisten Einwohnern völlig unbekannt.

Doch "ohne Rheticus kein Kopernikus" - ohne sein Engagement hätte Kopernikus sich wohl nicht entschlossen, seine Ausarbeitungen drucken zu lassen. Die Änderung, die das bewirkte - der Übergang vom geozentrischen Weltbild (Erde ruht im Mittelpunkt der Welt) zum heliozentrischen Weltbild (Erde kreist mit den anderen Planeten um die ruhende Sonne) - war eine der größten geistigen Revolutionen der Menschheit und wird gern als "kopernikanische Wende" bezeichnet. Rheticus war in diesem Sinne ein "Wegbereiter der Neuzeit", wie das Buch zweier Feldkircher Autoren überschrieben ist.

Heutzutage denkt man dank hoher Allgemeinbildung, dass die wichtigsten Personen der Geschichte auch bekannt sind und die nicht bekannten "also" (demzufolge) nicht wichtig sind.
Man kann aber auch sagen: in der unüberschaubaren Zahl historischer Fakten kann man gar nicht alles wissen. Da fällt es dem Einzelnen nicht auf, wenn jemand, der wichtig war und ist, einfach verschwiegen wird oder seine Wichtigkeit heute eine andere ist als früher.

Je länger ich mich mit Rheticus befasste, um so mehr fragte ich mich:
WIRD ER VERSCHWIEGEN ODER IST SEINE WICHTIGKEIT NUR NOCH NICHT ERKANNT?

Es gibt zahlreiche Anhänger und Freunde von Rheticus, einige Bücher über ihn, sogar ein "Rheticus-Jahr" gibt es.
Details aus seinem Leben können gegoogelt werden.

Hier stelle ich einige Informationen zusammen über Rheticus und  Ereignisse rund um seinen 500. Geburtstag:
- In Wittenberg hat sich viel getan - Rheticus ist nicht vergessen (Der Stand der Dinge im November 2014)
- In Feldkirch, seinem Geburtsort, gibt es Festveranstaltung, Jahresausstellung  und das "Rheticus-Jahr"
- Ein Buch "Rheticus zum 500. Geburtstag" ist im Januar 2014 erschienen.
- Was sich in der Lutherstadt Wittenberg (nicht) tut ...  (Der Stand der Dinge im März 2014)
- Am Rande erwähnt (ein Sachbuch, ein Roman und ein Kinderbuch)

 

In Wittenberg hat sich viel getan - Rheticus ist nicht vergessen


22.11.2014
Mit großer Freude kann ich berichten, dass es in der Evangelischen Akademie Sachsen-Anhalts hier in Wittenberg am 24. Oktober eine Festveranstaltung zu Ehren des 500. Geburtstages von Rheticus gegeben hat, über die auch in der lokalen Presse berichtet wurde.

Der Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Dr. Reiner Haseloff (Physiker), hielt die Festrede. Gäste aus Feldkirch waren anwesend, die sich zuvor ins Gästebuch der Stadt eingetragen hatten: Die Stadträtin Frau Dr. Barbara Schöbi-Fink überbrachte die Grüße des Bürgermeisters der Stadt. Ihr Gatte, Herr Dr. Philipp Schöbi, einer der beiden Autoren des neuen Buches "Rheticus - Wegbereiter der Neuzeit" war ebenfalls anwesend.
Am 17. November kam es zu einer akademischen Festveranstaltung in der Leucorea - gemeinsam mit der Leopoldina, der "Deutschen Akademie der Naturforscher".

Die beiden Städte Feldkirch und Wittenberg wollen auch in Zukunft in Kontakt bleiben.

Hier können Sie die Einladungen zu den beiden Veranstaltungen als pdf-Dateien einsehen:
für den 24.10.2014   und für den 17.11.2014
 
 


In Feldkirch, seinem Geburtsort, gibt es Festveranstaltung, Jahresausstellung
- und das "Rheticus-Jahr"


Dem Städchen Feldkirch in Vorarlberg / Österreich ist der dort geborene Georg Joachim Rheticus nicht nur ehrendes Gedenken und ein Denkmal der besonderen Art wert - nein, ihm wird ein ganzes "Rheticus-Jahr" gewidmet und eine Ausstellung gezeigt, die das ganze Jahr 2014 zu sehen sein wird. Am Wochenende des Jubiläums - der 500. Geburtstag fällt auf einen Sonntag - gibt es ein ausführliches Programm.
Nähere Informationen finden sich auf folgenden Seiten der Website der Stadt Feldkirch:
(am 27.11.2016 Links überprüft und ggf. geändert)
www.feldkirch.at/rathaus/bibliothek/rheticus-jahr-2014/wittenberg-und-feldkirch-1 externer link

www.feldkirch.at/rathaus/bibliothek/rheticus-jahr-2014/programm-und-veranstaltungen-im-rheticus-jahr-2014 externer link

www.feldkirch.at/rathaus/bibliothek/rheticus-jahr-2014/ohne-rheticus-kein-kopernikus externer link

Die Festrede von Prof. Dennis Danielson am 500. Geburtstag ist zu finden unter
www.feldkirch.at/stadt/bildung-kultur/rheticus-jahr-2014/festrede-von-prof-dennis-danielson externer link

In Feldkirch gibt es eine "Rheticus-Gesellschaft", deren Website man unter www.rheticus.com/ externer link erreicht.


Das unten (im Thema "Was sich in der Lutherstadt Wittenberg (nicht) tut ...") erwähnte Buch der Rheticus-Gesellschaft ist inzwischen (23.04.2014) in neuer, erweiterter Auflage erschienen. Einer der beiden Autoren, Dr. Philipp Schöbi schickte mir im April entsprechende Informationen über die Präsentation des Buches, die ich hier verlinke:
www.rheticus.com/archiv/berichte-2014/82-neues-buch-rheticus-wegbereiter-der-neuzeit-vorgestellt externer link 

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Ein Buch "Rheticus zum 500. Geburtstag"

Im Januar 2014 ist ein Buch oder Büchlein erschienen:
"Rheticus zum 500. Geburtstag - Mathematiker, Arzt, Astronom"

von Stefan Hildebrandt[Quelle Hildebrandt].
In der "Leipziger Internetzeitung" (www.l-iz.de, der Artikel ist nicht mehr kostenlos abrufbar)   wurde unter der Überschrift:
Ein Buch würdigt den Leipziger Geburtshelfer der Kopernikanischen Wende: Rheticus zum 500. Geburtstag
von Ralf Junke u. a. geschrieben:
dass Rheticus Kontakt zu Luther und Melanchthon hatte, wobei letzterer "schnell erkannte, dass der junge Mann genau der Typus des modernen, aufgeschlossenen Forschers war, den er sich in seinem Bildungsideal erhoffte. Melanchthon war es, der den jungen Rheticus auf das Studium der Mathematik und der Astronomie lenkte und dafür sorgte, dass der nach seinem Magisterabschluss schleunigst eine Berufung als Professor bekam. Ein kleines Blitzlicht auf Melanchthons Strategie, aus der 1502 am "Rande der zivilisierten Welt" gegründeten Universität Wittenberg die führende Bildungseinrichtung in deutschen Landen zu machen.
Doch Rheticus war in doppelter Weise der moderne Forschertypus. Er ... nahm sich Urlaub, um auf (Bildungs-)Reise zu gehen. Nach Frauenburg, wo ein Astronom saß, von dem zu dieser Zeit nur Wenige gehört hatten, der aber gerade das alte Ptolemäische Weltbild umgestürzt hatte: Kopernikus. Die "Kopernikanische Wende" hätte durchaus noch ein paar Jahrzehnte später stattfinden können, wenn nicht Rheticus den Frauenburger Astronomen dazu bewegt hätte, sein Lebenswerk zu veröffentlichen. Was aber erst der zweite Schritt war. Denn das Werk war so komplex, dass es eigentlich einen Boten brauchte, einen Mann, der fähig war, die Grundthese so verständlich zu vermitteln, dass auch die zeitgenössischen Astronomen in der Lage waren zu verstehen, worin der Unterschied dieses neuen, heliozentrischen Weltbildes nun im Vergleich mit dem nach wie vor schulbestimmenden geozentrischen Weltbild des Claudius Ptolemäus lag."


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Was sich in der Lutherstadt Wittenberg (nicht) tut ...  (März 2014)

Diese historische Leistung müsste doch auch hier in der Lutherstadt, dem Ort, von dem Rheticus aufbrach, gewürdigt werden. Das sollte man meinen. Jedoch ist dieser Name hier so gut wie unbekannt. Die meisten Wittenberger, die ich fragte, haben diesen Namen noch nie in ihrem Leben gehört.

Warum - das ist meine Frage, die mir bisher noch keiner hier in Wittenberg beantworten konnte - ist das so? Warum wurde er ausgerechnet hier  in Wittenberg fast völlig vergessen?

Schließlich kann man seine Wirkung auf die Geistesgeschichte durchaus mit dem Wirken Martin Luthers vergleichen:
"Rheticus - Wegbereiter der Neuzeit" nannte die Feldkircher Rheticus-Gesellschaft das Buch über ihn [Quelle Wanner und Schöbi].

Die Reformation allein hat die Neuzeit nicht herbeigeführt.
Die Neuzeit hat viele "Väter": dazu gehörten geistige Riesen wie Kopernikus, Michelangelo, Leonardo da Vinci, dazu gehören moderne Händler wie die Fugger, dazu gehören sicher noch viele Menschen mehr, die den Geist der Neuzeit aufgriffen und gegen die alte Denkweise allmählich durchsetzten. Die Reformation selbst und die Leistungen Luthers sind nur ein Teil dieser geistigen Wende.

Inzwischen habe ich zahlreiche maßgebliche Personen in Wittenberg von diesem Jubiläum in Kenntnis gesetzt, immer in der Hoffnung, jemand  von ihnen würde sagen: "Ja, da müssen wir dringend was tun. Rheticus ist wichtig in der Stadtgeschichte, in der Wissenschaftsgeschichte unserer Stadt, als Zeitgenosse von Luther und Melanchthon, als ein Mensch, auf den wir stolz sind, dass er einst in den Mauern unserer Stadt lebte, lernte und lehrte."

So hatte ich z. B. dem Direktor der Luthergedenkstätten, Dr. Stefan Rhein, in einer Mail u. a. von der Festveranstaltung in Feldkirch geschrieben und die Meinung vertreten, dass es sich für Wittenberg eigentlich gehören würde, mit einer repräsentativen Delegation daran teilzunehmen.
Schließlich ist Rheticus ja als Zeitgenosse Luthers und Melanchthons gar nicht wegzudenken aus dem geistigen Umbruch dieser Zeit, der vielleicht mit dem Thesenanschlag Martin Luthers seinen sichtbaren Anfang nahm, der dann aber weiterging, auch mit dem, was Rheticus dazu beitrug.

Doch in Wittenberg stehen alle Zeichen nur  und ausschließlich auf Vorbereitung des 500. Jahrestages der Reformation. Da ist für Rheticus kein Platz und keine Zeit. 

Schrieb ich Anfang Februar 2014 hier noch:
"Ich würde mich sehr freuen, in nächster Zeit besseres berichten zu können über die Würdigung von Rheticus hier in Wittenberg."
kann ich nun melden, dass sich doch einiges tun wird auch hier in Wittenberg.

Es war mir gelungen, den "Wochenspiegel", ein lokales Anzeigenblatt, für Rheticus zu interessieren. Der Artikel  vom 05.02.2014 ist abrufbar unter
www.wochenspiegel-web.de/~~/Rheticus__Das_verkannte_Genie.html externer link.
(Der Link ist nicht kopierbar, da der Text hier gekürzt ist, er ist aber korrekt verlinkt.)

Seitens der Evangelischen Akademie Sachsen-Anhalts (Sitz hier in Wittenberg) ist in diesem Jahr eine Veranstaltung zu Rheticus geplant. Die Bibliothek des Predigerseminars (zur Zeit im Zeughaus in der Juristenstraße untergebracht) will Besuchern Bücher von und über Rheticus näherbringen.
Der  Wittenberger CAMPUS-Verein steht mit der Rheticus-Gesellschaft in Feldkirch in Kontakt und bemüht sich, die dort erarbeitete Rheticus-Ausstellung (die noch bis Ende des Jahres in Feldkirch gezeigt wird) im kommenden Jahr nach Wittenberg zu holen.
Auch die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Rechtsnachfolger der Wittenberger Universität "Leucorea", wird - so lautet meine jüngste Information - sich um eine entsprechende Würdigung von Rheticus kümmern.

Im Oktober d. J. soll es hier in der Lutherstadt eine festliche Veranstaltung zur Würdigung des 500. Geburtstages von Rheticus geben, auf der der Ministerpräsident Sachsen-Anhalts, der Wittenberger Physiker Dr. Reiner Haseloff, sprechen wird.



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Am Rande erwähnt


Ein Sachbuch über die Geschichte der Entdeckung des Kosmos
In dem im Jahr 2009 erschienenen Buch "Helden des Himmels" hat Christian Pinter "Geschichten vom Kosmos und seinen Entdeckern" aufgeschrieben. Darin ist auch ein Beitrag über Rheticus und Kopernikus.
"Des Domherrn einziger Schüler - Nikolaus Kopernikus trägt eine revolutionäre Kosmologie im Kopf. Ohne den Vorarlberger Joachim Rheticus ginge sie wohl nie in Druck." (S. 75 - 81)
Zwei sich anschließende Kapitel befassen sich mit den Gedanken von Tycho Brahe und Giordano Bruno, die beide ebenfalls eine Zeitlang in Wittenberg lebten und wirkten.
(ISBN 978-3-218-00794-8)
Dr. Christian Pinter lebt in Wien.
Auf www.himmelszelt.at externer link stellt er das Buch und weitere Artikel zur Entdeckung des Kosmos vor. Er bietet auch Vorträge zu seinem Buch an (Das Buch » Lesungen).


Ein Roman über Rheticus und Kopernikus
Ein Herr Günther hat einen Roman über Rheticus und Kopernikus geschrieben, den seine Enkelin gern als Buch herausgeben würde. Sie sucht noch einen Verlag dafür.
Weitere Informationen gibt es auf:
kopernikus-rheticus.de/index.html externer link


Ein Kinderbuch über Astronomen der  Neuzeit
Das Buch, das in meiner Kindheit so großen Eindruck auf mich machte, will ich ebenfalls nicht unerwähnt lassens, auch wenn Rheticus darin nur auf wenigen Seiten erwähnt wird:
Günter Radczun:
"Und sie bewegt sich doch"

erschien im Jahr 1961 in der 1. Auflage im Kinderbuchverlag Berlin (DDR), war für Leser ab 13 Jahre und mischte Fakten und realitätsnahe fiktive Episoden aus dem Leben und den Erkenntnissen von Kopernikus, Giordano Bruno, Kepler und Galilei.
In dem Bericht über Nikolaus Kopernikus wurde auch die Leistung von Rheticus, dem Mathematikprofessor aus Wittenberg, erwähnt.



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Seitenversion:  22.02.2016, Links überprüft am 06.12.2016
URL: www.brunhild-krueger.de/emi/emi4-wissenschaft/emi4_rheticus.html

 
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