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DIE BESTEN GEDANKEN

DIE BESTEN GEDANKEN AUS PHILOSOPHIE UND ETHIK

JESUS VON NAZARETH ALS PHILOSOPH
SEINE GUTEN GEDANKEN - AUCH FÜR ATHEISTEN


Da Jesus von Nazareth als Religionsstifter bekannt ist, von seinen Anhängern sogar als Gottes Sohn angebetet wird, hat man es bei Christen und Atheisten gleichermaßen schwer, auf Jesus als Philosoph zu verweisen. 

Die Worte von Jesus bzw. Worte, die man ihm in den Mund gelegt hat, finden sich nicht nur im Neuen Testament der Bibel, der "Heiligen Schrift" (siehe dazu auch im Thema SPIRITUALITÄT die Seite BIBEL, N.T.).  So sind  beispielsweise mehrere Bücher (Evangelien) über sein Leben gefunden worden in Nag Hammadi in Ägypten. Das berühmteste ist das "Thomas-Evangelium". Es wurde in dem Film "Sakrileg" etwas theatralisch erwähnt - doch die Grundaussage des Filmes, dass die Kirche dieses Evangelium am liebsten ignorieren würde, bleibt. Ebenso geht es mit anderen Evangelien, die - wenn man sie etwas genauer liest und verschiedene Informationen verknüpft - sehr viel Interessantes und auch historisch Logisches enthalten.

Hier auf dieser Seite gibt es philosophische Aussagen aus Texten, die nicht in der Bibel stehen und die diesem Jesus zugeordnet werden.
Wenn ich "Jesus" schreibe, dann in dem Sinne, dass ich hier nicht darüber streiten will, ob der historische Jesus wirklich diese Aussagen gemacht hat oder ob andere Autoren ihre Texte bzw. Gedanken  ihm sozusagen "untergeschoben" haben. [A1]

Denn der Gehalt dieser Worte ist aus meiner Sicht so interessant und wichtig, dass es für mich sekundär ist, wer sie als erster gedacht und wer sie aufgeschrieben hat.

Vorerst gebe ich hier einige Verse aus dem sogenannten "Thomas-Evangelium" [Quelle Apokryphen] wieder sowie zwei Versionen des Verses Nr. 70, die in ihrer unterschiedlichen Übersetzung bzw. Interpretation eine interessante Frage aufwerfen.







  Vers 22
Jesus sah, wie kleine Kinder gesäugt wurden. Er sagte zu seinen Jüngern: Diese kleinen Kinder, die gesäugt werden, gleichen denen, die ins Reich eingehen.
Sie sagten ihm: Werden wir, indem wir klein sind, ins Reich eingehen?
Jesus sprach zu ihnen: Wenn ihr die zwei zu eins macht[A2] und wenn ihr das Innere wie das Äußere macht und das Äußere wie das Innere und das Obere wie das Untere, und wenn ihr das Männliche und das Weibliche zu einem Einzigen macht, so dass das Männliche nicht mehr männlich und das Weibliche nicht mehr weiblich ist – wenn ihr das Auge durch ein anderes Auge ersetzt und eine Hand durch eine andere Hand und einen Fuß durch einen anderen Fuß, ein Bild durch ein anderes Bild – dann werdet ihr ins Reich eingehen.
 
  Vers 63
Jesus sprach: Es war ein reicher Mann, der viel Vermögen hatte. Er sagte: Ich werde mein  Vermögen einsetzen, um zu säen, zu ernten, zu pflanzen und meine Vorratskammern mit Frucht zu füllen, damit ich nicht Mangel leide. So dacht er in seinem Herzen. Und in der gleichen Nacht starb er. Wer Ohren hat, der höre.
 
  Vers 67
Jesus sprach: Und würde einer das All erkennen, dabei aber sich selbst nicht erkennen, so würde er die Erkenntnis des Ganzen doch verfehlen.
 
  Vers 70
Jesus sprach: Wenn ihr etwas (Unvergängliches) in euch hervorbringt, wird das, was ihr in euch habt, euch retten. Wenn ihr aber nichts in euch habt, wird das, was ihr nicht in euch habt, euch töten.
 
  Vers 70, 2. Version*
Jesus sprach: Wenn du hervorbringst, was in dir ist, wird dich das, was du hervorbringst, erretten. Wenn du aber nicht hervorbringst, was in dir ist, wird dich das, was du nicht hervorbringst, zerstören.
 
  Diese zweite Version habe ich notiert, weil das ein anschauliches Beispiel ist, wie man doch aus ein und demselben Urtext verschiedene Aussagen herauslesen kann und welche Fehler ggf. beim Übersetzen alter Texte passieren können. Für mich ist die 2. Version die wichtigere Aussage, weil sie zum Aktivsein ermutigt, während die erste eher ein niederschmetterndes Urteil ist, das nur Hoffnungslosigkeit produzieren kann.

* Zur Quelle der 2. Version der Übersetzung:
Diese 2. Version hörte ich als erstes überhaupt aus dem Thomasevangelium, von dem ich bis dahin noch nie gehört hatte. Sie ist aus einem vierteiligen Dokumentarfilm über Jesus, der Mitte der 90er Jahre (1996 ?) um die Weihnachtszeit gesendet wurde, ich glaube, es war von 3Sat. Sie  nannte sich: "Wer war dieser Mann?", Teil 4.
Ich gebe die deutsch gesprochene Übersetzung einer englisch-sprechenden Wissenschaftlerin oder Theologin (den Namen weiß  ich nicht mehr, es könnte aber Elaine Pagels gewesen sein) wieder, die ich mir damals notiert hatte.
Ich war von der Aussage dieses Vers 70 so begeistert, dass ich mir das Buch (s. o., Link auf die Quellenangabe) kurz danach kaufte. Dabei ließ ich mich von der Leiterin der damaligen Buchhandlung "Wort und Werk" beraten. Wir haben längere Zeit gesucht, bis wir eine Ausgabe der Apokryphen Schriften aus Nag Hammadi fanden, die Seriosität versprach.
 
 
Anmerkung A1
Man könnte es vergleichen mit Goethe und Faust: was hat der historische Faust gesagt, was hat Goethe "seinem" Faust in den Mund gelegt.

 
Anmerkung A2
Dieser Vers hatte eine unvorstellbare Wirkung auf mich.
Es war nicht nur der Text als solcher, sondern vor allem die Situation, in der ich ihn las, damals im Jahr 1998. Wenn man es so nennen will, wurde durch ihn mein ganzes weiteres Leben verändert. Wie ich das meine, schildere ich im Thema FRIDOLIN (Das Thema ist mit Stand 22.02.2016 noch in Arbeit)

 
Seitenversion:  überarbeitet am 22.02.2016
URL:  www.brunhild-krueger.de/dbg/dbg1-philo/dbg1_jesus.html

 
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