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DIE BESTEN GEDANKEN AUS KUNST, LITERATUR, PHANTASIE

VOLKSLIEDER UND VOLKSKUNST

Nein, hier wird keine Volksliedersammlung und keine Volkskunstausstellung geboten. Hier möchte ich ein paar Beispiele bringen für beste Gedanken in Liedern, die - in diesen ersten zwei Beispielen - nicht einmal "echte" Volkslieder sind, sondern Kunstlieder, die jedoch im ersten Fall zum Volkslied wurden bzw. im zweiten Fall Menschen sehr, sehr tief berührten und nachdenklich machten. Es geht mir einfach darum, diese Lieder zu bewahren, damit sie nicht ganz und gar in Vergessenheit geraten.

Es gibt "echte" Volkslieder, die sich über Generationen "weitervererben", ohne dass ein Textautor oder Komponist der Melodie bekannt ist. Andere Volkslieder wurden von bekannten Komponisten neu vertont, zum "Kunstlied" gemacht. Und dann gibt es noch die Lieder, bei denen sowohl Autor als auch Komponist  bekannt sind, die jedoch aufgrund ihres weiten Bekanntheitsgrades und der Häufigkeit, mit der sie gesungen wurden oder werden, den Charakter von Volksliedern angenommen haben. Das "Heidenröslein" von Goethe und die "Lorelei" von Heinrich Heine gehören zu diesen.

- Das Kinderlied "Kleine weiße Friedenstaube" ist ein solches, in der DDR zum "Volkslied" gewordenes Lied, bei dem der Autor bekannt ist.  Das Besondere daran ist, dass diese Autorin keine Künstlerin oder Schriftstellerin war, sondern eine "einfache Frau aus dem Volk". Deshalb stelle ich es gleich an den Anfang.

- "Mein Herz muss barfuß gehen durch diese Welt"
Auch dieses Lied ist ein "Kunstlied", noch gar nicht so alt: aus den 70er Jahren des vorigen Jahrhundert. Es handelt von der Frage nach der Lebensintensität, mit der jemand leben möchte: feinfühlig oder robust, an der Welt immer wieder leidend oder bequem und gleichgültig.
Es hat das Zeug zum Volkslied oder wenigstens zum  Chanson!

Beide Lieder berühren mich tief und mit der Veröffentlichung der beiden Texte möchte ich helfen, diese Lieder zu bewahren, damit sie nicht ganz und gar in Vergessenheit geraten.

 

Das Kinderlied "Kleine weiße Friedenstaube"

Eine Kindergärtnerin, Erika Mertke, schrieb in den 50er Jahren dieses Lied, Text und Melodie [Quelle Sputnik, Sputnik, kreise]. Es wurde in den Folgejahren bis zum Ende der DDR allen Kindern in den Kindergärten beigebracht.
1. Kleine weiße Friedenstaube,                             
fliege übers Land!
Allen Menschen, groß und kleinen,
bist du wohl bekannt.

2. Du sollst fliegen, Friedenstaube,
allen sag es hier,
dass nie wieder Krieg wir wollen,
Frieden wollen wir!

3. Fliege übers große Wasser,
über Berg und Tal,
bringe allen Menschen Frieden,
grüß sie tausendmal!

4. Und wir wünschen für die Reise
Freude und viel Glück!
Kleine weiße Friedenstaube,
komm recht bald zurück.
 
 
Auf der nun folgenden gescannte Seite aus dem Buch ist - ganz nebenbei -
ein weiteres Kinderlied zu sehen: "Über allen strahlt die Sonne"
(Die gescannte Seite ist hier verkleinert und damit ggf. etwas unleserlich wiedergegeben. Beim Klicken auf die Abbildung wird diese auf einer neuen Seite in voller Größe aufgerufen.)Lieder mit Noten
 
 

Mein Herz muss barfuß gehen durch diese Welt


"Alles geben die Götter ihren Lieblingen ganz,
alle Freuden, die unendlichen,
alle Leiden, die unendlichen,
alles ganz."
(Goethe)

Es ist nur beides zusammen zu haben: Freude UND Leid.
Wer feinfühlig ist, hat zwar eine höhere Lebensintensität, doch er muss auch Not, Leid und Elend der Welt aushalten können.
Es ist wie mit dem "absoluten Gehör": wer es hat, kann Musik in so hohem Maße genießen, wie es sich ein "Normalsterblicher" nicht einmal ansatzweise vorstellen kann. Doch er leidet gleichzeitig "wie ein Hund" an den Misstönen, die die Welt ebenfalls produziert.

Dieser Grundgedanke findet sich in einem wunderschönen Lied von Thomas Natschinski (Komposition) und Kurt Demmler (Text) wieder:

Kehrrreim: Mein Herz muss barfuss gehen durch diese Welt,
kein Schutz für seine Zehen wird ihm gestellt.
Kein Schutz für seine Sohlen, die sind so zart,
und ach die Wege dieser Welt sind so hart.

Mein Herz muss barfuss gehen und das tut weh,
mal durch die Feuerglut und mal durch den Schnee.
Streut man ihm Rosen, streut man ihm auch den Dorn,
trifft es auf Liebe, trifft es auch auf den Zorn.

K.: Mein Herz muss barfuss gehen…

Mein Herz muss barfuss gehen wie’s ihm gebührt,
kein Kiesel und kein Grashalm den es nicht spürt.
Kein Schuster der ihm machte so ein paar Schuh,
dass es bequem könnt gehen und fühlen dazu,
dass es bequem könnt gehen und fühlen dazu.

K.: Mein Herz muss barfuss gehen …

Den Text habe ich am 04.10.2015 entnommen dem Beitrag auf Youtube:
www.youtube.com/watch?v=wNBcyzizeHk externer link
Ich empfehle, sich das Lied selbst anzuhören. Durch die Melodie gewinnt der Text sehr an Eindringlichkeit. Der Wortrhythmus des Liedes ist ein anderer, als wenn man den Text nur liest, ohne das Lied je gehört zu haben.

PS: Nach der Erklärung der Wikipedia für "Chanson"  (angesehen am 04.10.2015) erfüllt dieses Lied - abgesehen davon, dass es kein französisches ist - alle Voraussetzungen, in diese Kategorie aufgenommen zu werden:Besonderes Merkmal des Chansons ist seine starke Konzentration auf die Textaussage, die Anforderung, in „drei Minuten“ eine Aussage auf den Punkt zu bringen. Prägend für das moderne Chanson ist die Arbeitsaufteilung in auteur (Textschreiber), compositeur (Musikkomponist) und interprète (Interpret)[2] – eine Dreigliederung, die dem im Angelsächsischen verbreiteten Singer-Songwriter entspricht. Oft bedienen sich Chanson-Schreiber einer poetischen Bildsprache und verwenden abschnittsweise Sprechgesang oder komplett gesprochene Texte im Wechsel mit gesanglichen Passagen. Die Texte selbst decken eine Vielzahl von Themen und Stimmungen ab: Vom politisch geprägten Chanson über komische Situationen bis zu den häufigen Liebesliedern berichten Chansons von allen Situationen des Lebens, oft mit den Mitteln der Ironie und der Satire. Ein Zeitzeuge aus der Ära vor dem Ersten Weltkrieg skizzierte die Themenbreite mit den Worten: „Man sang Chansons aller Art: skandalöse, ironische, zarte, naturalistische, realistische, idealistische, zynische, lyrische, nebulöse, chauvinistische, republikanische, reaktionäre – nur eine Sorte nicht: langweilige Chansons.“
 
 
Seitenversion: überarbeitet am 22.02.2016
URL:  www.brunhild-krueger.de/dbg/dbg4-kunst/dbg4_volkslieder.html

 
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