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DIE BESTEN GEDANKEN AUS KUNST, LITERATUR, PHANTASIE

RICHARD BAUCH UND "DIE MÖWE JONATHAN"

Von der "Möwe Jonathan" erfuhr ich über Umwege:
In dem Buch von G. Kaphammel (siehe linke Navigation: Kaphammel, G.) gibt es ein Aquarell des Künstlers, das diesen Namen "Die Möwe Jonathan" trägt. Kaphammel schreibt über die Geschichte, die sich dieser Richard Bach  ausgedacht hat, so eindrucksvoll, dass ich dieses Buch gekauft habe, um es hier vorstellen zu können.

Es ist in verschiedenen Ausgaben erschienen, z. B. in dieser:

Richard Bach
Die Möwe Jonathan
Taschenbuchausgabe
des Ullstein-Verlages 1989
78 Seiten
ISBN-10: 3548208975
ISBN-13: 9783548208978

Mit einer weltweiten Gesamtauflage von mehr als fünf Millionen   wird es schnell zum "Kultbuch" (v)erklärt. Davon sollte man sich nicht abschrecken lassen. Kultbücher sind meist nach kurzer Zeit vergessen. Dieses Buch hat eine längere Aufmerksamkeit verdient. Deshalb wird es hier vorgestellt.

Titelbild Möwe Jonathan
(Quelle der Titel-Abbildung: Website des Ullstein-Verlages www.ullsteinbuchverlage.de im April 2009)


  G. Kaphammel schreibt in seinem Buch "Der Goldene Schnitt" (siehe auch KAPHAMMEL, G.):
"Man kann überall hinkommen,
man muß es nur wollen.
Ich bin überall gewesen
und in allen Zeiten, die ich mir vorstellen kann.”
Richard Bach / Russel Manson

Das Buch handelt von einer Möwe, die für ihre Selbstverwirklichung ein hartes Außenseitertum auf sich nimmt. Sie gibt sich nicht wie die anderen Möwen mit der Kenntnis der Grundbegriffe des Fliegens zufrieden, sondern beschließt gegen alle Widrigkeiten ihr Leben der Vervollkommnung des Fluges zu widmen. Schon früh sieht die Möwe Jonathan das Fliegen nicht nur als Mittel zum Zweck, sondern versteht den Flug selbst als Kunstform, als Sinn des Lebens. Sie erkennt, dass das wahre Paradies nicht Raum oder Zeit ist - kein Ort -, sondern ein Zustand - der des Strebens nach Vollkommenheit.

"Niemals dürfen wir das Lernen aufgeben, müssen unentwegt weiter üben und danach streben, das vollkommene Prinzip allen Lebens zu erfahren. So vermögen wir uns aus unserer Unwissenheit zu erheben, dürfen uns als höhere Wesen von Können und Intelligenz verstehen. Wir werden frei sein!"
Diese Texte stehen entweder auf S. 156 oder auf S. 158, direkt vor oder direkt nach der Seite 157, auf der das Bild mit der Möwe Jonathan zu sehen ist.
  Die Handlung ...
... ist ziemlich kurz zusammengefasst: Jonathan, die Möwe, will nicht nur fliegen, um Fische zu fangen. Sie will aus dem Fliegen ein Vergnügen, eine Kunst machen. Im Fliegen genießt Jonathan seine Freiheit. Seine Vogelfamilie, die immer nur geflogen ist, weil sie musste, hat dafür kein Verständnis.

Mein Eindruck
Gut, es liest sich etwas sehr "didaktisch", der erhobene Zeigefinger guckt zwischen den Zeilen sehr deutlich hervor.  Trotzdem glaube ich, dass diese Geschichte, dieses Gleichnis, diese Parabel sehr gut geeignet ist, jungen Menschen diesen Gedanken nahezubringen:

Das Streben nach Vollkommenheit
Glücklich ist, wer ein Ziel vor Augen hat, das ihn herausfordert, ihn zu höchsten Anstrengungen motiviert, ihn zwingt, nie aufzugeben, nicht auf das Gerede der Leute zu achten. Denn wenn man es irgendwann erreicht hat, merkt man, wie man sich verändert hat - und das zu empfinden, ist dann "Glück".
Das Streben nach Vollkommenheit  ist eines der größten Rätsel menschlicher Psyche. Bei vielen Menschen  ist es verkümmert oder zum äußeren Perfektionismus entartet. Wenn diese kleine Geschichte hilft, die Sehnsucht nach eigener Vervollkommnung zu wecken oder sie auszuleben, allen Widerständen zum Trotz, dann hat sie ihren Zweck erfüllt.

Die Aktualität der Geschichte
Im weitesten Sinne ist diese Erzählung eine Parabel auf die Frage:
Arbeiten wir  nur aus Notwendigkeit,  aus dem Zwang, die lebensnotwendigen Dinge herzustellen, um zu überleben - sind wir  für immer verdammt, im Joch der Arbeit uns zu entfremden, zu deformieren, zu ent-menschlichen?
Oder hat die Arbeit auch eine Komponente in sich selbst: Darf sie Spaß machen, darf sie den Menschen, der sie ausführt, weiter entwickeln? Kann die Arbeit Teil von Lebenfreude und Freiheit des Menschen sein?
Noch ist es so, dass ein Teil der Menschen nur dem Zwang gehorchend arbeitet, arbeiten muss oder - schlimmer noch - von jeder Möglichkeit, sich arbeitend betätigen zu können, ausgeschlossen ist, während andere schon das Privileg und die Freiheit haben, eine sie erfüllende und befriedigende Arbeit genießen dürfen ...
 
 
Seitenversion: überarbeitet am 22.02.2016
URL:  www.brunhild-krueger.de/dbg/dbg4-kunst/dbg4_bach.html

 
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