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DIE BESTEN GEDANKEN AUS VISIONEN - (ÜBER DIE ZUKUNFT DER WELT)

ERVIN LASZLO - AN DIE JUGEND DER WELT


Der Brief des Präsidenten des Club of Budapest, Ervin Laszlo, "An die Jugend der Welt" ist aus dem Jahr 2010[A1].
Darin ruft er die Jugend auf, den "globalen Quantensprung", den notwendigen weltweiten Wandel einzuleiten und durchzusetzen.

Auf diesen Brief bin ich eher zufällig gestoßen, zumindest hat mich keine Zeitungsnotiz, keine TV-Sendung, kein Newsletter oder ein Bekannter darauf aufmerksam gemacht. Die Seite fand ich "nebenbei" beim Googlen  nach dem "Club of Rome".

Der Brief selbst scheint - angesichts der vielen Probleme, die er aufzeigt - so gar nicht zur Überschrift der "besten Gedanken" zu passen. Doch man muss ihn "ganz" lesen - die "ganze Aussage" und die Absicht, die dahintersteckt erkennen.
Dann sieht man, aus welch tiefer Liebe und Hoffnung auf eine lebenswerte Zukunft der Menschheit und der Erde dieser Brief schöpft.

Zuerst folgt der Brief Laszlos, im Anschluss gibt es noch eine kurze Information über den"Club of Budapest":

Der Text des Briefes von Ervin Laszlo "An die Jugend der Welt"

Ihr, die jungen Menschen von heute, seid privilegiert vor allen anderen Menschen, die je diese Erde bevölkert haben. Zum ersten Mal in der Geschichte besitzt eine einzige Generation – die eure! – den Schlüssel zur größten Herausforderung unserer Spezies, seit sie sich stolz Homo sapiens nennt, »der weise Mensch«: Es ist die Herausforderung, uns zu wandeln, und zwar grundlegend und rechtzeitig.

Privilegien bedeuten Verantwortung. Ihr habt das Privileg, euch der Herausforderung des Wandels zu stellen. Und ihr tragt die Verantwortung, die mit diesem Privileg einhergeht: die Verantwortung, dass ihr den notwendigen Wandel aktiv und effektiv vorantreibt.

Dazu müsst ihr das Problem und seine mögliche Lösung gründlich verstehen. Warum stehen wir, die ganze Menschheit, vor einem derart fundamentalen Umbruch? Und was könnt ihr, eure Generation, tun, um die Herausforderung zu bewältigen? Auf beide Fragen gibt es eine klare Antwort:

Es braucht einen grundlegenden und rechtzeitigen Wandel, weil die Welt, die eure Väter und Vorväter errichtet haben, nicht nachhaltig ist. »Nicht nachhaltig« heißt, dass die Welt zusammenbrechen wird, wenn sie sich nicht ändert. Wir können nicht so weitermachen wie bisher.

Ihr braucht euch nur umzusehen: Die Sommer werden heißer, die Winter wärmer, Stürme werden immer wilder, alle Extreme verstärken sich, Schwankungen lassen sich nicht mehr vorausberechnen. Für viele Weltgegenden wäre es zwar nett, wenn es etwas wärmer wäre. Aber die globale Erwärmung bedeutet zugleich, dass weniger Regen auf fruchtbares Land fällt, dass Wälder absterben, der Grundwasserspiegel sinkt und der Meeresspiegel weltweit ansteigt, weil das Eis in Arktis und Antarktis schmilzt.

Wieviel Zeit haben wir noch, bevor Hunderten Millionen von Menschen kaum noch das nackte Leben bleibt? Bevor Sturm- und Flutkatastrophen Hunderte Millionen von Menschen aus ihren Heimaten vertreiben? Bevor Städte und ganze Inseln buchstäblich untergehen?

Der Klimawandel infolge der globalen Erwärmung ist nur einer von mehreren nicht-nachhaltigen Faktoren, die die heutige Welt bestimmen. Die Überbevölkerung der Städte, der Zusammenbruch der Gesundheitsversorgung für weite Bevölkerungsteile, fundamentalistische Gewalt und Kriege, die kurzsichtigen wirtschaftlichen Interessen dienen, sind weitere Gefahren, die das Leben und Wohlergehen auf diesem Planeten bedrohen. Wir Älteren haben die Natur aus ihrem Gleichgewicht gebracht, das doch unverzichtbar ist, um euer Leben zu erhalten – und das Leben von Myriaden weiterer Spezies. Jetzt müsst ihr, die jüngere Generation, unser Irrtümer korrigieren und den Schaden ausbügeln.

Wir sind bald sieben Milliarden Menschen auf der Erde. Wie viele von uns werden die kommenden zehn Jahre überleben? Die nächsten fünf Jahre? Die nächsten drei? Und wenn einige von uns untergehen – wie wird das Leben der Übriggebliebenen aussehen, bei unserer hohen gegenseitigen Abhängigkeit und unserer Neigung, kurzfristige Interessen mit Gewalt zu sichern? Wenn die Welt weiter den Abhang hinunterschlittert und sich die Einstellung der Reichen und Mächtigen nicht ändert, solange noch Zeit ist, dann droht ein Inferno, dem niemand unversehrt entkommen wird.

Damit sollte die Frage, warum es höchste Zeit für einen grundlegenden Wandel ist, beantwortet sein. Entweder wir ändern uns, oder wir gehen unter. Was aber könnt ihr jungen Menschen von heute tun, um den nötigen Wandel in Gang zu setzen?

Auch darauf gibt es eine klare Antwort. Nehmt euch zwei weise Einsichten von zweien der klügsten Menschen, die je auf der Erde wandelten, zu Herzen: Der eine, Albert Einstein, sagte: Man kann ein Problem nicht mit demselben Denken lösen, das zu dem Problem geführt hat. Der andere war Mahatma Gandhi. Er sagte: Sei du selbst der Wandel, den du in der Welt sehen willst.

Zuerst zu Einsteins Erkenntnis: Wir müssen uns ein neues Denken aneignen. Dazu brauchen wir keine neuen Daten oder mehr Informationen; das führt nur zu einer Vermehrung der gegenwärtigen Art von Wissen. Wir brauchen ein neues Wissen, eine völlig neue Art, zu denken. Einige sprechen von einem neuen Paradigma.

Das neue Paradigma entsteht gerade überall. Die einen sagen dazu »holistisches Paradigma«, die anderen »integrales Denken« oder »systemische Weltsicht«. Sein wichtigstes Kennzeichen ist, dass es die Welt nicht in Einzelteile zerlegt, um sie zu verstehen. Es reduziert die Vielfalt nicht auf ein oder zwei Faktoren, die dann bequem analysiert werden können. Der »analytische Ansatz« liefert zwar durchaus solides technisches Know-how. Er führt aber nicht zu echtem Verstehen. Das sehen wir am Wissen des Spezialisten, der immer mehr über immer weniger weiß. Spezialisisertes Wissen, das Wissen der Techniker, dient speziellen Zwecken. Es versagt, wenn es darum geht, dem Ganzen zu begegnen, das den Zweck enthält – nach dem Motto: »Operation gelungen, Patient tot.«

Das Wissen der dominanten Gesellschaften ist bruchstückhaft. Es ist nicht nur grundsätzlich unvollkommen, sondern sogar grundsätzlich irreführend. So existieren die Dinge in der Welt keineswegs unabhängig voneinander, sie sind nicht getrennt. Führende Wissenschaftler wissen längst, dass alles in der Natur miteinander verbunden ist. Letztlich existiert alles, was ist, so, wie es ist, gerade wegen der Verbundenheit und durch sie.

Vernünftiges Wissen geht von dieser Verbundenheit aus. Es nimmt den Wald wahr und nicht bloß die einzelnen Bäume. Bäume sind Bestandteile des Organismus »Wald«. Ohne eine Vorstellung von dem Wald, in dem ein bestimmter Baum wächst, kann man den Baum nicht wirklich erfassen.

Wir leben in einer organischen Welt, und unser Wissen muss organisch sein: integrierend und ganzheitlich. Es gibt ein solches Wissen. Genau dieses Wissen werdet ihr brauchen, um die Herausforderung, die Welt zu verändern, zu bestehen – die heutige, nicht-nachhaltige, todgeweihte Welt zu einer nachhaltigen und lebensstarken Welt zu wandeln. Die Giordano Bruno GlobalShift Universität sammelt solches Wissen und bringt die Menschen   zusammen, die dieses Wissen entwickeln und es wirksam verbreiten können.

Genauso ist es! Je instabiler ein System ist, um so kleinere »Fluktuationen« genügen, um größere Transformationen auszulösen. Der »Schmetterlingseffekt« dürfte euch bekannt sein. Landläufig sagt man, der Flügelschlag eines Schmetterlings in Südkalifornien könne einen Sturm in der Inneren Mongolei verursachen. Der winzige Luftwirbel, der sich vom Schmetterlingsflügel ablöst, wächst und wächst und ändert schließlich das Wettergeschehen auf der anderen Seite der Erdkugel. Obwohl so etwas durchaus möglich ist, meinte der Spruch ursprünglich etwas anderes. Er bezog sich auf die Form des »seltsamen Attraktors«, den der Meteorologe Edward Lorenz im Jahr 1960 beim Versuch, das globale Wetter nachzumodellieren, entdeckte. Dieser Attraktor, eine mathematische Formel, hat zwei »Flügel«, und jeder Flügel beschreibt eine mögliche Entwicklung des Weltwetters. Lorenz fand heraus, dass schon winzigste Schwankungen der Faktoren, die das Wetter beeinflussen, ein plötzliches und zunächst nicht vorhersagbares Umkippen von einem »Flügel« zum anderen hervorrufen können – und somit von einem globalen Wettergeschehen zu einem völlig anderen.

Heute wissen wir, dass chaotische Systeme – und dazu gehört das Weltwetter – äußerst empfindlich sind und sich von Natur aus unvorhersagbar verhalten. Doch nicht nur das Wetter ist chaotisch, auch die Weltwirtschaft, das weltweite Finanzsystem und die gesamte natürliche Umwelt folgen chaotischen Prinzipien. Alle diese Systeme sind heute so sehr in eine chaotische Phase geraten, dass sie extrem empfindlich geworden sind. In jedem kann es zu Schmetterlingseffekten kommen.

Ihr, die junge Generation unserer Zeit, könnt genau der Schmetterling sein, der den entscheidenden Effekt auslöst. Ihr wurdet exakt zur richtigen Zeit geboren: Das Chaos der Welt um euch herum ist so groß geworden, dass der Wandel endlich eine Chance hat.

In einer stabilen Gesellschaft kann man kaum wirkliche Veränderungen bewirken. Zu machtvoll sind die Widerstände. Der einfache Grund: Diejenigen, die die Zügel der Macht umklammert halten, fürchten den Wandel – er würde sie ihrer Privilegien berauben. Politiker, Konzernlenker, kirchliche, soziale oder Bildungsbehören – bis auf wenige besonders offengesinnte und kluge unter ihnen werden die Mächtigen alles in ihrer Macht stehende tun, um den Status quo zu erhalten. Sie versuchen, diejenigen, die den Wandel wollen, zu »exkommunizieren« –  nicht buchstäblich wie die Kirche im Mittelalter, sondern mit modernen Methoden: durch Ignorieren, und wenn das nicht reicht, durch Diskreditierung, Lächerlichmachen und Isolation.

Doch das sollte kein unüberwindliches Hindernis für euch junge Menschen sein. Zwar wehren sich die vorherrschenden Mächte in der Welt nach wie vor gegen den Wandel, aber ihre Kraft schwindet. Unsere zeitgenössischen Gesellschaften sind nicht mehr stabil. Sie leiden unter vielfältigen Krisen auf wirtschaftlichem, finanziellem, ja selbst auf sozialem und kulturellem Gebiet. Sie geraten immer tiefer ins Chaos, und im Zustand des Chaos kann ein neues Denken zu neuem Verhalten und zu durchschlagender Erneuerung führen. Selbst kleine Gruppierungen und scheinbar unbedeutende Initiativen können zu Katalysatoren für den großen Wandel werden.

Freilich geriet die Welt des Menschen auch zu früheren Zeiten immer wieder ins Chaos. Aber das passierte in lokalen Grenzen, genauso wie sich die Gelegenheit zum Wandel nur lokal bot. Die Chaos-Phase heute hat den ganzen Planeten erfasst, und das eröffnet die Chance für einen globalen Wandel. Würden wir diese Chance vertun, wäre das nicht nur der Gipfel der Dummheit, sondern ein Verbrechen gegen die Menschheit.

Also noch einmal: Die Welt braucht einen rechtzeitigen und tiefgreifenden Wandel, einen globalen Quantensprung. Eure Generation ist in der einzigartigen Position, diesen Quantensprung herbeizuführen. Die Giordano Bruno GlobalShift Universität stellt euch das Denken im neuen Paradigma zur Verfügung. Ergreift es, um euch selbst zu ändern, damit ihr die Welt verändern könnt. Die Lösung liegt ganz allein bei euch.
                                                                          Ervin Laszlo

 

Das Anliegen des "Club of Budapest" Deutschland

Die enormen Herausforderungen der Menschheit im 21. Jahrhundert können nur durch die Entfaltung eines kulturkreativen und kosmopolitischen Bewusstseins gemeistert werden. Neue Denkweisen, eine neue Ethik sowie mutiges Handeln im persönlichen, lokalen, regionalen, nationalen und globalen Maßstab sind unabdingbare Voraussetzung für den Erhalt einer Welt, die den zukünftigen Menschenkindern Gesundheit, Frieden, Nahrung und Erfüllung bietet. Auf vielfältige Weise haben die Menschen begonnen, alte Werte neu zu definieren und neue Werte zu prägen. Der Impuls für diese Werteentwicklung kommt aus der Zivilgesellschaft selbst. Auslöser sind Fragen nach dem richtigen Handeln, nach dessen Bedeutung und Sinn, nach einer Lebensweise, die das Leben als Ganzes fördert, nach Selbstentwicklung, nach einer zeitgemäßen Spiritualität und Sozialität sowie nach echter Partizipation an der zukünftigen Gestaltung der Weltgemeinschaft.

Vor diesem Hintergrund will der Club of Budapest Deutschland e.V. Impulsgeber und Förderer der kulturkreativen Bewegung in Deutschland sein.
Vorstandsmitglieder des Club of Budapest Deutschland sind:

Wolfgang Riehn, Heinrich Benedikt, Johannes Heimrath.

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Der internationale "Club of Budapest"

Gegründet wurde er im Jahr 1993 von dem Philosophen Ervin Laszlo.

Auf www.clubofbudapest.org wird  die Zielsetzung  genannt, die - in deutscher Sprache  zusammengefasst - heißt:
Herausbildung des globalen Bewusstseins der Menschheit.

Hier der Originaltext aus der Website des Club of Budapest
www.clubofbudapest.org:

The Mission
The Mission of the Club of Budapest is to be a catalyst for the transformation to a sustainable world through
- Promoting the emergence of planetary consciousness
-Interconnecting generations and cultures
- Integrating spirituality, science, and the arts
- Fostering learning communities worldwide

The philosophy of the Club of Budapest is based on the realization that the enormous challenges that humanity is currently facing can only be overcome through the development of a global cultural consciousness. The view of the Club of Budapest is focused on a cultural consciousness with a global perspective. Like Greenpeace fights for ecological issues, UNICEF for children, and Amnesty International for human rights, the Club of Budapest stands for global consciousness. Its mission is to be a catalyst for the transformation to a sustainable world. The Club perceives itself as a builder of bridges between science and art, ethics and economy, between cognition and realization, between old and young, as well as between the different cultures of the world. One of the prime objectives of the work of the club is the initiative "You Can Change the World". 
 
  Interessant ist auch die Mitgliederliste (Honorary Members and Creative Members) des internationalen "Club of Budapest", tauchen dort doch Namen sehr bekannter und angesehener Persönlichkeiten des internationalen öffentlichen Lebens auf -
ich nenne nur eine ganz kleine Auswahl der  hier in  Deutschland besonders bekannten Personen (in alphabetischer Reihenfolge):
Franz Alt, Hans-Dietrich Genscher, Michael Gorbatschow, der jüngst verstorbene Václav Havel, Hans Küng (Welt-Ethos-Zentrum), Rita Süssmuth.

Weitere Informationen finden sich auf www.clubofbudapest.org externer link.
 
 
 Anmerkung 1
Den Brief hatte ich gefunden auf http://www.club- of-budapest.de/ ?p=466
mit Stand vom 04.02.2011. Die Seite ist nicht mehr abrufbar.

Die deutsche Seite funktioniert inzwischen nur noch als Weiterleitung auf die internationale Seite des "Club of Budapest".
Der Brief wurde von Johannes Heimrath, Vorstandsmitglied des deutschen "Club of Budapest" e. V. übersetzt.

 
Seitenversion:  überarbeitet am 22.02.2016
URL:  www.brunhild-krueger.de/dbg/dbg3-visionen/dbg3_laszlo.html

 
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