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Namen - Krug, Wilhelm Traugott  (1770 - 1842)


In diesen Zeiten werden die Gedanken von Wilhelm Traugott Krug immer aktueller und wichtiger.
Diesem lange eher "vergessenen" Philosophen, dessen Geburtsort Radis nahe Wittenberg gelegen ist, wird in jüngster Zeit hier in Lutherstadt Wittenberg und auch darüber hinaus wieder größere Aufmerksamkeit entgegengebracht.

Einen ersten kleinen Text über ihn hatte ich bereits vor längerem im Rahmen der WISSENSCHAFTSGESCHICHTE (in LUTHERSTÄDTISCHES » DER GEIST DER LUTHERSTADT W.) veröffentlicht und lasse ihn dort vorerst so stehen.

Ich nehme die Veranstaltung in der Reformationsgeschichtlichen Forschungsbibliothek des hiesigen Predigerseminars vom  9. Dezember 2025 zum Anlass, eine ausführliche Seite über ihn zu erstellen.

Zuvor hatte es bereits im März 2025 eine Tagung in der Stiftung Leucorea über ihn gegeben mit dem Thema
"Pluralismus, Emanzipation, Freiheit: Wilhelm Traugott Krug als Denker der Moder".
Im Zusammenhang damit wurde eine Gedenktafel für ihn an dem Gebäude enthüllt.

Diese Veranstaltung am 9. Dezember war zustande gekommen, da ein Verehrer des Philosophen, Martin Jösel, seine private Krug-Bibliothek der Forschungsbibliothek übergeben wollte.

Auf den Stühlen lagen Kärtchen mit einem Krug-Zitat über
Pädagogik
ist als Praxis Lebenskunst.
Sie fordert ein Herz voll Liebe zur jungen Menschheit,
indem allein aus einem solchen Herzen
diejenige Lebenswärme hervorströmt,
durch welche das Wachstum aller Keime,
die die Natur in den Menschen gelegt hat,
gefördert wird.

Herr Jösel hatte eine kleine Broschüre mit Auszügen aus Krugs "Wörterbuch der philosophischen Wissenschaften" zusammengestellt, die sich höchst vergnüglich liest und erkennen lässt, welch humorvoller Mensch und Meister der Sprache Krug war.

Der Radiser Heimatverein  hat sich in ganz besonderer Weise der Pflege des Gedenkens an Wilhelm Traugott Krug angenommen. Dessen Vorsitzende, Frau Erdmann, erwähnt, dass er "Traugottchen" genannt wurde und  ein
"Menschenfreund war, der vielen aus dem Herzen gesprochen hat."
Herr Jösel weist darauf hin, dass Krug ein Pazifist war, der ewigen Frieden für möglich hielt, und zitiert ihn
"Der Krieg ist nicht nur eine Rechtsgefahr, sondern eine Schande für die Menschheit, macht Menschen zu wilden Tieren und erzeugt dadurch den Nationalhass."
(ohne Quellenangaben nach dem Gehör notiert - B. K.)
Auch die Autobiographie von Krug muss sich köstlich lesen, wie man den Ausführungen von Herrn Jösel entnehmen kann. Höchst originell, witzig beschreibt er sich in ca. 60 verschiedenen Rollen als z. B. Bruder, Schüler, Wissensdürstler (!) und Nachdenkler (!). In ihr wird Goethes Autobiographie persifliert, außerdem enthält sie einen Teil, der im Himmel spielt und erwähnt die Rolle des Lachens in dieser Welt.

Die von Herrn Jösel der Bibliothek übergebenen Bücher werden in den Onlinekatalog eingestellt.

Alle Links öffnen in einem externen Fenster:

Aktuell ergab meine Suche am 01.01.2026 in der Reformationsgeschichtlichen Forschungsbibliothek:
www.rfb-wittenberg.de/suche/Wilhelm Traugott Krug
mit bereits zahlreichen Informationen

und über die Ausstellung  im Frühjahr 2025:
www.rfb-wittenberg.de/index.php/veranstaltungen/wilhelm-traugott-krug-meine-lebensreise-sechs-stationen-sechs-positionen

An der Universität des Saarlandes gibt es ein "Forschungsprojekt Krug":
www.uni-saarland.de/lehrstuhl/huetttenhoff/krug-projekt.html
unter Prof. Michael Hüttenhoff. Auf der Seite gibt es auch einen Link auf ein pdf mit "Veröffentlichungen des Krug-Projektes".

Die üblichen, offiziellen Informationen kann man natürlich in der Wikipedia finden:
de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Traugott_Krug

Der Heimatverein Radies e.V. hat offenbar keine eigene Website, ist aber über den Landesheimatbund Sachsen-Anhalt e. V. auffindbar.