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SPRACHLIEBE - MIT LUST UND LIEBE SPRECHEN

WORTSAMMLUNG VON A BIS Z  - MILITÄR


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Auf dieser Seite werden
in einem ersten Teil Worte rund um Militär, Armee und Krieg, um Auseinandersetzungen mit Waffengewalt und sogenannte "militärische Einsätze" bzw. "Missionen" gesammelt.
In einem zweiten Teil werden dann einzelne Worte kommentiert.

Es war überraschend für mich festzustellen, an wie vielen Stellen in dieser Website ich das Wort "Krieg" verwendet habe. Heute (am 05.11.2017) sind es über 70 Fundstellen.

Einzelne Worte innerhalb dieser WORTSAMMLUNG VON A BIS Z, die Begriffe aus dem Krieg und dem Militär in unsere Alltagssprache übernommen haben, sind auch auf anderen Seiten dieser WORTSAMMLUNG VON A BIS ZU zu finden, dort sind sie mit "krieger-deutsch" etikettiert. Viele Menschen, die diese Worte verwenden, sind sich dessen gar nicht bewusst, dass sie Wörter aus der "Kriegssprache" im übertragenen Sinne verwenden. Ich erinnere an "Bombenwetter", "Befreiungsschlag" oder "Entwarnung geben". Diese Wörter habe ich auch hier auf diese Seite übernommen, da die Grenzen zwischen "echter" Kriegssprache bzw. "echtem" militärischen Vokabular und der Verwendung im zivilen Alltagsdeusche  oft schwer zu  ziehen ist.

Hier auf dieser Seite sollen demgegenüber nur die Begriffe, die nach wie vor auf den militärischen bzw. kriegerischen Bereich beschränkt sind, gesammelt sowie einzelne der Wörter auch kommentiert werden.
Neu zum 22.02.2019 ist, dass auch Worte hier Platz finden, die mit dem Kampf für Frieden, gegen Krieg zusammenhängen. Wenn die Menschen, die sich gegen Krieg, Waffenexporte usw. engagieren, mit Hilfe einer ideologisierten Sprache diffamiert werden sollen, werde ich hier entsprechende Beispiele zusammentragen. Ich beginne mit "militanter Pazifismus".

Die Übersicht dieser Seite:
- Erste Wortsammlung kriegstypischer Begriffe und Wortgruppen
      - Typische Wörter im Zusammenhang mit Krieg und Armee
      - "Kriegstypische" Begriffe aus der Kriegs-Geschichte
      - Namen für bestimmte Kriege
      - "moderne" Begriffe rund um das Phänomen Krieg
      - Kriegs-Rhetorik, ideologische Kriegsführung, der "Krieger" als Archetyp
      - "Lasst die Waffen sprechen" - Wörter rund um "Waffen", "Waffentechnik" usw.
      - Wilhelm Busch "Der Fuchs und der Igel" (über einen "bewaffneten Friedenshelden")
      - Re-Zivilisierung militärischer Gebiete
      - Sorge um das Seelenheil kriegstraumatisierter Menschen (Soldaten)
      - In Wittenberg als ehemaligem Truppenstandort erinnern noch viele Namen an
        diese Zeit
      - Kriegerische Begriffe, die sich einen Platz in der zivilen Alltagssprache erobert haben
      - Antworten auf Kriegstreiber und ihre Machenschaften

- Kommentare zu einzelnen Wörtern und Zitaten
      - zur militärischen Sprache ein paar allgemeine Ausführungen
      - Der militante Pazifist (mit ausführlicher Begriffserklärung für "militant") u. a.
        Bezeichnungen für friedensliebende Menschen

Die Hauptquelle meiner Wortsammlung ist die "Mitteldeutsche Zeitung"(Quellenkürzel "MZ"), die Regionalausgabe für Wittenberg und Gräfenhainichen - nähere Angaben → Quelle MZ.


 

Erste Wortsammlung kriegstypischer Begriffe und Wortgruppen


Typische Wörter im Zusammenhang mit Krieg und Armee

kriegerisch, kriegen, sich bekriegen, Krieg führen,
Kriegsbegeisterung
Kriegsberichterstattung
Kriegsgegner (heute auch in der Version "ehemalige" bzw. "früherer" Kriegsgegner)
Kriegsgebiete
Kriegsgefangene
Kriegsgräber und Kriegsgräberfürsorge
Kriegsheld
Kriegsländer
Kriegsschäden
Kriegsspiele
Kriegsveteran, gern auch "heroischer Kriegsveteran"
Soldaten, Offiziere, Feldwebel, Leutnant, Hauptmann, Major, General, Oberst
Deserteur, Überläufer, Vaterlandsverräter, Kriegsdienstverweigerer

Elitetruppe

Kindersoldaten

Krieg und Frieden
Kriegshäuptling und Friedenshäuptling,
Kriegszeit, Nachkriegszeit und Friedenszeit

Armee, Armeen
Bundeswehr
Nationale Volksarmee (der DDR)
Rote Armee

Heer

Marine
Kriegsflotte
Flugzeugträger


"Kriegstypische" Begriffe aus der Kriegs-Geschichte

Kriegerfamilie
Krieger- bzw. Soldatengräber
kriegseingezogene Väter
Kriegsgeheul, Kriegsgeschrei
Kriegsheld
Kriegshinterbliebene
Kriegsunterstützung (Kriegsunterstützung beziehende Familien)

Kriegsverluste (besonders im Bereich der Kunst so genannt)
Kriegsversehrter
Kriegsunterstützung
Kriegswirren (chaotische Zustände)

Angriffskriege, Eroberungskriege und Verteidigungskriege
der "moderne Krieg", der "kalte Krieg"

Namen für bestimmte Kriege oder Schlachten

1. und 2. Weltkrieg
30-jähriger Krieg
Bauernkriege
Bürgerkrieg,  Bürgerkriegsland
Geschlechterkrieg
Glaubenskriege
"Heilige Kriege"
Irakkrieg
Koalitionskriege (Wiener Kongress)
Religionskriege
Russlandfeldzug
Schlacht bei Waterloo, Verdun, ....
Stellvertreterkrieg
der "totale Krieg"
Trojanischer Krieg
Wirtschaftskriege
Vietnamkrieg

"moderne" Begriffe rund um das Phänomen Krieg:

Aggressor, Feind, Gegner

Kriegsgegner (in doppelter Bedeutung des Wortes: der Feind und der Mensch, der gegen Kriege ist und dafür kämpft, dass es keine Kriege mehr gibt)
Oft muss sich der Gegner von Kriegen in der Öffentlichkeit als Pazifist beschimpfen lassen. Da ist doch die Frage erlaubt, welche Geisteshaltung Menschen haben, die Pazifisten für gefährlich halten. Das können dann eigentlich nur "Kriegsliebhaber" bzw. "Kriegsbefürworter" oder - auch dieses Wort gibt es - "Kriegsgewinnler"sein, oder?

Kriegsgewinnler (Menschen, die einen direkten ökonomischen bzw. finanziellen Vorteil bzw. Gewinn aus Kriegen ziehen, z. B. durch den Verkauf von Waffen)
Das meint noch nicht die, die ihre Interessen - z. B. an Territorien, Rohstoffen, Absatzmärkten, strategisch wichtigen Regionen - mit Hilfe militärischer Aktionen durchsetzen. Ich erinnere in diesem Zusammenhang an die Aussage, Deutschland müsse am Hindukusch verteidigt werden.)

Kriegsflüchtlinge
Kriegsdienstverweigerer und Pazifisten bzw. Pazifismus
Kriegsgeilheit
Kriegsschauplatz (als ob Krieg eine Theateraufführung wäre)
Kriegstreiber, Kriegstreiberei
Kriegswaffenkontrollgesetz
Es gibt  die "Kriegsspiele" und "das Kriegspielen".
Manch einer schwärmt geradezu von der gemeinschaftsstifenden Wirkung der Kriegsspiele in der Bundeswehr.
Kriegsverbrechen, Kriegsrecht
Rüstungswettlauf

Söldner, Söldnerheer (berüchtigt: die französische Fremdenlegion) - sozusagen Privatarmeen, die entweder dem Staat das Macht- und Gewaltmonopol entreißen / wegnehmen oder in derem Auftrag die ganz schmutzigen Kriege führen

Partisanen sind Menschen, die ihr Land gegen einen Angriff von außen verteidigen, ohne einer klassischen militärischen Organisation anzugehören. Dementsprechend sind sie nach internationalem Kriegsrecht verboten.

deutsche Rüstungsindustrie, Waffenindustrie
Aufrüstung, Abrüstung,
Atomkrieg, Atomwaffen, Atombombe,
Neutronenbombe Kernwaffen,
Kernwaffensperrvertrag
Rüstungsexport, Waffenexport
Rüstungsgüter
NATO

Kriegs-Rhetorik, ideologische Kriegsführung, der "Krieger" als Archetyp

"Säbelrasseln" als Bezeichnung für ideologische Aufrüstung, Kriegsgeschrei, Verbalschlachten (wie z. B. bisher die zwischen Donald Trump, USA, und Kim Jong Un, Nordkorea)
Ein beliebtes ideologisches Schlagwort ist "militant" - von den "militanten Tierschützern" bis zum "militanten Pazifismus" (s. u. - zu einzelnen Wörtern und Zitaten) gibt es da sicher ein breites Spektrum von Einsatzmöglichkeiten

Der "Krieger" findet seine höhere Weihe im "Gotteskrieger" als Kämpfer für die gerechteste Sache. Der Gottesbezug soll die eigenen Interessen als die "gerechten", die "guten" hinstellen.

Lange gab es den Wehrdienst ohne Ausnahme, bis schließlich der Zivildienst als Ersatzleistung erfunden wurde. Ein junger Zivildienstleistender erzählte mir vor Jahren, dass sie eine Schulung gehabt haben, in der ihnen auch etwas über den "Archetyp des Kriegers" erzählt wurde. Vor allem malte man den jungen Männern die schrecklichen Folgen aus, die es haben würde, wenn sie diesen Archetypus in sich unterdrücken würden.
Da lob ich mir doch die Idee, Soldaten in der Ausbildung parallel in Kindereinrichtungen und Tierheimen arbeiten zu lassen. Denn auch die Unterdrückung ihrer "mütterlichen Seite" (bzw. "väterlichen Seite") kann bei ihnen sicher noch viel schlimmere Folgen haben.

Ein im ideologischen Bereich besonders hinterhältiges Wort ist "militant". Dazu gibt es weiter unten einen ausführlicheren Text: "militanter Pazifismus"


"Lasst die Waffen sprechen" - Wörter rund um "Waffen", "Waffentechnik" usw.

Waffen, Waffenbrüder, Waffenstillstand, Waffenhandwerk, Waffenstillstandsabkommen,Waffenembargo, Waffennarr,  Waffentechnik, Kriegswaffen, Jagdwaffen, Sportwaffen, Waffenarsenal, bewaffnen, entwaffnen, ... - diese Wortsammlung wird leider noch viel länger werden.

Ein Waffennarr hat Unmengen Waffen und Munition gehortet; auch Donald Trump jr. ist ein solcher. Ein Waffennarr ist "vernarrt" in Waffen. Es ist weniger eine Leidenschaft und Liebhaberei als eine Sucht. Andere Süchte werden als krankhaft und gefährlich bekämpft, diese Sucht ist in Teilen der Welt hoch angesehen.

Waffen "sprechen" nicht nur, sie können auch "schweigen".
"Gewappnet sein", "Wappen" , "Wappenträger" - sicher besteht ein sprachlicher Zusammenhang zu "Waffen".

Waffen sind technische Geräte, die zur vorsätzlichen Vernichtung von Menschen- oder Tierleben bzw. zur Zerstörung von Gebäuden und Infrastruktur auf "feindlichem" Gelände erfunden und hergestellt wurden. Die einen sind die Kriegswaffen bzw. Militärtechnik, die anderen die Jagdwaffen. Inzwischen kann sich der Jagdtrieb und Mordinstrinkt im Sportschießen mittels Sportwaffen abreagieren.

In engem Zusammenhang mit Waffen stehen natürlich Munition und Übungen der Soldaten mit diesen Waffen und dieser Munition. Die - noch ungeordnete - Wortsammlung beginnt:
Truppenübungsplatz
Kaserne
Drill
Spind



Wilhelm Busch "Der Fuchs und der Igel"
(über einen bewaffneten Friedenshelden")

In der Fabel "Der Fuchs und der Igel" von Wilhelm Busch heißt es über den Igel:
"bewaffnet, doch als Friedensheld"
und soll die Notwendigkeit der Waffen für den Verteidigungsfall betonen.
Hier der ganze Text
(am 18.03.2018 entnommen aus www.wilhelm-busch.de/zitat/bewaffneter-friede/ »externer Link«
)

Ganz unverhofft auf einem Hügel
sind sich begegnet Fuchs und Igel.
Halt! rief der Fuchs, du Bösewicht!
Kennst du des Königs Order nicht!
Ist nicht der Friede längst verkündigt,
Und weißt du nicht, daß jeder sündigt,
der immer noch gerüstet geht!
Im Namen seiner Majestät,
komm her und übergib dein Fell!

Der Igel sprach: Nur nicht so schnell,
nur nicht so schnell!
Laß dir erst deine Zähne brechen,
dann wollen wir uns weitersprechen.
Und also bald macht er sich rund,
zeigt seinen dichten Stachelbund
und trotzt getrost der ganzen Welt,
bewaffnet, doch als Friedensheld.

Leider weiß man heute nicht immer, wer in diesem Fall "Fuchs" und wer "Igel" ist.


Re-Zivilisierung militärischer Gebiete

Es gibt bereits einige wieder re-naturierte bzw. re-zivilisierte Bereiche, in denen es früher solche Übungen, Munitionslager, Kasernen usw. gegeben hat.
Viele davon sind noch immer gefährlich:
Munitionsverdachts-Flächen (auf ehemaligem militärischem Gebiet)


Sorge um das Seelenheil kriegstraumatisierter Menschen (Soldaten)

Das wird sozusagen berufsmäßig betrieben. Neben diversen Psychologen und Psychiatern gibt es auch die Militärseelsorger und Militärpfarrer.
Das sind Menschen, die Soldaten trösten müssen, die mit dem, was sie getan und gesehen haben, nicht klar kommen. Können sie den Soldaten auch die Schuldgefühle nehmen? Da Krieg, Gewalt und Soldatsein im prinzipiellen Widerspruch zur Botschaft Jesu stehen, ist für mich der Militärseelsorger ein "Widerspruch in sich". Der "Militärpfarrer" erinnert mich immer daran, dass dieselben früher, wenn es in den Krieg ging, auf beiden Seiten die Waffen gesegnet haben: "Für Gott und Vaterland!"
Wer kümmert sich um die traumatisierten Opfer vor Ort, um die Kindersoldaten z. B. und um diejenigen, die schließlich in ihrer Not aus den Kriegsgebieten flüchten?
Es ist zwar verboten, zu sagen, alle Soldaten seien Mörder. Wahrscheinlich denkt kaum jemand darüber nach, dass sie "potentielle Mörder" sind: sie lernen in ihrem "Beruf", wie man andere Menschen töten kann, ohne selbst zu Schaden zu kommen. Sie haben "die Lizenz zum Toten":
Was wurde nicht alles versucht, das von Jesus bestärkte, schon im Alten Testament in den 10 Geboten von Moses geforderte Tötungsverbot zu relativieren, diverse Ausnahmen davon zuzulassen.
Jesus lehrte: "Wenn dich jemand auf deine rechte Backe schlägt, dem biete die andere auch dar." (Mt. 5,39) und
"Liebt eure Feinde und bittet für die, die euch verfolgen." (Mt. 5,44)


In Wittenberg als ehemaligem Truppenstandort erinnern noch viele Namen an diese Zeit

In Wittenberg erinnert der Name des am Marktplatz gelegenen Kaufhauses "Arsenal" an das früher dort befindliche Waffenlager. Auch das "Zeughaus" stammt aus dieser Zeit, als Wittenberg noch "Truppenstandort" war bzw. militärische Einrichtungen das Bild der Stadt prägten.
Straßennamen "An der Bastion", "An der Lünette" bzw. "Dobschützstraße", "Gustav-Adolf-Straße" erinnern ebenfalls an den Truppenstandort bzw. an die kriegerischen (militärischen) Auseinandersetzungen um die Festung Wittenberg.
Das preußische Adelsgeschlecht derer "von Dobschütz" hat in seiner langen Geschichte zahlreiche Offiziere hervorgebracht. Einer von ihnen, Leopold Wilhelm von Dobschütz (1763 - 1836)  ging sogar als "Befreier von Wittenberg" (gegen Napoleons Truppen im Jahr 1813 / 1814) in die Geschichte ein.
Eine "Tauentzien" bzw. "Graf von Tauentzien"-Kaserne gab es ebenfalls in Wittenberg, (der Herr war ebenfalls an der Eroberung Wittenbergs beteiligt). Truppen der "Sowjetarmee" ("Rote Armee") war jahrzehntelang in Wittenberg stationiert ...


Kriegerische Begriffe, die sich einen Platz in der zivilen Alltagssprache erobert haben

Angriff, in Angriff nehmen (wenn es um eine Aufgabe geht, die begonnen werden soll)
am Boden zerstört (jemand "ist am Boden zerstört")
Befreiungsschlag
Beschuss, unter Beschuss geraten
Bombenwetter, bombensicher, bombig ("Das hat bombig geklappt.")
Duell (z. b. TV-Duell)
Einsatz, im Einsatz sein,
Elitetruppen
Entwarnung geben
erobern
Flagge zeigen
Front, frontal (von der Gewitterfront bis zum Frontalunterricht)
Gegner (z. B. im Sport, im Rechtsstreit)
Himmelfahrtskommando
Kampf, Kampfkandidatur, "in den Wahlkampf ziehen"
mobil machen, Mobilmachung
Offensive, offensiv umgehen mit ..., z. B. eine "Qualifizierungsoffensive"
Visier, etwas oder jemanden ins Visier nehmen, im Visier haben

nachschießen
Leider hat die Landesgartenschau von Sachsen-Anhalt im Jahr 2018 in Burg zu wenig Geld eingenommen, weniger als sie gekostet hat. 
"Durch fehlende Besucher muss die Stadt nun eine Million Euro nachschießen."
(schreibt die MZ vom 13.10.2018 auf der Seite 3 der Wochenendbeilage)
Was bedeutete eigentlich "nachschießen" im Original?

Offensive, in die Offensive gehen
"Nahles sucht nach Absturz die Offensive" - nach der erneuten "Niederlage" der SPD bei der Hessenwahl 2018 (MZ 29.10.2018, S. 4)

Pioniere - im Krieg diejenigen Truppenteile, die einen Weg für die restlichen Truppen aufbauen, z. B. Ersatzbrücken.
In der DDR gab es die Kinderorganisation "Junge Pioniere", in der die Kinder sozusagen zu den "Wegbereitern des Sozialismus" erzogen werden sollten.
Ein Buch in meinem Besitz trägt den  Titel "Pioniere des Atomzeitalters".

Posten - im militärischen Bereich "Posten stehen", "auf Vorposten", zivil im Sinne "sich um den / einen Posten bewerben" im Sinne "um einen Arbeitsplatz in einem gehobenen  Bereich bewerben", z. B. in einem Vorstand, Aufsichtsrat, Direktorium
(Hier könnte die Herkunft auch umgekehrt sein: aus der zivilen Bedeutung in die militärische übernommen.)

Rekruten, rekrutieren, Rekrutierungspraxis :
Das Wort war längere Zeit üblich, wenn es um Arbeitkräfte ging, z. B. "neue Arbeitskräte rekrutieren"

Rückendeckung (geben oder darum bitten)
Scharfmacher, scharfmachen, scharfstellen
Schützenhilfe leisten oder bekommen (z. B. vom Altkanzler G. Schröder)
Schusslinie (z. B. jemanden aus der Schusslinie nehmen)

Stärke zeigen (von den Balzkämpfen bis zur Militärparade - und erst recht im zivilen Bereich)

Vergeltung (fordern), Vergeltungsschlag (modernerer Ausdruck für "Rache üben", "Auge um Auge - Zahn um Zahn", besonders beliebter Ausdruck in christlichen Kulturen)

verheerend (Herkunft: "Heer" - unvorstellbare Zerstörungen hinterlassend)

verteidigen:
Im Nachruf der MZ vom 27.08.2018 S. 4 auf den am 25.08. verstorbenen US-Senator John McCain (Republikaner, "heroischer Kriegsveteran", "Kriegsheld" - aus dem Vietnamkrieg) heißt es geradezu paradox:
"Bis zuletzt hat er den Irakkrieg verteidigt."
Immerhin war das ein Eroberungskrieg der USA, dessen Begründung auf nachgewiesenen Lügen beruhte.

Vormarsch: "auf dem Vormarsch sein" für
- "steigern", "erhöhen", "vermehren" (z. B. in Statistiken: "Bio-Produkte sind auf dem Vormarsch"

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

- statt z. B. "Es werden immer mehr Bio-Produkte gekauft")
- "sich ausbreiten" (z. B. "Biber sind auf dem Vormarsch" - MZ 29.10.2018, S. 2)


Antworten auf Kriegstreiber und ihre Machenschaften

Die Aktion "Schwerter zu Pflugscharen"
Mit der Aktion "Schwerter zu Pflugscharen" - damals in den 80er Jahren in der DDR - wurde darauf  verwiesen, dass Waffen zu Gebrauchsgegenständen umfunktioniert werden müssen. Die Aktion geht auf einen Spruch aus der Bibel zurück (Micha 4,3 - Das Kapitel 4 ist überschrieben "Das kommende Friedensreich Gottes" - das ausführliche Zitat ist zu finden unter SCHWERTER ZU PFLUGSCHAREN in LUTHERSTÄDTISCHES » QUERDENKER).

Es gibt Friedensdemonstrationen, Demonstrationen gegen Aufrüstung, Proteste gegen Waffenexporte in Krisenländer, den "Anti-Kriegs-Tag" und den "Weltfriedenstag".

 
 

Kommentare zu einzelnen Wörtern und Zitaten


Die "Kriegssprache" ist eine ganz eigene. Sie hat viele Spuren in der heutigen Alltagssprache hinterlassen.
Gern wird sie auch als "Kriegsrhetorik" bezeichnet. Mein "Lieblingsbeispiel" ist dieses:
"Ab morgen kriegen sie in die Fresse." sagte eine Politikerin nach der Bundestagswahl 2017, es war eine SPD-Politikerin, die sich auch gern der Kleinkindersprache bedient: ihr "Ätschi-Bätschi" schrieb ebenfalls Geschichte

"Sich nicht unterkriegen lassen" klingt aufmunternd, enthält aber trotzdem "krieg".

"Krieg und Frieden"
In DIE BESTEN GEDANKEN gibt es mehrere Texte im Zusammenhang mit "Krieg und Frieden", z. B.
- das "Lied von der kleinen Friedenstaube" (in VOLKSLIEDER),
darin heißt es:
"dass nie wieder Krieg wir wollen,  Frieden wollen wir."


Der militante Pazifist, militanter Pazifismus

Tierschützer und Umweltschützer sind schon oft in den Medien als "militant" bezeichnet worden. Das passiert in einer so engen Kopplung der Wörter, dass man schließlich gar nicht mehr das eine ohne das andere denken kann:
"militante Tierschützer"  ist so markant und so weit verbreitet, dass man  "Tierschützer" automatisch mit "militant" in Verbindung bringt.  Dass es neben diesen Leuten, die als "militant" (als aggressiv, gewalttätig) bezeichnet werden, viel mehr "normale" Tierschützer gibt, die weder aggressiv noch gewalttätig sind, wird dabei leider oft übersehen. Ich erinnere an die vielen, vor allem ehrenamtlich Tätigen in den Tierheimen und Tierschutzvereinen. Sie haben schon sehr oft Tierleid lindern helfen können.

Was bedeutet nun das Wort "militant" im eigentlichen Sinne?
Das Wort ist so spannend, dass es sich lohnt, an dieser Stelle eine umfangreichere Wiedergabe der Erklärunge in verschiedenen Medien wiederzugeben.

Der neue Duden Quelle Du1 umschreibt es kurz und knapp mit "kämpferisch".
Das alte Fremdwörterbuch der Dudenredaktion Quelle Du5 ist etwas ausführlicher:
"mit kriegerischen Mitteln für eine Überzeugung kämpfend; streitbar"

In der Wikipedia heißt es unter "Militanz" (eingesehen am 27.08.2018):
"Der Begriff Militanz bezeichnet eine kriegerische Haltung, ein aggressives Auftreten, eine physische Gewaltbereitschaft von Personen und Gruppen im Kampf für bzw. gegen politische oder religiöse Überzeugungen als auch eine aggressive, gewaltsame Vorgehensweise.
.... Militanz (stellt) zumeist eine programmatische und strukturelle Neigung zur Aggressivität im zivilen Bereich dar."


Das Wikiwörterbuch Wiktionary schreibt zu "militant" (Stand 27.08.2018):
"eine Ideologie, einen Gedanken aggresiv vertretend"

Typische Beispiele sind "militante Abtreibungsgegner", "militante Atomkraftgegner", "militanter Nichtraucher", "militante Christen bzw. Atheisten".
Auch die "Ecclesia militans"- die streitende Kirche - ist ein fester Begriff, der übrigens im Gegensatz zur "Ecclesia triumphans" steht.


Die Verbindung von "militant" und "Pazifismus" als "Widerspruch in sich"
Zum ersten Mal las ich diese Kombination der beiden Worte in der Form des "militanten Pazifismus" im August 2018 auf dieser Website: www.nordkirche-nach45.de »externer Link«

Unter 5. Haltung zu Krieg und Wiederaufrüstung kann man dieses Zitat finden:
"»Wir würden m. E. den Ernst der Auseinandersetzung verkennen, wenn wir hier nur einige Sumpfblasen des Generationskomplexes verbunden mit militantem Pazifismus sehen ... würden. Nein, hier ist reformatorischer Wille am Werk.«
Der Holsteiner Bischof Friedrich Hübner polemisierte in seinem Fastenbrief des Jahres 1967 gegen die Pastoren, die für eine Entfernung des Kriegerdenkmals in der Flensburger St. Marienkirche auftraten."
(www.nordkirche-nach45.de/haltung-zu-krieg-und-wiederaufruestung.html »externer Link«)

Wenn man davon ausgeht, dass Pazifismus (von lat pax "Frieden" und facere "machen, tun, handeln) die ethisch begründete Ablehnung von Krieg und Gewalt ist, kann man sich nicht vorstellen, dass jemand diese Ziele mit Gewalt, "militant" erreichen will bzw. kann.
In diesem Sinne handelt es sich beim Pazifismus auch um eine Art Notwehr gegen das, was in der Welt auch heute noch mit Waffengewalt angerichtet wird.
In der Geschichte, nach der Kriegsbegeisterung des 1. Weltkrieges  und dem Entsetzen danach über das, was in diesem  Krieg geschehen war, fand die Idee des Pazifismus in breiten Teilen der Bevölkerung zunehmend Gehör. Damals entstand wohl der Begriff des "militanten Pazifisten" in dem Sinne, dass man nicht nur für den Frieden sein kann, sondern auch energisch etwas dafür tun muss.
Nach dem 2. Weltkrieg hatte sich die Situation weiter verändert. Kriege schienen nun nicht mehr möglich, weil dabei die Ausrottung der Menschheit drohte. Gleichzeitig war klargeworden, dass neue Methoden nötig waren, pazifistische Ideen zu verbreiten.
Natürlich passte der Pazifismus zahlreichen Leuten nicht ins Konzept. So wurde es üblich, Pazifisten unter anderem damit zu beschimpfen, dass man sie für "militant" erklärte.
Statt einer ausufernden Polemik will ich an dieser Stelle nur auf das Zitat eines der ersten Pazifisten der Welt verweisen (s. o. Jesus über die Feindesliebe).

Antonym, Gegenwort zum Pazifismus ist  der "Bellizismus", wörtlich: "den Krieg betreffend", "zum Krieg gehörend". Auf deutsch  wird Bellizismus auch oft als "Kriegsverherrlichung" bezeichnet. Ein weiteres Anti-Wort ist "Militarismus" .

Sehr hübsch ist auch der Ausdruck "kirchliche Radikalpazifisten", den ich in einem Atikel auf "zeit.de" vom 26.07.2017 "Schrumpfende Kirchen" von Evelyn Finger fand.
(https://www.zeit.de/2017/31/kirchenmitglieder-protestanten-katholiken-deutschland - eingesehen am 26.09.2018)
 

Seitenversion: neu am 22.02.2019
URL: www.brunhild-krueger.de/spr/spr1-wortsammlung/spr1m/spr1m_militaer.html

Bearbeitungsnotizen:
neu am 22.02.2019

AKTTEXT
- an anderer Stelle - in MENSCH-SEIN, DIE GEBURT DER MENSCHHEIT- ausführlicher zu Pazifismus texten

Link hierher aus
- Sachwortverzeichnis M: Militanz, militant
- WORTSAMMLUNG VON A BIS Z : E (Elitetruppe), K (Krieg), M (Militärseelsorger), P (Pazifismus), W (Waffen)