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SPRACHLIEBE - MIT LUST UND LIEBE SPRECHEN

WORTSAMMLUNG VON A BIS Z  - TEIL UND TEILEN


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Wahrscheinlich achtet kaum jemand darauf, wie vielfältig das  Wort "Teil" in unserer Sprache verankert ist. Ich war selbst überrascht, als ich es hier auf der Website suchte.

Vorerst - mit dem Start dieser Seite am 16.11.2017 - liste ich hier auch nur diese Beispiele auf:



Die Hauptquelle meiner Wortsammlung ist die "Mitteldeutsche Zeitung"(Quellenkürzel "MZ"), die Regionalausgabe für Wittenberg und Gräfenhainichen - nähere Angaben → Quelle MZ.


 

Die Vielfalt der Wörter mit "teil"

Verben mit "teil"
- austeilen
- erteilen (z. B. Unterricht)
- mitteilen
- (sich) beteiligen
- teilen (geteilt)
- abteilen
- benachteiligen
- teilhaben
- teilnehmen
- verteilen
- zuteilen, (jemandem etwas) zuteil werden lassen

Substantive mit "teil"
- diverse Teile und Teilchen:
               Fußteil, Seitenteile, Kopfteil, Teilthemen, Abteil(ung),
               Anteil, Anteilnahme, Frauenanteil
               Teilstück, Teilgedanke, Bruchteil, Hauptteil, Teilbereich
               Bruchteil, Großteil, Hinterteil, Ortsteil
               Elementarteilchen, Puzzleteile, Einzelteile, Bestandteile
               Bevölkerungsteile
               Zubehörteile (z. B. eines Fahrrades)
- Welle-Teilchen-Dualismus
- Beteiligung, Beteiligte, Wahlbeteiligung, Beteiligungsmöglichkeiten, Erwerbsbeteiligung
- Einteilung (z. B. Zeiteinteilung)
- Gegenteil
- Mitteilung, z. B. Pressemitteilung
- Nachteil ("benachteiligte Kinder",  "sozial Benachteiligte")
- Partei ("Part" und "Teil" stecken  hier drin - Assoziation zu "Partikel")
- Teilbarkeit (der Materie), Teilung, Aufteilung, Arbeitsaufteilung, Arbeitsteilung
- Unteilbarkeit ("unteilbarer Humanismus")
- Teilfunktion, Teilindividuum, Teilprozess, Teilbereich
- Teilnahme, Teilnehmer (Gesprächsteilnehmer)
- Teilhabe (hieß früher Beteiligung)
- Teilerfolg
- Verteilung, Verteilungsaufwand, Verteilungskämpfe, Verteilungsmechanismen, Verteilungsmethoden, Verteilungsprogramme, Geschlechterverteilung, Schuldverteilung (bei einem Unfall) Verteilungsproblem, Verteilungsinstrumente,
"Flüchtlingsverteilungsquote der EU", "Umverteilung von Flüchtlingen", "gerechte Aufteilung von Flüchtlingen" usw.
- Vorteil: Evolutionsvorteil, Augenblicksvorteil, Standortvorteil
- Nachteil
- Teile-und-Herrsche-Prinzip

Wovon man /etwas Teil bzw. Bestandteil sein kann, woran man "teilhaben" kann ("Teil und Ganzes")
- Bestandteil der Schöpfung bzw. des Kosmos (sein)
- Teil der Gemeinschaft (sein)
- Teil der Medizingeschichte,
- Teil des kulturellen Erbes der Menschheit
- Erdteile
- An-Teil am geistigen Reichtum der Menschheit haben
- Teilaspekt (der Heiterkeit)
ABER:
- "ein Teil der Menschen"  ist etwas anderes als " ein Teil der Menschheit sein"

sonstige Wörter
- vorteilhaft
- anteilig
- teilweise
- gegenteilig (Ergebnisse, Meinung)
- größtenteils
- mehrteilig (z. B. vierteilig)
- geteilte Freude
- zuteil (werden)
- vorurteilsfrei
- teils
- teilchenhaft (Struktur der Materie)
- vorteilhaft


Abwandlungen / Assoziationen / Namen / ...
- Urteil, Werturteilsfreiheit, Vorurteil, verurteilen, beurteilen
- Teilhard de Chardin

Mir geht es bei dieser ersten Sammlung auch um folgendes:
Die beiden Bedeutungen, die im Wort "Teil" stecken, werden im Alltag oft gar nicht als wesentlich verschieden wahrgenommen. Dabei handelt es sich um diese
1. Aufteilung, Verteilung, Zerteilung
2. Anteil (im Sinne von Zugehörigkeit), Beteiligung, Bestandteil, Teil eines Ganzen sein (z. B. schon bei einem Autoteil erkennbar: es hat nur Funktion und Sinn, wenn es "Teil des Autos" ist)
Während ich bei der ersten Bedeutung von der "Atomisierung" spreche, ist die 2. Bedeutung als "Systembildung" beschreibbar.
Während die 1. Bedeutung die übliche ist, findet die 2. kaum Beachtung.


Diese Unterscheidung hat riesengroße Bedeutung für Gegenwart und Zukunft. Heute leben wir in einer Denkweise der "Atomisierung" ("atomisierte Gesellschaft"), des Egoismus, der Individualinteressen.
Mit der Denkweise der "Systembildung" oder "Systemisierung" rücken die gemeinsamen Interessen stärker in den Blickwinkel.

Man kann diese beiden Sichtweisen auch in die Frage fassen:
Bekommt der einzelne Mensch z. B. "Anteil" an den Schätzen der Natur und am gemeinsam erzeugten gesellschaftlichen Reichtum in Form von Lohn, Sozialleistungen, kostenloser Nutzung des Gemeinschaftseigentums - oder eignet er sich Teile dieses gesellschaftlichen Reichtums an, indem er ihn anderen wegnimmt (Beispiel: Privatbesitz von Wasserquellen)?

Zum Schluss sei diese Sammlung noch mit einer Volksweisheit gekrönt, die die Frage des "Teilens" noch einmal in einen ganz anderen, äußerst nachdenkenswerten Zusammenhang stellt:
"Geteiltes Leid - halbes Leid, geteilte Freude - doppelte Freude."
 
 
Seitenversion: neu am 16.11.2016
URL: www.brunhild-krueger.de/spr/spr1-wortsammlung/spr1_.html

 
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