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NEUE WEGE

DIE LACHENDE REVOLUTION



Wie sagte doch Josef Beuys?
"Wollen Sie eine Revolution ohne Lachen machen?"

In den vergangenen reichlich 200 Jahren hat es genug Versuche gegeben, die Welt durch Kriege und Revolutionen schnell und mit Gewalt zu verändern. Immer hat es dabei Opfer, Zerstörung und viel Leid gegeben.

In diesem Kapitel untersuche ich auch die Frage, wie zukünftige Veränderungen passieren können, ohne Gewalt und Zerstörung, ohne Leid, Opfer und - das halte ich für besonders
wichtig - ohne die Vergeudung von Ressourcen: von Energie, von Kräften, von menschlicher Lebenszeit und Lebensfreude. Deshalb nenne ich ja "Heiterkeit und Lebensfreude das Zukunftsprinzip schlechthin".

- Heiterkeit und Lebensfreude als DAS Zukunftsprinzip
- Die praktische Erfahrung mit der "friedlichen Revolution in der DDR 1989-1990"
- Heiter von der Vergangenheit scheiden - ein Zeichen von Souveränität und Fortschritt





 


Heiterkeit und Lebensfreude als DAS Zukunftsprinzip

Das meint:
Die Kunst der heiteren Gelassenheit wird zur wichtigsten Basis einer zukünftigen Gesellschaft.
Das meint nicht, dass es in Zukunft keine Leiderfahrungen, keine Katastrophen oder Schicksalsschläge, keine Probleme geben wird und alles nur "Friede - Freude - Eierkuchen" sein wird.
Heiterkeit, heitere Gelassenheit meint nicht die Ignoranz von Problemen, sondern dass diese eine Methode ist, mit Problemen besser fertig zu werden.

Anders gesagt: die "heitere Lösung" von Problemen und Widersprüchen ist die überlegenere Methode gegenüber der heute noch überwiegend praktizierten "aggressiven Lösung": Konsenssuche statt Kampf, Interessen des anderen respektieren und berücksichtigen statt sie unterdrücken zu wollen. Sie ist in diesem Sinne auch Teil der "Nächstenliebe" und des Verantwortungsbewusstseins für die Geschicke der Menschheit und der Erde.
Nicht zuletzt ist sie ein Zeichen von Souveränität im Umgang mit sich und dem Leben.

Da Heiterkeit für Zukunftsgestaltung eine herausragende Bedeutung erlangen wird, habe ich ihr ein extra Kapitel in diesem Thema gewidmet: siehe HEITERKEIT + LEBENSFREUDE.


 
 

Die praktische Erfahrung mit der "friedlichen Revolution in der DDR 1989-1990"

Es gab zwei Fakten, die es möglich machten, dass diese Wende friedlich, ohne Blutvergießen und Bürgerkrieg, verlief.
Das eine Phänomen war die Kirche in der DDR, die immer wieder aufrief, die Protest friedlich zu gestalten. Das andere - noch weitaus erstaunlichere - Phänomen war die Tatsache, dass diejenigen, die die Macht im Staate hatten (und das meint, dass ihnen ein starker Machtapparat von Polizei, Kampfgruppen bis hin zur Armee zur Verfügung stand) diese Macht (mehr oder weniger) freiwillig aus den Händen gaben. Nicht nur, weil sie begriffen hatten, dass Gewalt gegen das eigene Volk keine Rettung ihrer Macht gebracht hätte, es war wohl ein letztlich entsetztes Verstehen, dass man keinen Sozialismus gegen das Volk gestalten kann.

Zuvor hatte die Revolutionstheorie mit der Kernthese von der "Diktatur des Proletariats", also der Herrschaft der Arbeiterklasse, gelehrt, dass man den Sozialismus nötigenfalls mit der Waffe in der Hand verteidigen muss.

Anders gesagt, diese Ereignisse haben gezeigt, dass eine so umwälzende Veränderung - der Übergang vom Sozialismus zum Kapitalismus - ganz und gar friedlich verlaufen kann. Gegen den Willen vieler, das soll nicht vergessen werden - und manch einer von ihnen hätte lieber geschossen als zuzulassen, was da geschah.
Doch es hat funktioniert - die Wende, die Revolution (wörtlich "Umwälzung" oder auch "Wende", im Unterschied zur "Evolution" für "allmählich fortschreitende Veränderung") gelang ohne dass Menschen gewaltsam zu Tode kamen.

Dies war ein gigantischer historischer Fortschritt gegenüber den jähen Veränderungen in den früheren Jahrhunderten, das darf man bei allen Details nicht vergessen. In diesem Sinne ist es eine Erfahrung, die sich tief in das "kollektive Unterbewusstsein" der Menschen eingeprägt hat:
                                     Wir können auch friedlich!
Nur gelacht hat dabei leider noch niemand!!
Es war bitterer Ernst - noch kein Fest, noch kein Kunstwerk, noch kein Spielplatz.


 
 

Heiter von der Vergangenheit scheiden - ein Zeichen von Souveränität und Fortschritt

Noch ist es eher unvorstellbar, dass es nicht nur in den kleinen Dingen des Alltags eine solche "lachende Trennung von der Vergangenheit" geben könnte.

Im Alltag kennen wir diesen "lachenden Abschied" schon hin und wieder:
Die alte Mietwohnung wird - endlich - aufgegeben, man zieht in das eigene Haus.
Das alte Auto wird mit etwas Wehmut verschrottet. Nach den ersten 100 Kilometern im neuen, besseren, ist die Erinnerung schon verblasst.
Auch Lebensabschnitte zu verlassen, kann schwer fallen. Ob es der Wechsel vom Kindergarten in die Schule, von der Schule in Ausbildung, Studium oder Arbeitsleben ist - es fällt schwer. Doch wer möchte ewig im Kindergarten bleiben?

Allgemein gesagt: sobald eine Verbesserung oder eine neue Herausforderung ins eigene Leben schneit, verlässt man die vorherige Situation ohne (größeres) Leid.

In der gesellschaftlichen Entwicklung ist es natürlich nicht anders. Nur kennen wir das aus der bisherigen Geschichte äußerst selten: wenn ein Abschnitt zu Ende geht und eine neue Etappe beginnt, fanden solche Übergänge oft nicht zur Freude der meisten Menschen statt. Beispielsweise die industrielle Revolution mit ihrem technischen Entwicklungssprung machte vor allem die Weber und Spinnerinnen arbeitslos und sie begehrten gegen das Neue auf (Maschinenstürmer).

Erste Bedingung für einen "lachenden Abschied" von der Vergangenheit ist also, dass das Neue, die Zukunft so begehrenswert erscheinen, dass dieser Abschied für alle Beteiligten angenehm ist.
Wenn das Alte außerdem so morsch, faulig, uneffektiv und unbrauchbar geworden ist, dass es kein Vergnügen mehr macht, damit bzw. darin zu leben, dann ist die Freude vorstellbar, es endlich aufgeben zu können.

Eine weitere Bedingung ist - wie oben im Beispiel des Abschieds vom Kindergarten - dass wir sehen, dass die menschliche Gesellschaft sich weiter entwickeln muss und nie in einem bestimmten Entwicklungsstadium steckenbleiben darf.

Mit dieser heiter-gelassenen Einsicht kann man auch Wehmut, Nostalgie, Trauer um Verlorengegangenes besser verarbeiten.

Ein souveräne Mensch kann heiter sein.
Ein schwacher, verkrampfter, Zwängen ausgelieferter Mensch ist ernst, verbissen, Veränderungen böse-ablehnend gegenüberstehend. Sind wir Herr (oder natürlich Frau) unserer gesellschaftlichen Verhältnisse, stehen wir souverän in ihnen und sind ihnen nicht ausgeliefert, können wir auch die Veränderungen souverän so gestalten, dass wir heiter an die Arbeit gehen. So sind wir in der Lage, die Vergangenheit (und die unzureichende Gegenwart) mit Heiterkeit hinter uns zu lassen. Souveränität und Heiterkeit gehören zusammen.

"Damit die Menschheit heiter von ihrer Vergangenheit scheide." - diesen Satz habe ich "geklaut" und verbreite ihn hier mit größtem Vergnügen. Er ist als Wunsch zu sehen, dass eine Zeit kommen möge, in der die Menschheit so mit ihrer Vergangenheit umgehen kann. Es ist wohl nur denkbar bei einer "guten Vergangenheit". Noch ist die Vergangenheit (und Gegenwart) der Menschheit leider oft noch so furchtbar und traurig, dass der heitere Umgang mit ihr schwer fällt.

(Das ausführliche Zitat mit Quellenangaben gibt es in Marx (1) - Zitate.)

 
 
Seitenversion:  erg. am 07.10.2016
URL:  www.brunhild-krueger.de/hz/hz5-neuewege/hz5_lachenderevolution.html

 
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Bearbeitungsnotizen:
Die Frage des "heiteren Scheidens von der Vergangenheit" ausführlicher in MEN behandeln, dort entsprechend auf der Startseite vermerkt