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DIE ATOMISIERTE WELT
EINE ANALYSE DER GEGENWART AUS DER SICHT EINER
ZUKÜNFTIGEN "HEITEREN GESELLSCHAFT"

SELBSTZUFRIEDENHEIT

(Eine Erinnerung aus dem Jahr 2117)


Erster Textentwurf vom 31.10.2016 / erg. 15.07.2017:
                                                            Seite in Arbeit
Selbstzufriedenheit und Arroganz sind Geschwister.
Aus Selbstzufriedenheit wächst Stagnation. Das wäre uns damals, zu Beginn des 21. Jahrhunderts, beinahe zum Verhängnis geworden.

Währen die Globalisierung in atemberaubendem Tempo die ganze Erde umkrempelte, glaubten wir in Deutschland, es würde alles beim Alten bleiben (können).
"Ich will so bleiben, wie ich bin." - Dieser Werbespruch einer Lebensmittelproduktionsfirma symbolisierte geradezu die Angst vor Veränderungen.

Menschen aus anderen Kulturen sollten damals an "unsere Werte" herangeführt werden, weil wir die für die besten der Welt hielten, ewig gleichbleibend und nicht mehr hinterfragbar, zum Dogma erstarrt.

Zufällig kam mir eine Zeitung aus dieser Zeit wieder in die Hände, in der der damalige Innenminister Deutschlands, ein gewisser Thomas de Maizière, gefragt wurde,
was ihn ängstige.
Es war die Zeit, in der die Angstgesellschaft  eine weitere Verschärfung erleben sollte. "Sollte" meint, dass die Angst vorsätzlich geschürt wurde. Gleichzeitig wollte man natürlich, dass die Leute passiv blieben. Also musste man ihnen den Hauptwert unserer damaligen Gesellschaft - ich sage es einmal so - "unter die Nase reiben". Das tat Herr de Maizière in seiner Antwort auch - dummfrech und primitiv:
"Ich mache mir eher wegen der vielen Angstbürger Sorgen. Uns geht es so gut wie selten in unserer Geschichte. Wir haben Kaufkraftzuwachs. Wir haben wenig Inflation. Wir haben geringe Arbeitslosigkeit. Wir machen keine neuen Schulden. Wir leben in Frieden mit unseren Nachbarn. Europa beneidet uns um unsere Lage. Aber bei vielen ist der Angstpegel hoch."

(Zwischenfrage des Interviewers: "Und warum?")
de Maizière weiter:
"Vielleicht weil es uns so gut geht, haben viele Menschen Sorgen, dass es uns in Zukunft nicht mehr so gut gehen könnte. Ich setze dagegen: Nur wenn wir uns - zumindest in Maßen - verändern, besteht die Chance, dass es so gut bleibt, wie es ist. Und Angst ist immer ein ganz schlechter Ratgeber. Ich möchte, dass wir wieder mehr Zuversicht fassen. Die beste Nachricht der letzten Tage ist daher für mich, dass es wieder mehr Kinder in Deutschland gibt. Eltern bekommen Kinder, wenn sie Zuversicht haben."

In geradezu alberner Weise wurde diese Wohlstands- und Konsumideologie noch durch den Wahlslogan der CDU/CSU zu den Bundestagswahlen 2017 (der mit dem "Regierungsprogramm" schon suggerierte: Wir regieren weiter!) gesteigert:
(Quelle: www.cdu.de am 15.07.2017)
                  wahlwerbungcdu2017bundestag

Was ist das für ein Maßstab für das Niveau einer Gesellschaft - "Kaufkraftzuwachs".
Was ist das für eine Einstellung: "Hauptsache, uns Deutschen geht es gut. Lass die anderen doch verrecken."
Das Desaster folgte übrigens auf dem Fuß. Das Wahlergebnis war so katastrophal, dass keine stabile Regierung zustande kam und Neuwahlen angesetzt werden mussten. Diese führten dann zur noch heute berühmten "Wahlrevolution" und damit zur Politikwende in Deutschland: Eine Koalition von 7 Kleinparteien übertrumpfte die klassischen Regierungsparteien. 
(Notiz vom 15.07.2117 resp. 15.07.2017)


Zu der Zeit waren die Ressourcen der Erde faktisch erschöpft. Der Lebensstandard der Deutschen - auf die Weltbevölkerung hochgerechnet - hätte eine völlige Zerstörung der Biosphäre innerhalb weniger Jahre bedeutet.
Deutschland musste nicht noch mehr konsumieren, Deutschland musste lernen, seine Bedürfnisse mit weniger Aufwand zu befriedigen. Die Bedürfnisstruktur als solches musste analysiert werden.
Dem stand aber die Selbstzufriedenheit der Regierenden (Herrschenden) entgegen. Solange man meinte, mit "immer mehr" den Leuten den Mund stopfen zu können, musste man nicht nachdenken über die dringend notwendigen Veränderungen.

Kritiken an dieser "Schlaraffenland-Politik" einerseits und alternative Lösungsansätze andererseits gab es in unvorstellbarer Vielzahl. Doch weder die Politik noch die Medien nahmen sie zur Kenntnis, berichteten darüber.
Wie gesagt, bis zur Bundestagswahl 2017. Dann sollte sich alles ändern ...

Katalysator dieser Wende wurde die Idee des "bedingungslosen Grundeinkommens".


Seitenversion:
  erg. 15.07.2017 / neu am 31.10.2016, erster Textentwurf
URL:  www.brunhild-krueger.de/hz/hz2-atomwelt/hz2_selbstzufriedenheit.html 

 
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Bearbeitungsnotizen:
Gedanken, Stichpunkte, Notizen zum Thema:
- Ankündigung geändert:
Die nächste Frage, mit der ich mich befassen möchte, ist diese: Geht es uns gut? Was verstehen wir unter "gut gehen" in dieser Zeit?
Selbstzufriedenheit und Arroganz in Deutschland verhinderten damals, zu Beginn des 21. Jahrhunderts, beinahe die gesellschaftliche Weiterentwicklung.
"ethisch Behinderte" und größte ethische Herausforderung in der damaligen Zeit:
Gemeinschaftsgeist entwickeln, aber dem Gruppenzwang entgehen,
erst, als die Einsicht sich verbreitete, dass die Gruppenzwänge des Egoismus in der damaligen Zeit extrem stark waren (Streben nach Macht, Reichtum, Besitz, Anerkennung, Leistungsdruck, Kastendenken - Elite und "sozial Schwache" usw.), konnte es gelingen, über diese Fragen überhaupt in der Öffentlichkeit nachzudenken
(siehe z. B. Verspottung von Altruisten als "Gutmenschen" - diktatorische Züge beim "Gutmenschentum" usw.)
(Wille zur Macht - Wille zum Sinn - Wechsel)
Kriterium für Gemeinschaftsgeist: Freude, Anteilnahme, innere Zufriedenheit
Möglichkeit des "Ausstiegs", ...