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CHRISTEN-LEHRE

Eine Auseinandersetzung mit Anspruch und Wirklichkeit des Christentums



Welche Religion die beste sei?
fragt Lessing in seinem "Nathan", um in der berühmten "Ringparabel" die Antwort auf die Frage erst in der Zukunft für möglich zu halten, dann nämlich, wenn im Wettstreit der drei Religionen ("Ringe" sind es in der Parabel) sich zeigt, welche von ihnen es versteht, sich "angenehm zu machen vor den Menschen".

Zitat aus der Ringparabel:
    »Der rechte Ring
    Besitzt die Wunderkraft beliebt zu machen;
    Vor Gott und Menschen angenehm.«

(Die ganze Ringparabel kann man nachlesen unter LESSING, in DIE BESTEN GEDANKEN » KUNST + PHANTASIE)


Angeblich toben "Religionskriege".
Welche Rolle spielt das Christentum in diesen Auseinandersetzungen?
Religionen behaupten meist, die einzig wahre, die einzig richtige Religion zu sein. Nur  wer sich an die Lehren dieser einen, einzig richtigen Religion hält, hat eine Chance, "selig" zu werden, in den "Himmel" zu kommen und nur auf den wartet ein "ewiges Leben".
Ich meine hier erst einmal nur diese Vorstellung in den verschiedenen monotheistischen Religionen, dass alle anderen Gläubigen "verdammt" sind, weil sie an den "falschen Gott" glauben. Dann ist Missionieren sozusagen Seelenrettung und der "Heilige Krieg" geradezu Pflicht des Gläubigen - egal ob Christ oder Moslem. Die Juden halten sich hier ein bisschen zurück, auch wenn das, was sie mit den Palästinensern machen, auch nur verstehen ist, wenn man davon ausgeht, dass diese gegenüber dem eigenen "auserwählten" Volk für minderwertig gehalten werden. Dann ist alles erlaubt.
Der eigene Glaube ist das - bitte wörtlich nehmen - "Allein-Selig-Machende".


Was für ein altes, kindisches Gottbild wird uns vorgemacht?
Ganz besonders heftig ist dieses "Alleinseligmachen" des eigenen Glaubens im Christentum.
"Nur durch Jesus allein" findet man zu Gott, wird da behauptet. Diese Absurdität geht so weit, dass sich Theologen ernsthaft zu der Frage äußern, was denn mit den möglicherweise existierenden außerirdischen intelligenten Lebewesen wird, die ja die Botschaft des Gottessohnes und Gott gewordenen Menschen Jesus gar nicht kennen.
In einer TV-Sendung hat ein Theologe (Leider weiß ich nicht mehr, welche Sendung und welcher Theologe das war.) sehr charmant lächelnd,  sinngemäß gesagt: Das ist nicht unsere Sache, das Problem muss der liebe Gott gefälligst selbst lösen.


Luthers Theologie
Gegenwärtig (im Zeichen der "Lutherdekade") werden wir in besonderem Maße über die positiven Auswirkungen, über die Segnungen von "Luthers Lehre" informiert.
Da ist als erstes die sogenannte "Rechtfertigungslehre" zu nennen, die ich so verkürzen möchte: Der Mensch kann nur durch den Glauben allein selig werden. Gute Taten nützen dafür gar nichts. Luther hat wohl noch so gefragt: Wie bekomme ich einen gnädigen Gott?

Berühmt sind auch die  (je nachdem) 3, 4 oder 5 "Sola" :
"Sola Fide - Sola scriptura - Solus Christus - Sola Gratia - Soli Deo Gloria"
(Allein der Glaube - Allein die Schrift - Allein Christus - Allein die Gnade - Gott allein gehört die Ehre) sind sozusagen die "Schlagworte", auf die man Luthers Lehre zusammenfassen kann.

Manch einer hat auch schon vom "Solo verbo" gehört, aber dieses "Allein das Wort (Gottes)" gehört nicht zu den "5 Solas der Reformation".
Eine sehr schöne, verständliche Zusammenfassung bietet diese Seite:
christozentrisch.wordpress.com/fragen-und-antworten/die-5-solas-der-reformation/
Sehr interessant sind übrigens auch die Kommentare dort.
(Es handelt sich hier um die private Website eines Herrn Jean-Louis Goiran, der "die Entstehung einer neuen reformierten Kirche in Deutschland" und "mit diesem Blog das Gedankengut der Reformation bekannt machen" möchte.)

Ein Handmaterial der EKD (der Evangelischen Kirche in Deutschland), eine 124  Seiten umfassende pdf
"Rechtfertigung und Freiheit - 500 Jahre Reformation 2017"
fasst Luthers Lehre und ihre Bedeutung für heute zusammen:
www.ekd.de/download/2014_rechtfertigung_und_freiheit.pdf externer link
Darin wird sogar die Frage "Wie soll gefeiert werden?" beantwortet.

Wer noch einen Blick in die "hohe lutherische-evangelische Theologie" (meine Formulierung - B.K.) werfen will, wer sich ein Bild von der für Laien kaum noch nachvollziehbaren Kompliziertheit der theoretischen Fragen zum Glauben machen will, der kann das z. B. hier tun:
www.pfarrerblatt.de/text_164.htm externer link.


Christliche Fundamentalisten
Zu diesem Stichpunkt will ich nicht die verschiedenen fundamentalistischen Strömungen innerhalb des Christentums analysieren.
Mir genügt es, eine Nachbarin zu haben, die mich regelmäßig "belehrt" mit ihrer Auffassung von Gott und der rechten Art zu glauben. Sie geht auf in dem Glück, ihrem Gott und den Menschen dienen zu dürfen.
Sie ist felsenfest überzeugt: Der Sonntag ist gar nicht der richtige wöchentliche Ruhetag, sondern der Samstag.
Meiner etwas spöttische Anfrage, ob es nicht genüge, einen 7-Tage-Rhythmus mit einem Tag Ruhe und Gottesandacht einzuhalten, erteilte sie eine grundsätzliche Abfuhr.
Denn in der Bibel steht, dass Gott "am siebten Tag" ruhte. Also hat sich auch der Mensch daran zu halten.
Die Kalender-Woche beginnt inzwischen nicht mehr am Sonntag (1. Tag), sondern am Montag, so dass der Sonntag nun an 7. Stelle steht.

Neulich hat sie mir  mit strafendem Blick auf meine Jeans gesagt, dass in der Bibel steht, dass sich Männer und Frauen in ihrer Kleidung unterscheiden sollen, Frauen also Rock zu tragen haben und keine Hosen tragen dürften.
Hätte sie die Macht, sie würde - fürchte ich - allen Frauen verbieten, Hosen zu tragen.
So viel dazu, was passiert, wenn man "die Schrift" zu wörtlich nimmt - sola scriptura und die Folgen sozusagen.


Die Existenz Gottes
Diese alte Streitfrage, ob es einen Gott gibt oder nicht, kann nicht damit beantwortet werden, dass man die verschiedenen Gottbilder, Theologien und Glaubenslehren miteinander vergleicht und eine "beste" findet - oder gar alle Religionen und Glaubensvorstellungen pauschal ablehnt. Diese Frage ist so spannend und vielschichtig, dass es sich wirklich lohnt,
genauer nachzufragen.
Vielleicht gibt es so etwas wie eine "Schnittmenge" aller Gottvorstellungen?


Seitenversion:
neu 07.10.2016
URL:  www.brunhild-krueger.de/guw/guw07-christenlehre/guw070_christenlehre.html

 
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Bearbeitungsnotiz:

Auf das christliche Menschenbild in MEN hinweisen
"Wer's glaubt, wird selig." - was ist mit "selig" gemeint? Der Unterschied zwischen Seligkeit und Glück - siehe auch GLÜCK in SPRACHLIEBE » WORTSAMMLUNG 

Zum christlichen Liebesgebot eine extra Seite anlegen, siehe dazu auch guw040_religionundgewalt.html