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GOTTBILDER

Die Sehnsucht nach einem Gott spiegelt sich in den Gottbildern


Eine Freundin sagte einmal, für sie sei Gott "Alles in allem". Ich denke, das ist ein guter Ausgangspunkt für dieses Thema.

"Du sollst Dir kein Bild von mir machen." ist göttliches Gebot der Bibel.  Aber die Menschen haben sich nicht daran gehalten.

Mein Lieblings-Gott-Bild ist übrigens dieses:
"Wenn Gott aufhört zu atmen, hört die Welt auf zu sein."
Ich habe den Satz vor ca. 20 Jahren irgendwo aufgeschnappt, kann keine Quelle finden.
Die Vorstellung von "Gottes Atem" ist weit verbreitet. Ich erinnere an die Stelle in der Bibel, in der er seinen Lehmkloß Adam zum Leben erweckte, indem er ihm seinen Atem einhauchte.

Woher kommt diese Sehnsucht nach dem, was die Menschen Gott nennen?

Ich fange sozusagen "historisch" an - mit der Frage, ob es in den Anfängen der Götterbilder eine Zeit der weiblichen Gottheiten, z. B. eine "Große Mutter"-Göttin, gab.

- "Als Gott noch eine Frau war"
- Mutter Theresa - Gott fragt nach unserer Fähigkeit zu lieben in allem, was wir tun







 

"Als Gott noch eine Frau war"

Ja, ausgerechnet mit dieser Vermutung, Frage, Erkenntnis fange ich an.

Es gab vor einiger Zeit eine 12-teilige Serie in Servus-TV "Menschen, Mythen und Legenden", von der nur - glaube ich - die Hälfte der Teile gesendet wurde. Dann war plötzlich Schluss. Hat da eine stille Zensur  zugeschlagen? Ich wurde neugierig und recherchierte. Auch die Folge mit obigem Titel "Als Gott noch eine Frau war" hatte es offenbar nicht ein einziges Mal auf einen Sendeplatz geschafft. Ich schrieb an Servus-TV und brachte mein Bedauern darüber zum Ausdruck. Nun - Monate später - war am 05.05.2016 diese Folge doch noch gezeigt worden. Eine Wiederholung oder die Möglichkeit, diese Folge sich noch einmal in der Mediathek anzusehen, fand ich nicht. Am 18. November 2016 soll sie auf Servus-TV gezeigt werden. Ggf. gibt es unterschiedliche Zeiten zwischen dem deutschen und dem österreichischen Servus-TV.

Was ich da in der knappen Stunde zu hören bekam, war unglaublich! Ich kann es gar nicht alles korrekt wiedergeben. Doch wenn die dort präsentierten Forschungsergebnisse stimmen, müsste eine Revolution zumindest der christlichen Religion die Folge sein.

Angekündigt wird die Sendung auf der Seite der Produktionsfirma Mokino (www.mokino.eu/mml-folgen/) so:
»Bis vor 2.700 Jahren war der Götterhimmel noch voller Frauen. Doch dann verschwanden sie plötzlich. Was war die Ursache dafür?«
Und auf Servus-TV lautet die Ankündigung: Jerusalem: die Wiege des Monotheismus. Vor 2.700 Jahren haben sich hier jene Umwälzungen zugetragen, die dazu führten, dass alle weiblichen Gottheiten aus dem Götterhimmel gestürzt wurden. Doch bis heute überdauern Hinweise darauf, dass der einzige Gott nicht immer allein war, was beispielsweise die im Jerusalemer Tempel gefundenen Heiligen Schriften belegen. Sie wurden im Laufe der Geschichte umgeschrieben, verfälscht und ausgelöscht. Verfolgt man diese Geschichte zurück, stößt man seit der Sesshaftwerdung des Menschen auf eine Vielzahl an weiblichen Gottheiten, die erstaunliche Ähnlichkeiten mit den rätselhaften Venusfiguren der Altsteinzeit aufweisen.
 
  Ich versuche, im Folgenden einige wenige der gehörten Gedanken und Erkenntnisse wiederzugeben:

Anfangs ist noch die Rede von dem "Übermaß an weiblichen Darstellungen", die man in verschiedenen Bodenschichten - also aus Zeiten bis vor 27.000 Jahren und eine Figurine, die sogar 40.000 Jahre alt sein soll - gefunden hat.

Dann geht es um Maria, die Muttergottes, und deren Verehrung durch die Katholiken.  Es wird gesagt, dass sie in den Volksreligionen "Göttinnen-Funktion" hat. Sie wird "Himmelskönigin" genannt.
Dann sieht man eine vergleichende Abbildung von Isis, die den Horusknaben stillt und von Maria mit dem Jesuskind.

Ich will es kurz machen - bei allen interessanten Details der Sendung  bleibt als allerwichtigstes:

Die Göttin Isis wurde weitverbreitet verehrt. Dann aber haben die Christen "heidnische Kulte" verboten.
Und nun kommt ein spannender Satz:
Die Bilder der alten Gottheiten waren "zu mächtig". Sie konnten nicht abgeschafft werden. Darum wurden sie in die weibliche Heilige, in Maria überführt.
Noch im Alten Testament (in der Thora) hatte der monotheistische Gott vermutlich eine weibliche Gottheit an seiner Seite: Aschera. Sie kommt in vielen Heiligen Schriften vor.
Erst im 4. / 3. Jh v. Chr. verschwindet die weibliche Kultfigur. Man findet Verbote des Aschera-Kultes. Gesagt wird auch, dass Luther in seiner Bibelübersetzung "Aschera hinausübersetzt" hat.
Aschera vereint Merkmale von Astarte, Isthar und Isis.

Es geht auch um die "astralen Aspekte dieser Gottheiten", die man in der Mariensymbolik finden kann: Mondsichel und Sternenkrone.
Die Sprecherin im Beitrag meint, die Änderung des Namens ändere nicht die Bedeutung dieser Gottheiten.
Es wird erwähnt, dass Frauen vor langer Zeit  als die Gebärenden eine größere Rolle spielten. Es könne sein, dass sich aus diesen mächtigen Urmüttern die Göttinnen entwickelt haben.

Und dann folgt gegen Endes des Filmes die wohl wichtigste Bemerkung:
Zu keiner Zeit wollten Menschen ohne Verehrung des weiblichen Prinzips leben. Das aber wurde ausgelöscht und hat nun eine andere Gestalt angenommen: Maria.
Die Erklärung für die Verehrung der Mütterlichkeit liegt darin, dass jeder Mensch sich bewusst ist, das sein Leben ohne eine lebensspendende Mutter nicht denkbar ist.
Glaube ist die Suche nach Halt für die Existenz.

Meine Schlussfolgerung aus dem Gehörten ist:
Das heutige christliche Gottbild ist nicht das ursprüngliche. Es wurde einseitig-männlich verfälscht. Es  ist hohe Zeit, wieder das männliche und das weibliche Prinzip gemeinsam  zu vergöttlichen und zu "vergöttern", "zum Göttlichen" zu machen.

Hier sind die christlichen Kirchen und Religionsgruppen an vorderster Stelle gefragt. Denn die Leute laufen ihnen weg, wohl auch deshalb, weil diesem Christengott etwas fehlt: seine weibliche Seite.
Zu allen Zeiten entwickelten sich die Gottbilder weiter. Es ist an der Zeit, das alte christliche Gottbild weiter zu entwickeln.


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Vorstellungen von Gott, die einen Anspruch an den Menschen darstellen

In seinem Buch „Gott – eine kleine Geschichte des Größten“ schreibt Manfred Lütz auch über Mutter Theresa, S. 294, die gesagt hat:
„Gott wird nicht fragen: Wie viele gute Sachen hast du in deinem Leben gemacht? Er wird uns eher fragen: Mit wie viel Liebe hast du das getan, was du getan hast?“
 
 
Seitenversion:  erg. 31.10.2016, erste Texte am 31.05.2016
URL:  www.brunhild-krueger.de/guw/guw01-gottbilder/guw010_gottbilder.html

 
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Bearbeitungsnotizen:
ergänzen - Schleiermacher und Lesch auf Youtube
https://www.youtube.com/watch?v=s3NnaQEu5hU externer link
- Ist im Monotheismus der "eine Gott" - Jahwe, Gottvater, Allah - eine männliche Gottheit oder eine über den Geschlechtern stehende allumfassende Gottheit?  (die "gendergerechte" Bibelübersetzung nicht vergessen!)
- Gottbilder - Gottbegriff gegenüberstellen
- Das Paradoxon des dreieinigen Gottes Vater - Sohn - Heiliger Geist

Psalm 8 "Was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst?" - auch für MEN!
Nemo contra deum nisi deus ipse. „Niemand darf Gott in Frage stellen außer Gott selbst.“ – Satz nach Goethe zum Widerstreit des Göttlichen mit sich selbst. (aus wikipedia lateinische Phrasen - N)
Nihil solidum nisi solum „Nichts ist beständig ausser Grund und Boden“ (ebenda)

Verweis hierher aus anderen Textseiten:
- aus → ASCHENPUTTEL in EINMISCHUNGEN » MÄRCHENHAFTES