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STRUKTUR DER MATERIE

TRANSMUTATION

Das Wort "Transmutation" ist kaum jemandem bekannt.
Ich selbst stieß  Ende der 90er Jahre des vorigen Jh. zum ersten Mal auf dieses Wort in einem Buch über die Geschichte der Alchemie:
      Prof. Helmut Gebelein
     "Alchemie"
(siehe Quelle Gebelein)
Schon der Zusammenhang mit der Alchemie macht das Wort "Transmutation" verdächtig, auch wenn man gar nicht weiß, was es bedeutet. Ich nehme an, das empfinden vielen Menschen so.

- Erste Annäherung an den Begriff "Transmutation"
              - Rutherford und Soddy
              - der "Transmutationsgenerator" soll radioaktiven Abfall umwandeln

- Transmutation als Oberbegriff für zahlreiche moderne Begriffe aus der Physik?
              - Kernspaltung, Kernzerfall
              - Kernfusion
              - kalte Fusion
              - Kohlenstoff-Stickstoff-Umwandlungen

- PS: Transsubstantiation - auch nur eine "Transmutation"? (kleiner Scherz)


Erste Annäherung an den Begriff "Transmutation"

Nachdem dann in Wittenberg im Jahr 2014 bei Ausgrabungen ein umfangreiches Alchemisten-Labor gefunden wurde (siehe WITTENBERG-BlOG 2014, Eintrag vom 22.11.2014), wurden die Funde in einer sensationellen Ausstellung
                      "Alchemie - Die Suche nach dem Weltgeheimnis"
im Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle / Saale vorgestellt (25. November 2016 - 05. Juni 2017).
Dort fand ich auf einer Tafel mit einem Foto von den zweien eine Notiz über ein Gespräch zwischen Ernest Rutherford und Frederick Soddy, die die radioaktive Umwandlung von Uran in Blei entdeckten:
(Die Namen in eckigen Klammern sind von mir eingefügt worden. - B.K.)
"Die Idee war so bahnbrechend, dass beide sich bemühten, Vorurteile zu vermeiden und anstelle von Transmutation von Transformation sprachen:
[Soddy:] »Rutherford, dies ist Transmutation!«
[Rutherford]:] »Um Gotteswillen, Soddy, nenn es nicht Transformation, sie werden uns als Alchemisten die Köpfe abschlagen.«"

"Transmutation" (von lat. transmutatio - "Verwandlung") meinte in der Alchemie lediglich eine Umwandlung  von einem chemischen Element in ein anderes.

Nun versuche ich, mich dem Begriff vorurteilsfrei zu nähern.
Vielleicht kann die folgende, ziemlich seltsame Information eine Art "Türöffner" sein, auch Sie, lieber Besucher, liebe Besucherin meiner Website, für eine solche vorurteilsfreie Sicht auf das, was sich hinter "Transmutation" verbirgt, zu interessieren:

Der Transmutationsreaktor
Im Jahr 2000 fand ich beim Googeln nach "Transmutation" diesen Begriff und im Zusammenhang damit Berichte über erste Versuche, mittels "Transmutation" radioaktiven Abfall unschädlich zu machen.
Inzwischen behandeln die Fundstellen bei Google  und auch der Wikipedia-Eintrag über die "Transmutation" fast nur noch diese eine möglich Anwendung des "Prinzip Transmutation".


Transmutation als Oberbegriff für zahlreiche moderne Begriffe aus der Physik?

Heutzutage haben Elementeumwandlung z. B. als "Kernspaltung", "(radioaktiver) Kernzerfall" oder "Kernfusion" ihren Platz in der etablierten Physik gefunden, obwohl man sich nach wie vor meist scheut, diese Elementeumwandlungen "Transmutationen" zu nennen.
(Chemische Reaktionen im weitesten Sinne könnten auch unter diesem Oberbegriff betrachtet werden, doch das würde hier zu weit führen.)

Allgemein bekannt ist die Elementeentstehung bzw. Nukleosynthese in Sternen wie z. B. in unserer Sonne.
Der "Brennstoff" der Sonne besteht aus Wasserstoff, der in Helium "umgewandelt" wird und dabei Energie frei setzt. Seit Jahren wird vergeblich versucht, diesen Prozess auf der Erde als Energiegewinnungsmöglichkeit zu nutzen (Kernfusion).

Kohlenstoff-Stickstoff-Umwandlungen
Sehr spannend sind die Umwandlungen von Stickstoff in Kohlenstoff und von Kohlenstoff in Stickstoff, wie sie in den obersten Schichten der Erdatmosphäre stattfinden.
Bekannt ist die Radiokarbonmethode, die diese Effekte zur Altersbestimmung vorwiegend organischer Materialien benutzt.


PS: Transsubstantiation und Transmutation -
eine kleine scherzhafte Anmerkung:

Transsubstantiation ist ein Begriff aus der Christen-Lehre  bzw. der christlichen resp. der katholischen Theologie, der die Umwandlung von Brot und Wein in den Leib und das Blut Jesu Christi in der Heiligen Messe bezeichnet.
Das ist eines der Grunddogmen der Katholiken. Dieses zu "leugnen" (für nicht gültig, nicht möglich zu halten), könnte böse Folgen für einen Katholiken haben.
In diesem Sinne dürfte es für Katholiken nicht schwierig sein, Transmutation nicht nur für alchemistische Scharlatanerie zu halten. Sie bräuchten nur zu erklären, dass die Transsubstantiation ebenfalls eine Form von Transmutation sei.


Seitenversion: neu am 22.02.2019
URL:  www.brunhild-krueger.de/gfp/gfp3-struktur/gfp38_transmutation.html

Bearbeitungsnotizen:
neu 22.02.2019 - erste Texte

AKTTEXT
- Wenn der Text hier fertig gestellt ist, von spr1_k / Kosten in Teil 2 ("Transmutationsgenerator" und die "Ewigkeitskosten") von dort hierher verlinken
- Gelegentlich eine Unterseite "Alchemie" anlegen
- zu den chemischen Reaktionen ebenfalls eine Unterseite mit weiterführendem Text anlegen

Hierher verlinkt von:
- Sachwortverzeichnis → Transmutation
(mit kurzem Text: Ist dieses Wort nur ein historischer Begriff aus der Alchemie oder auch für die Zukunft der Physik von Bedeutung?)

- Text der Ankündigung dieser Seite und Verlinkung auf sie von der Basisseite STRUKTUR DER MATERIE:
Der aus der Alchemie entlehnte Begriff "Transmutation" könnte vielleicht zum Oberbegriff für alle beobachtbaren Strukturbildungs- und -auflösungsprozesse der Materie werden: von den chemischen Bindungen und Verbindungen über die Radioaktivität bis zu den Entstehungsprozessen der Elemente in den Sternen ...