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FRAU + POLITIK

 DEUTSCHLAND - VON MÄNNERN REGIERT

Mit dem Start dieser  Seite am 19.11.2017 beginne ich eine Faktensammlung zu der Frage, welches Mitsprachrecht Frauen in den politischen Gremien in Deutschland auf verschiedenen Ebenen haben.

Die erste Nachricht:

Eine traurige Bilanz der Bundestagswahl 2017

Nun haben wir Frauen die Quittung bekommen. Die Nachricht ist angesichts des Mediengedöns um die AfD fast untergegangen:
Die Zahl der Frauen im Bundestag hat sich drastisch reduziert.

"Männlichster Bundestag seit 20 Jahren" titelte z. B. der →swr.de »externer Link«

Weniger bekannt dürfte sein, dass noch bis zum Jahr 1987 nicht einmal 10% der Bundestagsabgeordneten weiblich waren.

Immerhin sind unter den jetzt 710 Abgeordneten 218 Frauen, also 30,7 Prozent.
Doch angesichts der in der vorigen Legislaturperiode erreichten 36,5 Prozent bedeutet dieses Ergebnis einen echten Rückschritt für Frauen bei der Wahrnehmung ihres Mitspracherechtes auf der höchsten politischen Ebene in Deutschland.

Schaut man sich den Frauenanteil in den einzelnen Parteien an, fällt vor allem eines auf:
Es gibt dabei ziemlich große Unterschiede. Während die Grünen und die Linke traditionell
etwa halbe-halbe zwischen männlichen und weiblichen Abgeordneten (zuletzt meist sogar mehr Frauen als Männer) erreichen, werden es anteilig immer weniger Frauen, je mehr man auf die weiter rechts stehenden resp. sitzenden Parteien blickt.
Mit 11 % bildet die AfD etwa den Zustand von vor 30 Jahren ab.
Die CDU und CSU sind mit rund 80 Prozent männlichen Abgeordneten auch noch weit vom gleichberechtigten Mitbestimmungsrecht der Frauen entfernt.

Der historischen Wahrheit verpflichtet muss ich ergänzen, dass in der DDR in der Volkskammer (so der Name des DDR-Parlaments) in deren letzten Wahlperiode vor der Wende von 500 Abgeordneten lediglich 161 Frauen waren, also auch nur 32,2%. Immerhin waren das prozentual rund doppelt so viele wie zur gleichen Zeit im BRD-Bundestag.

Quellenanmerkung:
Auf der Seite der Wikipedia  Frauenanteil im Deutschen Bundestag seit 1949 »externer Link« (zuletzt bearbeitet am 19.01.2017, eingesehen am 25.10.2017) gibt es noch einen Verweis auf den Artikel
→  Deutscher Bundestag »externer Link«, der die "Geschlechterverteilung im Bundestag und seinen Fraktionen"  enthalten soll. Dieser Abschnitt ist im Artikel "Deutscher Bundestag" nicht enthalten, auch wird  dort nicht auf den Artikel "Frauenanteil ..." verwiesen.
Nebenbei möchte ich auf die sprachliche Nuance, den "kleinen Unterschied" zwischen "Frauenanteil" und "Geschlechterverteilung" aufmerksam machen.
"Geschlechterverteilung" ist ein zwar sperriges und unschönes Wort, doch es ist neutral in der Aussage. Andererseits  ist ein "Teil" oder "Anteil"  eher lediglich marginal denkbar auf eine "Haupt-Sache" hin.
Man muss den Satz nur einmal umkehren und vom "Männeranteil" im Bundestag sprechen. denkt sich also von vornherein eher als bleibt bei "Frauenanteil" immer der Bezug auf etwas anderes, das die eigentliche "Hauptsache" darstellt, die Anzahl der Männer, man.


PS: "Men's Health", ein so genanntes "Lifestylemagazin, fragte im Jahr 2015
"Wer ist die attraktivste  Bundestagsabgeordnete?" (die attraktivste Frau im Bundestag).
Pfui Teufel! Das ist eine Form von Sexismus, der sich harmlos gibt, aber dadurch nicht gesellschaftsfähiger wird.
Ich hoffe, die "Siegerin" war nicht auch noch stolz auf diese Wahl, die garantiert von Männern entschieden wurde. Oder sollten dort auch Frauen mitgewählt haben - sozusagen "gleichberechtigt"?
 
Seitenversion: neu am 19.11.2017
URL: www.brunhild-krueger.de/emi/emi5-frauundpolitik/emi5_deutschland.html

 
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