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SATIRICELLA -  MEINE KÜCHENZETTEL

(Geschreibsel mit "spitzer Feder")


Einmal hörte ich, Agatha Christie hätte ihre besten Einfälle für ihre Kriminalfälle beim Abwaschen gehabt. Die monotone, fast automatisch ablaufende Arbeit gab dem Geist die Möglichkeit, abzuschweifen, zu träumen, allen möglichen Gedanken nachzuhängen. Agatha Christie hasste die Küchenarbeit und so waren ihre Einfälle mitunter schauderhaft - wenn sie sich z. B. in die Gedankenwelt eines Verbrechers hineinversetze.

Solche Dinge werden Sie hier nicht finden. Doch ein wenig "unüblich" sind diese Gedankensplitter schon, die mir bei der Hausarbeit einfielen. Um sie nicht zu vergessen, schrieb ich sie auf kleine Zettel, die ich dann an die Türen der Küchenschränke heftete. Später schrieb ich sie ab und gab der Datei den Namen "Küchenzettel". So ist der Namen für diese Seite zu erklären.

Die hier ausgewählten "Küchenzettel-Schreibereien" sind nur ein kleiner Teil dieser Einfälle. Ich versuche, sie ein wenig nach Themen zu ordnen. Wenn ich es noch weiß, steht  auch die Jahreszahl dabei. Ich hoffe, Sie haben Vergnügen beim Lesen.

Es gibt Küchenzettel zu den Themen:
    - Zeitfragen (Über das Alltägliche, das Besondere, das Historische unserer Zeit)
    - Menschen (über Männer, Frauen, Kinder und ihren Umgang miteinander)
    - Arm und reich
    - Arbeit
und - noch nicht nach Themen geordnet
    - Neue Küchenzettel 2016

Im Jahr 2017 neu:
    - Körperkult,  Geistkult, Seelenkult (in "Zeitfragen", 07.04.2017)
    - Weltverbesserer (in "Menschen", 01.03.2017)
   

 

Zeitfragen

 
Körperkult, Geistkult, Seelenkult Welchen Aufwand viele Menschen auch immer treiben, ihren Körper zu trainieren, zu verbessern, zu verschönern - man stelle sich einmal vor, diese Menschen würden nur etwa 15 Prozent dieses Aufwandes in ihre geistige und seelische Entwickung stecken. Deutschland würde aufblühen! April 2017
Bezahlung oder Bestechung Manchmal frage ich mich, ob nicht allein die Diäten der Abgeordneten bzw. die Beamtengehälter schon den Tatbestand der Korruption erfüllen. Juni 2014 
Gott und die Welt Die einen glauben, dass es einen Gott gibt. Die anderen glauben zu wissen, dass es keinen Gott gibt. 2001 
Historiker Worüber wird man wohl eines Tages mehr spotten – über die Geschichte des 20. Jahrhunderts oder über die Geschichtsschreibung dieser Zeit?

Aus der Geschichte lernen:
Die Historikerin sagte zu mir, man müsse schließlich „mit den Wölfen heulen“. Ich erschrak: „Ist es schon wieder so weit?“
1998



Mitte der 90er Jahre  
Sachzwänge 1. Version:
Die Träume von heute sind die Sachzwänge von morgen. Die Sachzwänge von heute sind die Alpträume von morgen.

2. Version:
Die Dummheiten von heute sind die Sachzwänge von morgen.
Die Sachzwänge von morgen sind die Ausreden der Idioten von übermorgen.

Die wertfreie Buchführung darüber nennt man Geschichte.
1996 
Schöne bunte Welt Die Welt wird immer bunter.
Unser Blick reicht immer weiter.
Der Bilder werden immer mehr.
Und - wir sehen immer weniger.
Mitte der 90er Jahre   
Gehirne Schade, dass Gehirne nicht kotzen können.
(Angesichts der Überfülle an Werbung, seichter Unterhaltung, Sensationsmache usw., der man beim besten Willen nicht entkommen kann, entstand  bei mir der Wunsch, diesen ganzen Informationsmüll einfach wieder los zu werden.)
Mitte der 90er Jahre   
Gerechtigkeit Erst wenn diejenigen, die aus einer Ungerechtigkeit einen Nutzen ziehen, sich gegen die Ungerechtigkeit wehren, hat die Gerechtigkeit eine Chance.  
Eine gute Regierung Ich glaube, der zuerst zitierte Spruch ist von Konfuzius:
"Der Meister sagt: . . . wenn ein Staat gut regiert wird, so sind Armut und niederer Stand beschämend; wenn ein Staat schändlich regiert wird, so sind Reichtum und hohe Ehren beschämend."

→ Indem man die Armen beschämt, hat man noch nicht bewiesen, dass ein Staat gut regiert wird.
 
  Jesus ist tot, es lebe Pilatus! 1990  
Ideale Eine Gesellschaft, die - an ihren Idealen gemessen - versagt, ist immer noch besser als eine, die erst gar keine Ideale hat. Mitte der 90er Jahre 
Privateigentum Wird die Luft erst besser, wenn sie Privateigentum ist? 1997  
Ideen Es gibt zwei Arten, eine Idee zu verfolgen. ... 1988 

Menschen

Seitenanfang   
Weltverbesserer "Weltverbesserer" ist eine herabsetzende Bezeichnung (auf deutsch "ein Schimpfwort") von Leuten, die die Welt nicht verbessern wollen, für Leute, die sie dabei stören. 01.03.2017
Feministinnen Sind Feministinnen nun Frauen oder Männinnen? 1996 
Atheismus Eines muss man dem Atheisten lassen - ein Feigling ist er nicht.

andere Version:
Atheismus ist nichts für Feiglinge.
2015 
Standesdünkel Nicht nur der Adel hat seinen Standesdünkel, sondern auch die Arbeiterklasse. Nur heißt dieser bei ihr „Klassenbewusstsein“.  
Stolpern lernen, ohne zu fallen Erziehung besteht auch darin, gelegentlich seinen Kindern Knüppel zwischen die Beine zu werfen. 2005 
Die heitere Leichtigkeit des Seins Hat Gott wirklich die Welt geschaffen in ihrer vollendeten Harmonie, in ihrem unendlich feinen Zusammenspiel, in ihrer Schönheit – damit Herr Meier seine Frau betrügen kann und Gerhard Schröder Bundeskanzler werden darf? Ist das schon ALLES? Anfang des neuen 
Jahrtausends 
Wie Hund und Katze Die Menschen sind doch wie Hund und Katze: die einen lassen sich dressieren, die anderen nicht.  
Tierisch gut gelebt Schuften, kaufen, konsumieren.
Fressen, saufen – und krepieren.
Tierisch gut gelebt!
90er Jahre
des 20. Jh.
Menschen wollen gelobt werden 1. Version
Wenn ein Ossi sagt: „Der ist eigentlich gar kein richtiger Wessi." – dann ist das ein Lob!

2. Version:
Wenn ein Ossi sagt: "Der ist zwar ein Wessi, aber trotzdem ganz nett."
1999
Individualismus Manche merken gar nicht, wie uniform ihr Individualismus ist. 1994 
Mitgefühl Schadenfreude ist besser als gar kein Mitgefühl. 1999 
Der Beweis Die Geburtsurkunde beweist, dass ich lebe. Ohne sie kann ich meine Existenz gar nicht beweisen. 1999 
Alte Frau Ich möchte aber keine alte Frau sein, die lieber eine junge Frau wäre.
Ich möchte eine alte Frau werden, die gern eine alte Frau ist.
90er Jahre 
Göttlicher Irrtum Als Gott den Menschen hat gemacht,
da irrte er, ich weiß.
Vielleicht hielt er das Zeug für Lehm,
doch leider nahm er Sch...
90er Jahre 
 

Arm und reich

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Der Reiche Stempeln wir ihn nicht ab, machen wir ihn nicht zum Angeklagten. Aber verdächtig ist er schon.  
Hartz-IV-Dressur Mit dem widerwillig verteilten Geld geht die Forderung einher, sich schämen zu müssen fürs Betteln. Wehe denen, die da keine Scham kennen! Der letzte Satz ist durchaus doppeldeutig gemeint.  
Schlimmste Armut Nichts (mehr) zu lachen haben.  
Genug bekommen Die ganz Armen haben nicht genug und die ganz Reichen kriegen nie genug.

Die Geizigen sind nicht lange arm und die Großzügigen nicht lange reich.

Kann ein Armer einem Reichen in die Augen sehen? Nein - der Reiche sieht schnell weg.

Ein armer Dieb bleibt sicher, wenn er geschickt ist, nicht lange arm. Ich vermute daher, dass es unter den Reichen mehr Diebe gibt als unter den Armen.

Er war ein reicher Mann. Es heißt, viele hätten ihn trotzdem geliebt.
 
 

Arbeit

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Schriftsteller Die Hauptsünde einiger Schriftsteller heute - ihre Vielschreiberei.
(für Günter Grass, als sein Buch "Fortsetzung folgt" erschien)
1999 
Die Ware Arbeitskraft Arbeiten Prostituierte oder verkaufen sie etwas?  
Gute Lehrer sind gute Verlierer Der Lehrer muß ein guter Verlierer sein können, wenn er der beste Lehrer sein will: Ein Schachlehrer ist erst dann richtig gut, wenn seine Schüler ihn besiegen. 80er Jahre 20. Jh. 
Ästhetik-Forschung Eher wird die Ästhetik der Arbeitslosigkeit erforscht als die Wurzel des Übels. Mitte der 90er Jahre 
 

Neue Küchenzettel 2016

Seitenanfang   
Gesunde Ernährung Wenn man es schon nicht lassen kann, beim Essen zu lesen oder fernzusehen, sollte es wenigstens ein Buch oder eine TV-Sendung über gesunde Ernährung sein. 06.12.2016
Geschichts-Flüssigkeiten Wenn man genau hinsieht, ist die Geschichte letztendlich eine Mischung als Blut, Tränen, Schweiß, Rotz, Weihwasser, Pisse - und Fruchtwasser.
Es wird höchste Zeit, dass die Lachtränen und Freudentränen hinzu kommen.
15.08.2016
Intelligenz steigern Ein Teufelskreis
Die haben jetzt eine Methode erfunden, mit der man angeblich seine Intelligenz steigern kann.
"Brauch ich nicht", sagt der Dumme. (1. Teufelskreis)
oder
Das ist nur ein Marketing-Gag, mit dem man Dummen das Geld aus der Tasche zieht. Wenn sie dann aus diesem Fehler gelernt haben, hat die Methode ja doch gewirkt. (2. Teufelskreis)
30.06.2016
Soldaten "Soldaten aller Länder, vereinigt Euch!"
Auch hier brachte eine Recherche - wie unten bei den "Träumen" - dass ich natürlich nicht die erste und einzige bin, die diesen Satz gedacht hat. 15 Fundstellen gibt es bei Google, darunter diese Information auf www.pressehuette.de/buch.php?ID=238 (eine sehr speziellen Chronik für das Jahr 1989) für die Tage vom 24.11. - 13.12.:
Frits ter Kuile aus Holland geht für 20 Tage ins Düsseldorfer Gefängnis, weil er am 21.8.1988 auf die Mauer des Cruise Missiles-Lager Hasselbach gemalt hatte:
„Soldaten aller Länder vereinigt Euch! Liebet Eure Feinde”

Eine weitere Version - in mehreren Fundstellen - ist auch gut:
"Soldaten aller Länder, vereinigt Euch und bleibt zu Hause."
30.06.2016
Fleiß ist (k)eine Tugend Fleiß ist in Deutschland schon lange keine Tugend mehr, sondern ein Laster. 30.06.2016
Dicke Menschen "Die ist ja soo fett! Dass die sich überhaupt in unser Sport- und Fitness-Center traut!" 31.05.2016
Ratschlag für Lehrer - ganz ungefragt Sie sollten nur antworten, wenn sie gefragt werden. 31.05.2016
deutsche Werte Neuer deutscher Größenwahnsinn?
Ich höre so viel von den "deutschen Werten", an die sich Ausländer anpassen müssen. Als ob die keine Werte hätten, oder deren Werte wertlos seien im Vergleich zu unseren.
31.05.2016
Pessimisten Diese Miesepeter, diese Stimmungstöter! Sie kommen mir vor wie geistige Untote. 22.02.2016
Raubbau Ein gesunder Raubbau am eigenen Körper  ist auch ein Abhärtungstraining.   22.02.2016
Ordnung Machen wir uns nichts vor - ein aufgeräumter Schreibtisch KANN nur ein Zeichen von Langeweile sein! 01.02.2016
Träume Meine Träume halten mich am Leben.
(Nachdem mir dieser Gedanke eingefallen war, habe ich recherchiert und effektiv - die Wiederholungen nicht gezählt - weniger als 5 Fundstellen  für diesen Satz gefunden. Schön, dass auch andere so denken, schade, dass es so wenige sind.)
01.02.2016
Wechselspiel Wer tief einatmen will, muss erst einmal ganz, ganz tief ausatmen. 01.02.2016
 
Seitenversion: erg. 01.03.2017
URL: www.brunhild-krueger.de/emi/emi2-satiric/emi2_kuechenzettel.html

 
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