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Marx (2) - Zitate aus dem "Kapital" von Karl Marx


Mit dem 09.07.2016 habe ich begonnen, Zitate aus diversen Quellen in einer extra Übersicht vorzustellen.
Das entlastet die eigentlichen Texte, in denen ich auf diese Zitate / Quellen eingehe.  Außerdem ist es mir dadurch möglich, aus verschiedenen Texten und Themen auf diese ausführlichen Zitate zurückzugreifen.

Hier gibt es erste Zitate aus dem
Ersten Band von Karl Marx
Das Kapital - Kritik der politischen Ökonomie, Erster Band (Buch I):
Der Produktionsprozess des Kapitals
Nach der vierten, von Friedrich Engels durchgesehenen und herausgegebenen Auflage, Hamburg 1890
(identisch mit Band 23 der MEW)
Dietz Verlag Berlin, 23. Auflage 1979
Unveränderter Nachdruck der 11. Auflage 1962
Best.-Nr. 735 087 6

- Zitate rund um das "Gesetz des Wechsels der Arbeit" (notiert am 09.07.2016)
          Hierauf beziehe ich mich in
          DAS ÖKONOMISCHE "MUST HAVE"  (in HEITERE ZUKUNFT » NADELÖHR GRUNDEINKOMMEN)

- Spiel der körperlichen und geistigen Kräfte (notiert am 10.07.2016)
         Hierauf beziehe ich mich in
         FÜNF THESEN ZUR HEITEREN ZUKUNFT (in HEITERE ZUKUNFT)


 

Zitate rund um das "Gesetz des Wechsels der Arbeit"

Hier gebe ich zuerst die Kurzversion wieder, wie ich sie auf der Seite   DAS ÖKONOMISCHE "MUST HAVE" zitiert habe:

"Wenn aber der Wechsel der Arbeit sich jetzt nur als überwältigendes Naturgesetz und mit der blind zerstörerischen Wirkung eines Naturgesetzes durchsetzt, das überall auf Hindernisse stößt, macht die große Industrie durch ihre Katastrophen selbst es zur Frage von Leben oder Tod, den Wechsel der Arbeit und daher möglichste Vielseitigkeit der Arbeiter als allgemeines gesellschaftliches Produktionsgesetz anzuerkennen und seiner normalen Verwirklichung die Verhältnisse anzupassen."

Nun die "Vollversion" von S. 510ff (rote Hervorhebungen im Text von mir - B.K.):
„Die moderne Industrie betrachtet und behandelt die vorhandne Form eines Produktionsprozesses nie als definitiv. Ihre technische Basis ist daher revolutionär, während die aller früheren Produktionsweisen wesentlich konservativ war. Durch Maschinerie, chemische Prozesse und andere Methoden wälzt sie beständig mit der technischen Grundlage der Produktion die Funktionen der Arbeiter und die gesellschaftliche Kombination des Arbeitsprozesses um. Sie revolutioniert damit ebenso beständig die Teilung der Arbeit im Innern der Gesellschaft und schleudert unaufhörlich Kapitalmassen und Arbeitermassen aus einem Produktionszweig in den andern. Die Natur der großen Industrie bedingt daher Wechsel der Arbeit, Fluß der Funktion, allseitige Beweglichkeit des Arbeiters. Andrerseits reproduziert sie in ihrer kapitalistischen Form die alte Teilung der Arbeit mit ihren knöchernen Partikularitäten. Man hat gesehn, wie dieser absolute Widerspruch alle Ruhe, Festigkeit, Sicherheit der Lebenslage des Arbeiters aufhebt, ihm mit dem Arbeitsmittel beständig das Lebensmittel aus der Hand zu schlagen und mit seiner Teilfunktion ihn selbst überflüssig zu machen droht; wie dieser Widerspruch im ununterbrochenen Opferfest der Arbeiterklasse, maßloser Vergeudung der Arbeitskräfte und den Verheerungen gesellschaftlicher Anarchie sich austobt. Dies ist die negative Seite. Wenn aber der Wechsel der Arbeit sich jetzt nur als überwältigendes Naturgesetz und mit der blind zerstörerischen Wirkung eines Naturgesetzes durchsetzt, das überall auf Hindernisse stößt, macht die große Industrie durch ihre Katastrophen selbst es zur Frage von Leben oder Tod, den Wechsel der Arbeit und daher möglichste Vielseitigkeit der Arbeiter als allgemeines gesellschaftliches Produktionsgesetz anzuerkennen und seiner normalen Verwirklichung die Verhältnisse anzupassen. Sie macht es zu einer Frage von Leben oder Tod, die Ungeheuerlichkeit einer elenden, für das wechselnde Exploitationsbedürfnis des Kapitals in Reserve gehaltenen, disponiblen Arbeiterbevölkerung zu ersetzen durch die absolute Disponibilität des Menschen für wechselnde Arbeitserfordernisse; das Teilindividuum, den bloßen Träger einer gesellschaftlichen Detailfunktion, durch das total entwickelte Individuum, für welches verschiedne gesellschaftliche Funktionen einander ablösende Betätigungsweisen sind. ..."

Bereits auf den Seiten 356 und folgende hatte Marx auf den Unterschied zwischen der Arbeit eines Handwerkers und der eines Manufakturarbeiters (heute würde man statt dessen "Fließbandarbeiter" sagen) hingewiesen, im Kapitel 12 Teilung der Arbeit und Manufaktur
(Ich fasse einige Ausführungen von Marx zusammen:)
Mit der Aufteilung  des Herstellungsprozesses in einzelne Arbeitsschritte in einer Manufaktur, die jeweils von einem anderen Arbeiter ausgeführt werden, steigt die Produktivität rasant. Der Preis dafür ist zunehmende Monotonie am Arbeitsplatz für den einzelnen Arbeiter. Diese kann bis zu körperlichen Deformationen führen. Auch verliert der Arbeiter den Bezug zum Endprodukt (Entfremdung von seiner Arbeit).
Dem stellte Marx den Arbeitsfluss eines Handwerkers gegenüber, bei dem der ständige Wechsels der Tätigkeit normal ist (S. 360):

"Ein Handerwerker, der die verschiednen  Teilprozesse in der Produktion eines Machwerks nacheinander ausführt, muß bald den Platz, bald die Instrumente wechseln. ..."

und weist darauf hin (S. 361):

"Andererseits zerstört die Kontinuität gleichförmiger Arbeit die Spann- und Schwungkraft der Lebensgeister, die im Wechsel der Tätigkeit selbst ihre Erholung und ihren Reiz findet."

 
 

Das Spiel der körperlichen und geistigen Kräfte genießen

Endlich habe ich die Original-Textstelle wiedergefunden, die mich damals, vor mehr als 35 Jahren beim ersten Lesen so beeindruckt hatte. Ich nehme auf sie Bezug in den FÜNF THESEN ZUR HEITEREN ZUKUNFT (in HEITERE ZUKUNFT). In These 1 geht es um "Arbeit + Spiel  - Die Zukunft des Menschen als tätiger Mensch" mit eben dieser Unterzeile:
"Die Arbeit als Spiel der körperlichen und geistigen Kräfte genießen zu können bedeutet ..."

Nun kann ich die Quelle nachreichen:
(Marx hat sich an manchen Stellen ziemlich kompliziert und schwer verständlich ausgedrückt. Das Wort "erheischt" - von dem fast ausgestorbenen Wort "heischen" bzw. "heißen", das es wenigstens gelegentlich noch in Märchen gibt - beispielsweise kann man in etwa mit "gefordert", "verlangt (danach)" ersetzen.
Hinzu kommt, dass ich dieses Zitat notwendigerweise aus einem größeren Zusammenhang reißen muss - schließlich kann ich nicht alles für das Verständnis Wichtige abschreiben, das wäre  dann das halbe Buch. Doch es geht mir vor allem um den Nachweis, woher ich diese Formulierung habe. Sie ist leider nicht "auf meinem Mist gewachsen".)

Karl Marx "Das Kapital - Kritik der politischen Ökonomie", Erster Band, S. 193:
(Dritter Abschnitt: Die Produktion des absoluten Mehrwerts
Fünftes Kapitel: Arbeitsprozess und Verwertungsprozeß
1. Arbeitsprozess
)

"Außer der Anstrengung der Organe, die arbeiten, ist der zweckmäßige Wille, der sich als Aufmerksamkeit äußert, für die ganze Dauer der Arbeit erheischt, und um so mehr, je weniger sie durch den eigenen Inhalt und die Art und Weise ihrer Ausführung den Arbeiter mit sich fortreißt, je weniger er sie daher als Spiel seiner eignen körperlichen und geistigen Kräfte genießt."
 
 
Seitenversion: erg. 10.07.2017, neu ab dem 09.07.2016
URL:  www.brunhild-krueger.de/bk1-inhalt/bk14-zitate/bk14_marx2_zitate.html

 
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Bearbeitungsnotizen:
AKTTEXT weitere Zitate einfügen:
S. 361 - Wechsel als Erholung und Reiz und S. 193 - Arbeit als Spiel ...